Sonic Mania Plus: Käufer wegen Kopierschutz im Nachteil

Die Entfernung des Kopierschutzes von SEGAs “Sonic Mania Plus” sorgte bei Reddit für ein krasses Posting von Voksi. Der bulgarische Cracker greift SEGA bzw. den Anti-Tamper Hersteller Denuvo frontal an. Ihm fiel auf, dass die Implementierung sehr fehlerhaft vorgenommen wurde. In der Folge müssen die legalen Käufer mit merklichen Geschwindigkeitseinbußen und diversen Fehlern rechnen.

Wie wir bereits Anfang Juli berichteten, gelang es dem bulgarischen Cracker Voksi Anfang Juli Denuvo 4.9++ mit dem Release „Puyo Puyo Tetris“ zu überwinden. Gegenüber dem P2P-Blog TorrentFreak bezeichnete Voksi die Vorgehensweise des Herstellers als regelrecht kontra gegenüber den Konsumenten. Beim Einbau des Kopierschutzes wurde laut Voksi regelrecht geschlampt. Außerdem sei der Quellcode überhäuft mit den Kopierschutzmaßnahmen des österreichischen Herstellers. Wer damit nicht ordentlich umgehe, verursache für die zahlende Kundschaft enorme Probleme beim Gameplay, so der Programmierer. Unklar ist bislang, ob der Verursacher der Publisher des Spieles oder der Hersteller des Kopierschutzes war.

Sonic Mania Plus: Käufer haben das Nachsehen

Bei der Spieleplattform Steam wurden bereits einige negative Rezensionen der Käufer hinterlassen. Wenn man den guten Ruf dieses Spieles erhalten wolle, müsse man die Probleme bald beheben, schreibt einer der Betroffenen. Andere Kunden berichten von zeitlichen Verzögerungen, die immer wieder auftreten und gegen die sie nichts unternehmen können. Bei anderen legalen Besitzern des Spieles startet dieses erst gar nicht, sondern bleibt beim Ladevorgang hängen. Für den Publisher und Denuvo ist die Situation gleichermaßen ungünstig. SEGA hat nichts von einem hochpreisigen Kopierschutz, der nichts gegen Schwarzkopierer ausrichtet. Und Denuvo hat nichts davon, wenn ihre Software bei “Sonic Mania Plus” für Probleme sorgt und so den eigenen Ruf schädigt.

Voksi gibt zu bedenken, dass der Anteil des Schutz-Codes immer größer und der der Spiele immer kleiner wird. Ihm kam es so vor, als wenn Denuvo seit seinen letzten Cracks wirklich alles an Schutz-Software eingebunden hat, was irgendwie greifbar war. Das hat die Situation aber für die legalen Gamer leider nicht verbessern können, ganz im Gegenteil. Die Nutzer der Schwarzkopie sind wieder einmal im Vorteil. Man wird sehen, wie lange das anhalten wird. Das Statement des Coders samt einigen weiteren Links zum Forum von Steam ist hier bei Reddit verfügbar.

 

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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7 Kommentare

  1. ugurano1989 sagt:

    mich wundert das irgent wie nicht, ich mein die leute die Laden haben eine version ohne fehler und die Leute die blechen. haben das nachteil

  2. Deafmobil sagt:

    Ich kaufe nicht oft ein Spiel für 50 bis 60 Euro. Zu teuer. Da warte ich lieber 1,5 Jahre länger dann kostet er die Hälfte und weitere 2 Jahre gibt dann Pyramide für 10-20€.
    Nur ganz selten würde ich für 60€ ein Spiel opfern. Zb Tomb Raider und Resident Evil. Allerdings spiele ich nur auf PS4.
    PC kostet zuhauf Geld. Neue Spiele immer höhere empfohlene Systemanforderungen. Ich habe kein Lust dem PC alle 2 Jahre nachrüsten. Kostet Geld. PS4 kauft man nur einmal und man kann 6-10 Jahre benutzen bis irgendwann neue PS5 kommt.

    • Iamfunatparties sagt:

