Studie sieht Zusammenhang zwischen Gaming und Arbeitslosigkeit

Article by · 2. April 2017 ·

In einem Fachartikel gehen vier US-Wirtschaftswissenschaftler der Frage nach, ob ein korrelativer Zusammenhang besteht zwischen den beiden Merkmalen Gaming und Arbeitslosigkeit bei US-Männern im Alter zwischen 21 und 30 Jahren, die über keinen akademischen Abschluss verfügen, im Zeitraum von 2000 bis 2015. Wobei eine hohe positive Korrelation bedeutet, dass tendenziell ein überdurchschnittlich hoher Wert von einem Merkmal mit einem überdurchschnittlichen hohen Wert des anderen Merkmals einhergeht. Die Forscher sehen zwischen den hier untersuchten Merkmalen jedoch eine mögliche Verbindung, wie der Economist berichtet.

Die Ökonomen kamen in ihrer Studie zu einigen überzeugenden Ergebnisse. So stellten sie fest, dass sich einerseits die Video-Gaming-Branche bis zum Jahr 2016 mit einen Umsatz von rund 100 Milliarden Dollar zu einer der weltweit größten Unterhaltungsbranchen entwickelte und andererseits wurden die Arbeitsmarktoptionen für junge Menschen schlechter. Im Zeitraum von 2000 bis 2015 sank die Beschäftigungsrate für Männer in dieser Altersgruppe ohne Hochschulausbildung um zehn Prozentpunkte von 82% auf 72%. Folglich sind auch die geleisteten Arbeitsstunden im Vergleich mit älteren Männern oder Frauen stärker zurückgegangen.

Die Forscher führen weiter aus, dass für solche Männer häufig gilt, dass sie oftmals noch in den Häusern ihrer Eltern wohnen würden, auch wäre die Neigung zu heiraten niedriger. Es wird jede Arbeitsstunde, die wegfällt, ersetzt durch ca. eine Stunde Freizeitaktivitäten. Videospielen nimmt in dieser Gruppe 75 Prozent dieser Zeit ein. Die Wissenschaftler ergänzten dazu, dass die Videospiele zwischen 2000 und 2015 realistischer, weit mehr grafisch und narrativ komplex, sozialer und günstiger gegenüber anderen Luxusartikeln geworden seien. Folglich wäre auch denkbar, dass die Befriedigung, die solche Spiele bieten, einige Nutzer davon abgehalten haben, ihre Karriere mit höherer Intensität zu verfolgen, als sie es vielleicht ohne Spiele getan hätten.

Fazit:

Für eine Bestätigung dieser These wären allerdings zahlreiche weitere Studien notwendig, geben die Forscher bekannt. Ihre bisherige Arbeit erlaubt keine Aussagen über die Richtung der Kausalität. Es könnte auch einfach nur so sein, dass arbeitslose junge Männer mehr spielen. Die Wissenschaftler enthalten sich hier einer moralischen Wertung, denn sie sind der Meinung, dass es die Wirtschaft offenbar nicht schafft, junge Leute für gute Jobs vorzubereiten. Selbst wenn die Spiele diese jungen Menschen oftmals vom Arbeiten abhalten, wäre das nicht per se schlecht. In einer Zukunft, in der die Roboter die meiste Arbeit machen, könnte das für einige durchaus ein Ersatz für ihren Job werden, argumentieren sie.

Bildquelle: Tomasz_Mikolajczyk, thx! (CC0 Public Domain)

Mehr zu diesem Thema:

Flattr this!

2 Comments

  • comment-avatar

    MissB

    So, so, Wissenschaftler (!) schreiben einen Fachartikel (!) über ihre Studien (!).

    Für mich klingt das eher wie substanzloses, triviales Geschreibsel ohne jeglichen Erkenntnisgewinn.

    Selbstverständlich besteht eine Korrelation zwischen zwei zeitintensiven Tätigkeiten, weil der Tag halt nur 24 Stunden hat.
    Tut man das Eine weniger, kann man das Andere länger machen.

    Selbst falls diese „Wissenschaftler“ in folgenden Studien irgendwie einen kausalen Zusammenhang konstruieren würden, sollte man nicht vergessen:

    Hätte der Gamer-Arbeitslose wieder einen Job, wäre nun dafür vermutlich ein anderer arbeitslos.
    Vielleicht jemand, der gerne angelt.
    Weil dieser Angler-Arbeitslose dann länger angeln würde, könnte man ja dann eine neue Studie machen.
    Über den Zusammenhang zwischen Angeln und Arbeitslosigkeit.

  • comment-avatar

    Sir

    Einfach nur lächerliche Studie!

    Es gibt nicht für jeden einen Arbeitsplatz. Daher beschäftigen sich die Menschen ohne Job halt mit anderen Dingen im Leben – junge Leute vielleicht überwiegend mit Computerspiele.

    Die arbeitslosen Jungs wohnen bei den Eltern weil sie kein Geld für eine eigene Wohnung haben. Eine Freundin haben sie auch nicht, da nicht auf eigenen Füßen stehend …. die Chancen für Frauen werden geringer.

    Die Wissenschaft? Die verblödete Wissenschaft meint also, die Arbeitslosigkeit würde verschwinden, wenn man die Menschen auf einen Job vorbereitet – Gott gib den Leuten Hirn oder Ehrlichkeit. Sind die Jungs nur arbeitslos weil diese Spiele spielen? Was denn nun?

    Also nochmal: Es gibt nicht für jeden (jungen) Menschen einen Arbeitsplatz. Jungs spielt ruhig weiter ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

    Immer diese verblödeten unsachlichen Studien!
    .


Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: