Abstractism: Valve entfernt Spiel wegen Kryptomining

Mit Abstractism hat Valve ein Spiel bei Steam gesperrt, das offenbar in erster Linie vom Hersteller Okalo Union dafür konzipiert war, um sich für das Minen von Kryptowährungen Zugriff auf die Rechner der Nutzer zu verschaffen.

valve abstractism

Mit den Worten: „Wir haben Abstractism entfernt und den Entwickler von Steam für den Versand von nicht autorisiertem Code, Trolling und Betrug mit irreführenden Ingame-Elementen gesperrt“, verbannte Valve vor kurzem das Spiel Abstractism von seiner Plattform. Das Game, das bis vor kurzem zum Verkauf auf Steam angeboten wurde, beschuldigten zahlreichen Parteien, heimlich die Computer seiner Spieler zu benutzen, um Kryptowährung zu minen, berichtet eurogamer.net.

Die Zahl ordnungswidriger Spiele sind auf Steam angestiegen. Allein im vergangenen September hat Valve ca. 200 „Fake“ -Games von Silicon Echo Studios entfernt. Das waren billige Spiele, die Entwicklern das schnelle Geld einbringen sollten. Nachdem bei dem Spiel Abstractism Spieler wochenlang Misstrauen und Empörung äußerten, reagierte Valve nun mit einem Verbannen des Games von seiner Plattform. Mehrere Spieler haben negative Bewertungen mit Screenshots hinterlassen, die zeigten, dass das Spiel einen Trojaner-Virus installiert, der sich als „steam.exe-Prozess“ tarnt, zusammen mit Malware unter dem Namen „Abstractism Launcher“. Auch YouTuber SidAlpha untersuchte Abstractism und stellte fest, dass diese Viren wahrscheinlich Kryptowährungs-Mining-Software installieren. Dies stellt ein großes Risiko für die Spieler dar, da „Kryptojacken“ die Computerleistung beeinträchtigt, die Stromrechnung erhöht und sogar die Cloud-Infrastruktur infizieren kann.


Obwohl Cryptojacking schwer auszumachen ist, ist eines der deutlichsten Anzeichen, dass ein Computer zum Minen von digitalen Münzen verwendet wird, die erhöhte Nutzung von CPU und GPU, die beide von den Spielern des Abstractism bestätigt wurden. Der Entwickler des Spiels, Okalo Union, behauptet jedoch, dass die hohe Ressourcenauslastung auf die Anforderungen des grafischen Renderings zurückzuführen sei und empfahl, die RAM-Nutzung in den Einstellungen herunterzusetzen. In dem Spiel sollten die Gamer eine Box durch verschiedene Landschaften bewegen, das Spiel bestünde nur aus schwarzen und weißen Linien, die Erklärung wäre daher unglaubhaft. Ein Tester, Matheus Muller, führte dazu aus: „die verwendeten Ressourcen sind nicht nur grafischer Natur, sondern beinhalten eine beträchtliche Menge an Speicherplatz, die wiederum nicht von einem Spiel dieser Komplexität erwartet wird, sondern von einem Crypto Miner.“

Zudem wurde durch einen User im Forum backpack.tf darauf hingewiesen, er sei Opfer eines Scams geworden, der ihn zu dem Spiel Abstractism führte: Ihm wurde eine „Team Fortress 2“-Waffe, ein seltener Raketenwerfer mit einem identischen Thumbnail und einer identischen Beschreibung wie das offizielle TF2-Item, für 100 US-Dollar angeboten. Weil er sich gerade in einem Spiel befand, checkte er den Handel nur flüchtig, um dann später festzustellen, dass die Waffe ein Duplikat war, die zum Spiel Abstractism gehörte. Weiterhin soll es auch noch andere betrügerische Gegenstände gegeben haben, wie Meme- und Scherzartikel. Nutzer der backpack.ft-Comunity reagierten verärgert darüber, dass so ein Scam auf Steam überhaupt möglich wäre.

Bildquelle: superanton, thx! (CC0 Public Domain)

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.