Spanien: Behörden greifen auf Standortdaten aller Handy-Nutzer zu

Am Montag gab man in Spanien grünes Licht für eine bisher weltweit einzigartige Aktion. Im Rahmen eines Projekts der Statistikbehörde Instituto Nacional de Estadístic (INE) will man Daten über die Alltagsmobilität der spanischen Bevölkerung gewinnen. Umgesetzt wird das Vorhaben, indem INE an insgesamt acht Tagen Zugriff auf die Standortdaten von Millionen Mobiltelefonen zu unterschiedlichen Uhrzeiten erhält. Zudem soll die Datenerhebung in die Volkszählung im Jahr 2021 einfließen.


Spaniens Tracking-Ziel: Einsparung von 100 Millionen Euro

Das nationale, spanische Institut für Statistik (INE) will für eine Studie feststellen, wo sich, unter Aufteilung in insgesamt 3.200 Sektoren mit je ca. 5.000 Handynutzern, die Einwohner aufhalten. Geplant ist, die einzelnen Fortbewegungen anhand von Handydaten zu eruieren. Mit an Bord sind die drei größten nationalen Telefonanbieter, Movistar, Orange und Vodafone, die insgesamt 78,7 Prozent des spanischen Mobilfunkmarkts abdecken.

Für die Bereitstellung der Kundendaten stehen diesen ca. 500.000 Euro zur freien Verwendung zur Verfügung. Insgesamt sind für die Datenerfassung verschiedene Termine angesetzt. Beginnend am heutigen Montag dieser Woche, sind vier weitere Tage im November eingeplant sowie der Weihnachtstag. Zudem hat man zwei Tage im Juli und August angesetzt. Als Ziel gibt man an, mit den durch das Tracking erlangten Mobilitäts-Daten der spanischen Bevölkerung, könne man bei den Behörden bis zu 100 Millionen Euro einsparen.

Datenschutzorganisationen äußern Bedenken

Zwar gibt die Statistikbehörde an, das Tracking wäre absolut sicher, weil die erhobenen Daten anonymisiert werden. „INE wird zu keinem Zeitpunkt über individuelle Informationen irgendeiner Art verfügen“, versichert die Behörde. Zudem könnten die Handynutzer die Datenverfolgung deaktivieren. Dennoch stößt das gigantische Projekt auf die Kritik von Datenschützern. Zahlreiche spanische Medien gaben der Bevölkerung Tipps, wie das Tracken ihrer Mobiltelefone vermieden werden könne.

Tarnkappe.info

Bildquelle: StockSnap, thx! (Pixabay Lizenz)

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