Anleitung: Wie kann man sich bei XING vor Abmahnungen schützen?

Article by · 22. März 2014 ·

Achtung Freiberufler! Jetzt werden sogar Abmahnungen ausgesprochen, wenn man in seinem beruflich genutzten XING-Profil kein Impressum hinterlegt hat. Die Tarnkappe zeigt nun allen Lesern in drei Schritten, wie man dort eine Abmahnung vermeiden kann.

Xing-Abmahnung-Titel

In diversen Online-Portalen wurde kürzlich berichtet, dass derzeit massenweise Benutzer abgemahnt werden, weil sie dort kein Impressum eingebaut haben. Tja, offenbar haben es noch immer so manche Anwälte nötig, mit solchen Methoden Geld zu verdienen. Davon betroffen sind aber keine XING-Profile, die zu rein privaten Zwecken genutzt werden. Von den Abmahnungen bedroht sind ausschließlich solche Accounts, die beruflich genutzt werden. Da dieses soziale Netzwerk für Geschäftsleute gedacht ist, erscheint eine private Nutzung wenig sinnvoll. Das ist auch der Grund, warum XING früher Open Business Club hieß.

Anleitung zum Einbau des Impressums bei XING

Xing-Abmahnung1

Schritt 1: Gehen Sie bei XING oben links zu Ihrem Profil. Den Menüeintrag dazu finden Sie ganz oben links unter dem Logo von XING. Klicken Sie dafür einfach auf ihr eigenes Foto (siehe Bild oben).

Schritt 2: Danach gehen Sie in Ihrem Profil nach ganz unten. Dort steht «Impressum bearbeiten» (siehe Bild unten).

Xing-Abmahnung2

Schritt 3: Dann bauen Sie Ihr eigenes Impressum ein. Im Web sind von diversen Kanzlei-Portalen gute Generatoren für ein Impressum verfügbar. Dort können Sie in Ihrem Impressum diverse Punkte einbauen, um sich vor der Gier der Abmahnanwälte zu schützen.

Xing-abmahnung3

Speichern. Das war eigentlich schon alles!

Mehr zu diesem Thema:

Flattr this!

7 Comments

  • […] dieses Artikels ist ein Beitrag von Lars Sobiraj auf Tarnkappe.info. Für meinen Workshop Schreibwerkstatt habe ich den Artikel […]

  • comment-avatar

    Volker Rieck

    Es gibt noch keinerlei Bestätigung dafür, dass das alle Xing Profile betroffen hat.
    Bisher sind nur Fälle bekannt, in denen sich Anwälte untereinander wegen UWG geharkt haben.
    Ich wünschte mir, dass solche Fälle vorher etwa gründlicher recherchiert werden.
    Eine Abmahnwelle ist das jedenfalls noch nicht. Xing hat das selber so kommentiert.
    Das hat auch nichts damit zu tun, ob es jetzt gut oder schlecht ist, dass auch Xing Profile ein Impressum haben müssen. Ich finde es auch merkwürdig, weil Xing eigentlich dafür da ist, Kontaktdaten auszutauschen.

    Aber egal, nicht gleich beim Wort Abmahnung Beißreflexe zu haben. Der Fall ist etwas anders geartet.

    • comment-avatar

      Lars Sobiraj

      Die Angelegenheit wurde noch nicht vor Gericht verhandelt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird ein XING-Profil aber juristisch ähnlich wie eine Seite bei Facebook behandelt. Von daher sind weitere Abmahnungen möglich und könnten sogar vor Gericht bestätigt werden, weil XING im Regelfall keinen privaten Zweck erfüllt. XING dient der Kontaktaufnahme im B2B-Bereich. Facebook hingegen hat einen weit privateren Charakter, weil dort größtenteils persönliche Mitteilungen veröffentlicht werden.

  • […] Im Nerdfon-Studio sprachen wir über die ersten Gehversuche meines Webprojekts Tarnkappe.info, die Impressumspflicht bei XING, alle Neuigkeiten rund um PC Fritz und last, but not least über Spiegelbest und seinen Streit mit […]

  • comment-avatar

    Das ist doch völlig besch… wann wird die deutsche Rechtssprechung hier endlich mal angepasst? Dieses Verhalten ist doch einfach nur albern (von den Anwälten).

    • comment-avatar

      Hier gehört wirklich mal etwas getan, so dass Impressumspflicht für Privatpersonen und auch für Freiberufler komplett wegfällt. Nur Firmen sollten so etwas haben müssen. Im Ausland müssen das teilweise nicht mal Firmen auf ihrer Website haben!

      Auch die Kindle-Autoren diskutieren darüber, ob ein Impressum ins eBook muss, und wenn ja, ob es an den Anfang muss (was kontraproduktiv ist, da es dann einen Teil der Leseprobe einnimmt). Eine eMail-Adresse am Ende sollte genügen. Wenn es Probleme mit dem eBook gibt, sollte man sich als Leser ohnehin zuerst an die jeweilige Verkaufsplattform wenden.

      Das Problem ist einfach, dass alles Geschriebene, auch Webseiten, noch unter Druckerzeugnis fällt (Hinter dem früher hauptsächlich Verlage standen). Das Gesetz ist also einfach zu alt und entspricht nicht den modernen Anforderungen. Gleiches gilt für die Buchpreisbindung.

      Ich hatte damals die Hoffnung, die Piratenpartei würde sich solchen Themen annehmen und moderne Lösungen finden, aber mehr als Kutschenvergleiche und interne Streitereien gabs bisher wohl leider nicht.

      Auch das Urheberrecht könnte so reformiert werden, dass Konsumenten wie Kreative davon profitieren (und nur Rechteverwerter und Piraten (nicht die Partei) eben nicht, die (wie mir auffiel) ja oft ähnliche Ansichten vertreten, weil sie beide mehr als es angemessen ist von Konsumenten und Kreativen profitieren wollen). Das ist auch gerade in Hinsicht auf immer größer werdende Anteile von User Generated Content wichtig, wo sich die Begriffe Konsumenten/Kreative immer mehr vermischen.

      Schließlich gibt es ja kaum Menschen, die man nur als Kreativ oder nur als Konsument bezeichnen könnte. (Vergleich: Für die Politik und die Statistik sind “Steuerzahler”, “Arbeitnehmer” und “Konsumenten” ja oft völlig unterschiedliche Personengruppen.)

      Und man sollte auch wirklich komplett anonym seine Meinung sagen dürfen, nicht nur weil die Kindergärtnerin als Hobby gerne Porno-eBooks veröffentlichen möchte. Auch Whistleblower müssen im Ernstfall vor dem eigenen Staat bzw. dessen Geheimdienst gesetzlich geschützt werden. Ich will niemandem was unterstellen, aber sowas sollte nicht auf Vertrauensbasis geschehen (“Unsere Politiker tun sowas doch nicht, sie sind alle liebe Menschenfreunde, moralisch unerschütterlich, gesetzestreu und auf keinen Fall bestechlich”), sondern gesetzlich so geregelt sein, so dass sich ein Staat gar nicht gegen sein eigenes Volk stellen kann.

  • comment-avatar

    Erwähnen sollte man, dass der Link zum Impressum wirklich futzelklein am Ende des Profiles auftauch. Finde ich sehr dürftig von Xing gelöst. Auch doof von Xing, dass man auf diese Geschichte nicht hingewiesen wird.


Leave a comment