ein Haufen aus Dollarscheinen
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Bildquelle: Alexander Grey, Lizenz

EPIC Games und FTC einigen sich auf 520 Millionen Dollar Strafe

EPIC hat sich mit der FTC über COPPA-Verstöße und Dark Patterns auf eine Rekordstrafe von über einer halben Milliarde geeinigt.

Gestern gab die FTC bekannt, dass es in einem Streit mit EPIC Games – dem Macher von u. a. Fortnite – zu einer Einigung kam. Die FTC wirft dem Spielehersteller und -Händler Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen zum Kinderschutz sowie die Nutzung von Dark Patterns – perfiden Tricks zur Gewinnmaximierung – vor.


Die Strafe setzt sich zusammen aus 275 Millionen Dollar für die COPPA-Verstöße (Datenschutz) und 245 Millionen Dollar an Rückzahlungen für durch Dark Patterns erwirtschaftete Gewinne, die an die Käufer gehen. Die Strafe in Höhe von 8 % des Jahresumsatzes dürfte das Unternehmen durchaus schmerzen. Ob und wie viel mehr EPIC durch versehentliche Käufe eingenommen hat, bleibt jedoch unklar.

EPIC muss 245 Millionen Dollar zurückzahlen

Die Dark Patterns, die EPIC genutzt haben soll, um Nutzer zum Kauf von In-Game Items zu verleiten, sind vielfältig. So habe man durch ein “unintuitives” Button Layout versehentliche Käufe begünstigt. Weiterhin soll es möglich gewesen sein, Geld aus Versehen auszugeben. Auch seien Käufe möglich, wenn man das Spiel aus dem Stand-by weckt oder auf einem Ladebildschirm einen Button drückt. Mangelhaft sei auch, dass man die Kauf- und Vorschau-Buttons nebeneinander angeordnet hat.

Epic, Epic Games

Die Wirtschaftswächter der FTC bemängeln auch, dass Accounts von Nutzern, die Einspruch eingelegt hätten, gesperrt wurden und so Zugriff auf die erworbenen Items verloren gegangen seien. Wenn die Accounts wieder entsperrt wurden, so drohte EPIC wohl direkt damit, dass man die Käufer bei einem weiteren Rücktritt vom Kauf des Accounts permanent sperren würde.

Hersteller EPIC hingegen sieht sich bereits an vorderster Front gegen unautorisierte Käufe. In einem Blogpost listet das Unternehmen seine Errungenschaften und Maßnahmen wie Self-Service Erstattungen, der Verzicht auf Lootboxen seit 2019 und ein Kaufen-Button, den man gedrückt halten muss. Auch werden diese Muster als gängige Praxis bezeichnet.

Fortnite hört mit

Die Datenschutzverstöße bestehen darin, dass in Fortnite standardmäßig der VoiceChat aktiviert ist und so Kinder ungewollt Daten preisgeben können. Bereits 2017 meldeten hier Mitarbeiter des Unternehmens Bedenken an, besonders auch, dass Kinder unter 13 Jahren davon betroffen sein könnten.

Kinder mit Erwachsenen in einen unmoderierten Sprachchat zu werfen, klingt nach einem Rezept für ein Desaster und es überrascht, dass es in dieser Hinsicht bisher noch nicht zu Problemen geführt hat.

EPIC könnte sich noch hinausklagen

Auch wenn die Einigung noch nicht bindend ist, ist es unwahrscheinlich, dass EPIC sich hier noch auflehnt. Dass eine Regelung vor einem Gericht günstiger wäre, darf man anzweifeln. Denn dann würden noch die Anwaltskosten dazukommen.

Tarnkappe.info