WikiLeaks: Erdoğan soll Abschuss sechs Wochen vorher geplant haben

Article by · 7. Dezember 2015 ·
putin erdogan struggle kampf

Ein hochgradig gefährliches Spiel: Wladimir Putin versus Recep Erdogan. Grafik: DonkeyHottey, thx! (CC BY-SA 2.0)

 

Die Enthüllungsplattform Wikileaks vertreitete kürzlich bei Twitter, der Abschuss des russischen Kampfflugzeuges Su-24 in der Nähe von Syrien sei von der türkischen Regkierung schon im Oktober geplant worden. Die Kampfhandlung habe man angeblich nur vollzogen, um für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan auf Stimmenfang zu gehen. Dies wird unter Berufung eines Insiders aus Regierungskreisen in Ankara berichtet.

Wikileaks verbreitet dabei aus gut informierten Regierungskreisen, genauer gesagt von Fuat Avni. Avni ist lediglich ein Pseudonym. Die Person soll in der Vergangenheit angeblich schon häufiger Geheimnisse der türkischen Regierung ausgeplaudert haben. Nach Angaben des türkischen Insiders soll Erdogan schon vor einigen Wochen beschlossen haben, ein russisches Flugzeug wegen der Verletzung des eigenen Luftraums abzuschießen. In der Vergangenheit wurde bereits eine Drone zerstört, die nach Auskunft der Türken ebenfalls von den russischen Truppen gesteuert wurde. Aufgrund des Patriotismus der Türken würde eine solche Handlung das Volk hinter ihrem Präsidenten vereinen. Doch das Vorhaben blieb nicht ohne Folgen.

Denn die Beziehung zwischen Russland und der Türkei hat sich nach dem Abschuss der Su-24 erheblich verschlechtert. Russland hat die Einfuhr von Tomaten und anderen Waren und Nahrungsmitteln untersagt. An der Grenze sollen sich Güter im Wert von 150 Millionen Euro befinden, die nicht nach Russland exportiert werden dürfen. Auch die türkische Tourismusbranche befürchtet erhebliche Einbrüche, weil in den nächsten Monaten kaum bis gar keine russischen Gäste mehr erwartet werden. Die Bevölkerung hat zudem Angst vor einem Gasembargo, fast 60 Prozent des Gases wird aus Russland eingeführt. Bei einem Lieferstopp würden unzählige privat betriebene Heizungen ausfallen, auch müssten deswegen zahlreiche türkische Unternehmen ihre Produktion einstellen. Die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft der Türkei wären kaum abzusehen.

Der türkische Insider Fuat Avni berichtete bereits am 10. Oktober 2015 via Twitter vom geplanten Su-24-Abschuss. Allerdings legt dieser für seine Aussage bis heute keine Beweise vor. Den Machern der Enthüllungsplattform Wikileaks wird schon seit längerer Zeit vorgeworfen, sich stets zum Vorteil russischer Regierungsinteressen auszusprechen. Auch von daher erscheint die Aussage zweifelhaft.

wikileaks-logoEin Redakteur der Zeit warf Wikileaks-Chef Julian Assange sogar jüngst vor, er habe sich vom Enthüller der Wahrheit zum Liebhaber kruder Verschwörungstheorien gewandelt. Assange ginge es nicht mehr um Transparenz im eigenen Lager, sondern vielmehr um Denunziation selbst ausgewählter Gegner seiner Person und seiner Enthüllungsplattform. Dies erkläre beispielsweise die flächendeckende Veröffentlichung aller E-Mails des CIA-Chefs John Brennan. Allen beteiligten Hackern wird geraten, lieber eine eigene Plattform zu gründen, um sich nicht weiter für die privaten Fehden und Ziele des Wikileaks-Chefs Assange instrumentalisieren zu lassen.

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5 Comments

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    Haskir Lan

    Tja so ein geschützter Aufenthalt in Russland kostet eben etwas….
    Oder meinte jemand die Russen machen das aus Barmherzigkeit, Wiki zu “Schützen”?
    Stellt sich die Frage, warum die deutschen nicht die Intelligenz besaßen den Massenspeicher ins Land zu importieren.. Ah so ich vergaß ja das Marionetten keine Entscheidungen zu treffen haben bzw. das Wiki icht dumm genug ist der Deutschen-Marionetten zu vertrauen

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    michel

    vielleicht wird einigen wachkoma micheln nun klar, dass in der politik NICHTS ein fach so passiert und es einen weitaus grösseren masterplan gibt.

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    Herbert

    WIrklich ein zuverlässiger unabhängiger Journalist, dieser Herr Bittner von der Zeit – auf solche Aussagen kann man sich bestimmt zu 100% verlassen :=

    http://www.expresszeitung.ch/redaktion/medien/mainstreammedien/redaktoren-im-dienste-von-nato-organisationen

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      michel

      zugelassene medien in unserer staatssimulation sind immer zuverlässig!

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    fsxto

    Schon sehr komisch!

    “Allen beteiligten Hackern wird geraten, lieber eine eigene Plattform zu gründen, um sich nicht weiter für die privaten Fehden und Ziele des Wikileaks-Chefs Assange instrumentalisieren zu lassen.”

    Immerhin hat Wikileaks es bisher immer geschafft ihre Quellen zu schützen. Das Manning aufgeflogen ist war ja eigenes Verschulden, wer damit prahlt wird erwischt..

    Die Gründung einer eigenen Plattform birgt viele Risiken und kostet sehr viel Zeit. Um die Server nicht dauerhaft umziehen zu müssen, muss man schon mit seinem Namen dafür stehen, alleine um die Möglichkeit zu haben, Einspruch gegen die Kündigung / Beschlagnahmung einlegen zu können.


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