Plex erhöht den Preis für den Lifetime Pass ab Juli 2026 drastisch von 250 auf 750 US-Dollar. Viele werden sich anderweitig orientieren.
Plex, die wohl führende Software für private Medienserver, sorgt derzeit in der Home-Server- und Streaming-Szene für heftige Diskussionen. Der Anbieter kündigte gestern an, den Preis für den beliebten „Lifetime Plex Pass“ massiv anzuheben. Statt bisher 249,99 US-Dollar sollen Neukunden ab dem 1. Juli 2026 stolze 749,99 US-Dollar für den lebenslangen Zugriff bezahlen.
Als Begründung gibt man auf dem hauseigenen Blog an, der dreimal so hohe Preis würde „den tatsächlichen Gegenwert künftig besser widerspiegeln.“ Aufgrund der Weiterentwicklung sei der Umfang der Funktionen und die daraus resultierenden Vorteile für die Kunden „stetig gewachsen„. Die Preiserhöhung ermöglicht es dem Hersteller, „weiterhin Ressourcen in die Entwicklung und Wartung der Plex-Software für persönliche Medienbibliotheken zu investieren und gleichzeitig weiterhin eine Lifetime-Option anzubieten.„
Plex Lifetime Pass wird dreimal so teuer
Wie Plex offiziell bekannt gab, tritt die Preisänderung am 1. Juli 2026 um 00:01 UTC in Kraft. Wer bislang mit dem Gedanken gespielt hat, sich den Lifetime Pass zuzulegen, hat damit nur noch wenige Wochen Zeit, um den bisherigen Preis zu zahlen. Oder man installiert sich eine von mehreren guten Alternativen, die teilweise sogar kostenlos verfügbar sind.
Die drastische Erhöhung dürfte viele Nutzer überraschen. Immerhin verteuert Plex den Einmalzugang damit um rund 200 Prozent. Bereits in der Vergangenheit hatte das Unternehmen laut eigener Aussage darüber nachgedacht, das Lifetime-Modell komplett abzuschaffen. Wiederkehrende Abonnements seien langfristig wirtschaftlich attraktiver.
Bestehende Kunden vom Lifetime Pass sind nicht betroffen
Immerhin gibt Plex Entwarnung für bestehende Käufer des Lifetime Passes. Wer bereits bezahlt hat, behält sämtliche Funktionen und Vorteile unverändert. Auch die Preise für monatliche oder jährliche Plex-Pass-Abos bleiben laut Hersteller „vorerst“ stabil.
Neue Funktionen sollen Preis rechtfertigen
Plex begründet die massive Preiserhöhung mit den steigenden Entwicklungs- und Betriebskosten. Gleichzeitig stellte das Unternehmen zahlreiche neue Funktionen in Aussicht, darunter:
- verbesserte Download-Funktionen
- automatischer Download neuer Episoden
- Playlist-Erstellung direkt in den mobilen Apps
- Rückkehr von Musik- und Foto-Bibliotheken in den Apps
- Unterstützung für NFO-Metadaten
- Erweiterte Serververwaltung auf Mobilgeräten
- Verbesserungen beim Audio- und Video-Transcoding
- IPv6-Unterstützung
Gerade Nutzer eigener Medienserver dürften insbesondere die angekündigte NFO-Unterstützung und die Verbesserungen beim Transcoding interessant finden. Aber rechtfertigt das tatsächlich einen Preisunterschied von 200 Prozent?
Community reagiert gespalten
In den sozialen Netzwerken und Foren fällt die Reaktion gemischt aus. Während einige Nutzer Verständnis für die langfristige Finanzierung von Plex zeigen, halten andere den neuen Preis für völlig überzogen. Besonders im Vergleich zu Konkurrenzlösungen wie Jellyfin oder Emby könnte die Entscheidung viele Selbsthoster zum Wechsel bewegen. Ob die neue Strategie des Betreibers aufgeht, wird sich spätestens nach dem Inkrafttreten der neuen Preise zeigen. Klar ist jedoch schon jetzt: Der Plex Lifetime Pass entwickelt sich zunehmend vom Schnäppchen zur Premium-Investition für Hardcore-Nutzer. Das dürfte bei vielen privaten Anwendern dafür sorgen, sich lieber nach einer Alternative umzuschauen.
Wie werdet ihr auf die massive Preiserhöhung reagieren?
Als Treppenwitz erscheint auf jeden Fall, dass die kalifornische Betreibergesellschaft 2009 aus dem kostenlosen Open-Source-Mediacenter-Projekt XBMC (heute Kodi) entstanden ist. Die Plex, Inc. entwickelte daraus eine eigene kommerzielle Plattform für Medienverwaltung und Streaming.
Viele von euch betreiben einen eigenen Plex Media Server. Werdet ihr den Anbieter wechseln, zumal Plex in der Vergangenheit schon mit Blockaden gegen Online-Piraten vorgegangen ist? Habt ihr euch schon einmal Emby, Jellyfin, Kodi oder den Universal Media Server näher angesehen? Ist deren Funktionsumfang mit dem von Plex vergleichbar, oder würde euch dann etwas fehlen? Seid ihr bereit, den horrend wirkenden Preis für den Lifetime Pass zu bezahlen? Schreibt uns dazu bitte einen Kommentar in unser Forum, vielen Dank!



















