Amazon: geheime Absprachen mit der Polizei

Amazon’s Home-Security Unternehmen Ring hat viele lokale Polizeidienststellen in den USA damit beauftragt, für ihre Überwachungskameras zu werben. Als Gegenleistung gab es für die Polizei von Amazon kostenlose Ring-Produkte und ein „Portal“, das es der Polizei ermöglicht, Video- und Ton-Material von diesen Kameras jederzeit einzusehen.

Amazon und das Geschäft mit der Überwachung

Das Amazon sich schon lange nicht mehr nur auf den Online Handel von verschiedenen Produkten oder Büchern beschränkt, dürfte bekannt sein. Schon Anfang letzten Jahres stellten wir uns hier auf Tarnkappe.info die Frage: „Stellt Amazon Überwachungstechnik für die US-Polizei bereit?„.


Erst kürzlich wurde bekannt, dass Amazon ein System patentiert hat, dass es „surveillance as a service“ nennen möchte. Amazon könnte dabei sein künftiges Netz von Lieferdrohnen nutzen, um die Häuser der Amazon-Kunden vom Himmel aus zu beobachten. Die Drohnen würden dabei nach Anzeichen von Einbrüchen suchen. Zerbrochene Fenster, offene Türen und Eindringlinge, die sich auf dem Grundstück der Kunden befinden.

Alles Ungewöhnliche könnte dann fotografiert und an den Kunden und die Polizei weitergegeben werden. Mit Nachtsichtkameras und Infrarotkameras, so wie Mikrofonen ausgestattet, würden sie sich also perfekt für die Überwachung ganzer Wohngebiete eignen. Amazons Überwachungstechnik ist momentan aber noch, vor allem durch seine Echo, Ring, und Key Produkte bekannt. Wie eng Amazon dabei mit der Polizei zusammenarbeitet, wurde jetzt durch eigentlich geheime Dokumente bekannt.

Geheime Vereinbarungen mit der Polizei

Dokumente, die dem Magazin Motherboard zugespielt wurden, zeigen wie eng die Zusammenarbeit zwischen Amazon und der amerikanischen Polizei mittlerweile schon ist. Amazon hat gezielt, lokale Polizeidienststellen als Werbepartner genutzt. Aus den Dokumenten geht hervor, dass es als Gegenleistung für die Werbung für Amazon Überwachungstechnik, kostenlose Ring-Produkte für die Polizei gab.

Auch ein exklusives „Portal“, das es der Polizei ermöglicht, Video und Ton Material von diesen Kameras einzusehen und auszuwerten ist in dem „Paket“ mit drin. Um mit Ring zusammenzuarbeiten, mussten die Polizeidienststellen nur Beamten Ring-spezifischen Rollen zuordnen. Dazu gehörten dann unter anderem ein Pressekoordinator, ein Social Media Manager und ein Community Relations Koordinator. Als Belohnung gibt es dann für jede Polizeidienststelle 15 kostenlose Überwachungskameras.

Zusätzlich gibt es dann noch einmal 10 Dollar, für jeden erfolgreichen und zum Verkauf führenden Download der „Nachbarschaft-wachtApp „Neighbors“.

Ein freiwilliges Überwachungsnetzwerk

Das Ergebnis dieser Ring-Polizei-Partnerschaften ist ein sich selbst aufrechterhaltendes freiwilliges Überwachungsnetzwerk. Immer mehr Menschen laden auf Empfehlung der Polizei die „Nachbarschaft-wacht“ App „Neighbors“ herunter. Ring Überwachungskameras werden gezielt von der Polizei, als die beste Sicherheits-Lösung beworben und verkauft. Die Polizei kann also sehen und hören, was in jedem Vorgarten passiert.

Das sowohl Polizei als auch Amazon von diesem Vorgehen profitieren, dürfte also klar sein. Fragwürdig ist dieses aggressive Marketing von Überwachungssystemen allerdings auch.

Bereits in der Vergangenheit ist Amazons Überwachungssystem immer wieder in die Schlagzeilen geraten. So wurde schon mit Überwachungsvideos, die eine angebliche Einbrecherin zeigten gezielt Werbung auf Facebook gemacht. Auch diverse Datenschutz Probleme bei Amazon sorgen im Zusammenhang mit dem Überwachungssystem immer wieder für Schlagzeilen.

Eine eigene TV Show für Überwachungsvideos

Amazon plant, mit den von Ring gesammelten Überwachungsvideos sogar eine eigene Nachrichtensendung zu produzieren. Die interessantesten und besten Videos werden dann zur besten Sendezeit vor einem breiten Publikum ausgestrahlt.
Massenüberwachung auf einem ganz neuen Level. Big Brother 2.0 oder „ich weiß was dein Nachbar letzte Woche getan hat“ könnten passende Namen sein.

Tarnkappe.info

 

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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