Whistleblower-Skulptur „Anything to Say?“ in Berlin eröffnet

Am gestrigen Mittwoch hat man in Berlin die drei Whistleblower-Skulpturen namens „Anything to Say?“ vorgestellt. Die drei Skulpturen des italienischen Künstlers Davide Dormino zeigen vor dem Brandenburger Tor die drei Whistleblower Julian Assange, Edward Snowden und Chelsea Manning.


Der Künstler Davide Dormino ließ die Skulpturen aus Bronze gießen. Sein Werk „Anything to Say?“ wurde den drei Enthüllern gewidmet, welche den Mut hatten, der globalen Überwachung und den kriegstreiberischen Lügen den Mittelfinger zu zeigen.

Davide Dormino – Anything to say.jpg. Berlin, Alexanderplatz im Mai 2015 – (CC BY-SA 4.0).

Whistleblower-Skulpturen von Sarah Wagenknecht enthüllt

Die Whistleblower-Skulpturen wurden am gestrigen Mittwoch von der Partei Die Linke enthüllt, mit dabei war unter anderem Sarah Wagenknecht. Auch der Vater von Julian Assange, John Shipton, ist extra nach Berlin gereist, um die Skulpturen des italienischen Künstlers zu besichtigen. Auch der UN-Sonderberichtserstatter über Folter, Nils Melzer, war bei der Schaustellung dabei.

Zustand von Assange befindet sich in einer Abwärtsspirale

„Ich habe vor etwa sechs Monaten Herrn Assange besucht. Seit dem hat sich sein Gesundheitszustand offensichtlich dramatisch verschlechtert […]“ – Nils Melzer UN-Sonderberichtserstatter über Folter

Der UN-Sonderberichtserstatter machte auf der Veranstaltung erneut auf den offensichtlich dramatischen Gesundheitszustand aufmerksam. Melzer fügte noch hinzu, dass sich Julian Assange in einer Abwärtsspirale befinde, die typisch für Folteropfer sei. Die Folter könnte psychische oder gar physische Konsequenzen für Julian Assange haben, die zu einem Nervenzusammenbruch führen kann.

UN-Sonderberichtserstatter spricht im Fall Assange von Folter

„Was wir gefunden haben ist effektiv eine Person, die alle Symptome zeigt eines Folteropfers – wir sprechen hier von psychologischer Folter. Wenn man an ein Land ausgeliefert wird, wo einem ein Schauprozess droht und dann nachher lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe, das kann Angstzustände auslösen, die fundamental sind und die auch anerkannt sind als äquivalent mit Folter.“ – So Melzer im Juli 2019

Der UN-Sonderberichtserstatter habe in den 20 Jahren seiner Arbeit mit Opfern aus dem Krieg, Gewalt und der politischen Verfolgung, noch nie erlebt, dass sich demokratische Staaten für einen derartigen Zweck gruppieren. Großbritannien und der USA ginge es darum, eine Person absichtlich so lange und ohne Rücksicht auf die Menschenwürde und des Rechtsstaats zu verteufeln, zu isolieren und zu missbrauchen. Melzer fordert die sofortige Freilassung von Assange.

Schweden hat Vorwürfe gegen Julian Assange eingestellt

„Die Beweise sind nicht glaubwürdig genug, um die Grundlage für eine Anklage zu bilden“ – sagte Eva-Marie Persson Vize-Direktorin der Staatsanwaltschaft in Schweden.

Assange befindet sich immer noch in einem britischen Gefängnis und wartet auf eine Anhörung der Vereinigten Staaten zur Auslieferung. Er wirft Fragen auf, ob das Ende der Untersuchung in Schweden, den Weg für die Fortsetzung des Prozesses beschleunigt. Auf die Frage Wie kann denn noch eine Auslieferung an die USA gestoppt werden?“, antwortete Nils Melzer, dass wenn die rechtsstaatlichen Institutionen, die sich mit diesem Fall befassen, gültiges Recht beachten, dann könne eine Auslieferung von Assange gar nicht möglich sein.

Die Bundesregierung schweigt zum Thema Assange. Auch Außenminister Heiko Maas, der sich sonst weltweit für die Menschenrechte einsetzt, schweigt seit jeher. Es bleibt abzuwarten was mit Julian Assange passiert. Möglicherweise erhängt er sich am Ende genauso wie Jeffrey Epstein. In Anbetracht seiner Aussichten wäre dies nicht unwahrscheinlich.

Tarnkappe.info

Beitragsbild von Davide Dormino, thx!

Autor bei Tarnkappe

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