ReadyPrint : Backendprobleme sperren Patronen von Epson Kunden

Epson sperrt ReadyPrint Kunden unverschuldet ihre Patronen, weil der Hersteller die in PSD2 geforderte 2FA nicht implementiert hat.

Epson sperrt ReadyPrint Kunden unverschuldet ihre Drucker beziehungsweise ihre Patronen. Aufgrund des Brexits und der PSD2-Zahlungsrichtlinie haben die vom Druckerhersteller verwendeten Zahlungsdienstleister Probleme, das Geld bei den Kunden abzubuchen.

Was ist ReadyPrint von Epson?

ReadyPrint ist ein Tintenpatronen-Aboservice vom Druckerhersteller Epson. Sobald die Tintenpatrone fast leer ist, bestellt der Drucker so automatisch eine neue Patrone. Die Kosten dafür bucht man automatisch beim Kunden ab. Damit ist dies mit dem Tintenpatronen-Aboservice Instant Ink von HP vergleichbar.

ReadyPrint sperrt Drucker statt Patronen

Sollte ein Kunde nicht bezahlen, so würde man meinen, wird der Kunde einfach nicht mehr beliefert. Dies ist aber nicht so. Doch Epson sperrt dem säumigen Kunden die Tintenpatronen einfach aus der Ferne.

Ob es in dem Fall helfen würde, dem Drucker die Verbindung zum Internet zu kappen? Vielleicht setzt Epson aber auch auf eine Online-Authentifizierung beim ersten Einsetzen einer neuen Patrone?

Betroffener berichtet auf Twitter

Ein betroffener Epson Kunde aus Großbritannien macht sich auf Twitter Luft.

Noch-Kunde John Lamont beschreibt sein Epson-Leid

Auch der The Register Leser John Lamont ist betroffen. Er schreibt, dass er eine E-Mail von Epson erhalten habe, dass sie den Monatsbeitrag für ReadyPrint nicht abbuchen konnten und es in 14 Tagen erneut probieren würden. In dieser E-Mail stand auch eine Warnung, dass die Patronen nach zwei erfolglosen Abbuchungsversuchen gesperrt werden.

Trotz Aktualisierung seiner Zahlungsdetails schlug auch die erneute Abbuchung fehl, sodass Epson die Tintenpatronen gesperrt hat. Epson schob das Problem nun auf die Zahlungsdienstleister RBS beziehungsweise Natwest.

Starke Kundenauthentifizierung sorgt für Problem

Auf Nachfrage vom The Register schrieb Epson, dass die starke Kundenauthentifizierung Schuld an dem Problem sei. Diese ist durch die Zahlungsrichtlinie PSD2 gefordert. Vereinfacht gesagt, ist für viele Zahlungen eine 2FA-Authentifizierung verpflichtend. Genau damit scheint das Epson Backend seine Probleme zu haben und kann so die Abbuchungen nicht durchführen.

Bei DRM ist der Kunde der Dumme

Trotz aktiver Bemühungen, den Betrag zu begleichen, sperrt man hier die Patronen und es ist der Zugang zum Drucker verwehrt.

Bereits in der Vergangenheit hatten wir mehrere Fälle von DRMs, die dem Kunden oder auch teilweise dem Hersteller selber auf die Füße fallen. Erst kürzlich sorgte ein serverseitiges Problem aufgrund eines Always-Online-DRM dafür, dass das Rennspiel Gran Turismo 7 für über 30 Stunden unspielbar war.

Canon begann damit, seine Tintenpatronen wegen des Chipmangels ohne DRM auszuliefern. Die Kunden von Dymo werden sich in Zukunft darüber freuen, dass die Labelrollen nun auch mit DRM ausgestattet sind.

Tarnkappe.info


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honeybee schreibt seit Ende 2020 für die Tarnkappe. Der Einstieg war ein Reverse Engineering Artikel über die Toniebox. Die Biene liebt es, Technik aller Art in ihre Bestandteile zu zerlegen. Schraubendreher und Lötkolben liegen immer in Reichweite. Themen wie Softwareentwicklung, Reverse Engineering, IT-Security und Hacking sind heiß geliebt.