Social Media Kontakte als Währung

Djurgården-Busse
Im Nordic Light Hotel in Schwedens Hauptstadt kann man bis zu 7 Nächte pro Jahr umsonst übernachten, genügend Kontakte bei Facebook oder Instagram vorausgesetzt. Wer allerdings in Stockholm umsonst ein Zimmer haben will, benötigt dafür 100.000 Kontakte. Darunter gibt es saftige Preisnachlässe.

Wer einen Nachlass von 5 bis 100 Prozent haben will, muss allerdings während seines Aufenthaltes gleich mehrere Postings bei Instagram oder Facebook absetzen. Zunächst muss bei der Reservierung, dann beim Check-In und beim Verlassen des Hotels die Webseite des Anbieters und der korrekte Hashtag (#nordiclighthotel) verwendet werden. Bezahlt wird vorab mit Kreditkarte. Wer das Hotel zu selten oder nicht korrekt erwähnt, dessen Kreditkarte wird später dennoch im vollen Umfang belastet.

Social Media Kontakte als Währung? Auf den ersten Blick mag dies merkwürdig klingen. Doch die Aktion wird sich langfristig für das Management rentieren. Wer schon einmal dort war, der weiß, Stockholm ist eine wunderschöne Stadt. Doch gerade die Hotels im Zentrum sind unglaublich teuer. Bei 500 Facebook-Freunden gibt es schon 5%, bei über 1.000 Freunden oder Fans immerhin einen Nachlass von 10%. Das Management hofft natürlich auf eine preisgünstige Vermarktung des eigenen Gasthauses über soziale Netzwerke. Im Mittelpunkt der Bemühungen werden aber die Medien stehen. Die Akton vom Nordic Light Hotel ist in Europa eine echte Ausnahme. Bislang haben lediglich einige wenige US-Hotels einen Nachlass für intensive Nutzer von Twitter oder Facebook eingeräumt.

Wer sich für das Thema Reputations-Ökonomie interessiert: Der Düsseldorfer Filmemacher Mario Sixtus (Uebermorgen.TV & Elektrischer Reporter) hat schon einige Schritte weiter gedacht – siehe Video unten. Sixtus überspannt den Bogen absichtlich und zeigt, wie derartige Preisnachlässe ausufern können.

Foto: Lars Sobiraj.


Wie würde unsere Welt aussehen, wenn intensive Social Media-Nutzer alles umsonst bekommen?

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

Vielleicht gefällt dir auch

2 Kommentare

  1. russlandbuecher sagt:

    Danke für diesen Bericht – geniale Werbeidee

  2. anon sagt:

    Thanx – schöne Infokleinigkeit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.