      Den höheren Anschaffungskosten des PCs stehen allerdings auch ein gewaltiges Plus an Funktionalität in jeder Hinsicht gegenüber. Der Punkt mit den höheren Anforderungen mag stimmen, ist aber bei Spielen für die PS nicht anders, nur dass da durch die nicht-variable Hardwarekonfiguration feste Grenzen für die Entwickler bestehen, die diese dann eben einhalten. Dieses Begrenzen lässt sich auf dem PC problemlos auch machen, man dreht die Einstellungen dann eben einfach von “Ultra” auf “Gut” und hat Ressourcentechnisch den selben Effekt. Nur, dass man da die Wahl hat. Das Argument “upgraden alle 2 Jahre” ist entweder aus Storytellinggründen stark übertrieben um den entsprechenden dramatischen Effekt zu erzielen oder du bist fehlinformiert. Die technische Entwicklung der Hardware läuft für Konsolen wie für PCs gleich schnell, der Unterschied ist, dass man den PC, wenn man denn will, auf halber Strecke schon upgraden kann und nicht bis zum Marktstrategisch günstig gelegten Release der neuen PS warten muss. Man muss das allerdings nicht tun, Spiele laufen problemlos den entsprechenden Zeitraum auch auf alternder Hardware, und falls es auf Ultra tatsächlich mal ruckelt dreht man die Grafik eben ein kleines bisschen runter. Sieht dann immernoch mindestens genauso gut aus wie auf der PS.
      Der große Vorteil von Konsolen wie der PS liegt in meinen Augen darin, dass die verbaute Hardware allein durch die Masse etwas günstiger ist als wenn man vergleichbares einzeln für den PC kaufen würde und dass die PS, und man verstehe das bitte nicht als Beleidigung, denn so ist es nicht gemeint, idiotensicher ist. CD einlegen oder button im store drücken, laden lassen, spielen. Kein Gefummel mit Einstellungen oder dergleichen. So simpel gehalten wie möglich. Doch während das für einige erstrebenswert sein mag, möchten andere lieber die Option zum Modden haben, möchten wenn die Festplatte voll ist nachrüsten können statt löschen zu müssen, und erfreuen sich lieber an einer gigantischen Menge an Spielen aus den letzten 20+ Jahren, die man auf dem PC alle zum laufen bringen kann, während es jedes mal ein reines Glücksspiel ist, ob PS-Spiele auch auf einer anderen Generation laufen als auf der, für die sie rauskamen.
      Der ewige Kampf zwischen Konsoleros und PClern lässt sich vermutlich nie abschliessend entscheiden, aber mit sehr fadenscheinigen Argumenten wie “einen PC muss man alle 2 Jahre für viel Geld upgraden” verärgert man mehr als dass man eine Diskussionsgrundlage schafft. Das Körnchen Wahrheit ist natürlich auch da zu finden, aber auch die Gegenseite hat gute Argumente, und spätestens wenn man die Anzahl der verfügbaren Spiele gegen den Anschaffungspreis aufrechnet ist der Preis ein wackliges Argument.
      Deine Meinung sei dir ebenso gegönnt wie dein Spielspaß mit der PS4, aber bitte sei dir bewusst, dass es sich dabei um deine Meinung handelt, nicht um eine absolute Wahrheit, und dass du Fehlinformationen aufgesessen bist, wenn du tatsächlich glaubst, ein PC müsse zwingend alle 2 Jahre aufgerüstet werden um mit neuen Spielen klarzukommen.
      Zum Abschluss noch eine (gute? Oder eher schlechte?) Nachricht für dich: Die PS5 wird wohl, wenn man John Koderas Worten Glauben schenken darf, 2021 seinen Martkstart haben. Damit lägen 8 Jahre zwischen ihr und der PS4. Das ist übrigens auch der Zeitraum, den mein letzter PC ohne ein Upgrade überstanden hat, und auch wenn ich mich gegen Ende nicht mehr mit “Ultra”-Grafik verwöhnen konnte, hatte ich nie das Gefühl was zu verpassen. Nur bei einem einzigen Konsolenexklusiven Spiel kam dieses Gefühl mal auf, und ja, das nicht spielen zu können tat echt weh. Aber einmal Ärgern in 8 Jahren ist eine Quote, mit der ich leben kann ;)

      MfG

  3. Ichbins sagt:

    Schon traurig oder vielmehr PEINLICH, dass der “Raubkopierer” keine Probleme hat, der “dumme” ehrliche Käufer hingegen Probleme ohne Ende. Und sei es nur bei DVDs/BDs der Teil, der nicht überspringbar ist.

  4. FrüherWarAlles2D sagt:

    Schon vor Jahren habe ich mich bei meiner DVD-Sammlung regelmäßig schwarz geärgert, wenn ich vor dem Filmgenuss erst noch 2 unskipbare Anti-Piraterie-Spots und 4 Werbe-Clips über mich ergehen lassen musste. Ebenso wie diese nervigen Ladezeiten. Gut, das mag auch an meinem billigen Player gelegen haben, aber der Fakt blieb, dass ich mit meinen geleechten Filmen nie solcherlei Unbill zu ertragen hatte, was mich immer häufiger das Kaufen der DVD überspringen ließ und der Filmgenuss ohne Umwege und Werbetyrannei aus dem Netz zu mir kam.
    Es ist eine grundsätzliches Problem der Unterhaltungsbranche, dass es zunehmend simpler, einfacher und wie auch der Beitrag aufzeigt einfach besser (schneller/stabiler) wird, sich abseits der gewünschten legalen Pfade zu bewegen. Müsste ich mich nicht regelmäßig darüber ärgern, dass ich einem Kopierschutzunternehmen meinen Erstgeborenen opfern muss, nur um das Spiel zu spielen zu dürfen, das ich für bare Münze erworben habe, das dann auch noch nicht funktioniert weil irgendwas buggt oder irgendein Server nicht erreichbar ist, dann würde mein Regal längst wieder an Hüllen überquillen und nicht nur die traurigen Reste der Riege der Spieleschmieden und Publisher beherrbergen, die auf derlei Mist verzichten oder es zumindest nicht wahrnehmbar tun. Denn ich weigere mich standhaft, derlei Machenschaften auch noch mit meiner finanziellen Unterstützung zu belohnen, obgleich ich mir darüber im Klaren bin, dass ich mich damit zu einem Teil des Problems mache.
    Konsequenterweise müsste man wohl ganz auf Unterhaltungsprodukte dieser Art verzichten, doch dafür macht einiges davon (im “piratisierten” Zustand zumindest) einfach zu viel Spaß.

  1. 25. Juli 2018

    […] Grund erkennen, warum die österreichische Tochter der Naspers-Gruppe diesen Kopierschutz weiterhin einsetzen sollte. Bis vor kurzem kam fast täglich ein neues Spiel von Voksi heraus. Bis gestern früh, als […]

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