Snowden: Bitcoin nicht privat genug und Taproot „keine Lösung“

Edward Snowden wirft Bitcoin vor, zu wenig für den Datenschutz seiner Nutzer zu tun. Daran ändere auch das Taproot-Update nichts.

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Taproot, Snowden
Bildquelle: Random Institute

Edward Snowden behauptet, Bitcoin sei nicht privat genug. Der berühmte Whistleblower erneuerte seine Kritik im Rahmen des Ethereal Summit und beanstandete zudem das geplante Taproot-Upgrade. Das Software-Update könne die Problematik sogar noch verschlimmern, meint der 37-Jährige.

Snowden kein Fan von Taproot

Während des Ethereal Virtual Summit 2021 bemängelt Snowden, dass Bitcoin seinen Nutzern nicht ausreichend Anonymität biete und nimmt die Konkurrenz dabei nicht aus. „Kryptowährungen haben im Hinblick auf Privatsphäre umfassend versagt“, so das harte Urteil des russischen Exilanten. Er sei außerdem davon überzeugt, dass das bevorstehende Update von Taproot die Datenschutzprobleme des führenden Krypto-Assets keineswegs löst. Obwohl das erklärte Ziel des sogenannten Soft Forks ja darin besteht, die Funktionsweise der Bitcoin-Skripte zu ändern, um den Datenschutz, die Skalierbarkeit und die Sicherheit zu verbessern.

Überzeugt ist Snowden davon aber überhaupt nicht – Taproot sei keine adäquate Lösung: Er wiederholt eine von Skeptikern oft formulierte Kritik: So wird es nach Taproot alte und neue Arten von Adressen geben, was es laut den Kritikern einfacher macht, in einer Transaktion das Wechselgeld von der Zahlung zu unterscheiden (mehr Hintergründe zu dem hochkomplexen Update gibt es bei BitcoinBlog). Ferner ändere das Lightning-Netzwerk, das gerne als Verbesserung der Privatsphäre beworben wird, in dieser Hinsicht nichts. Der NSA-Whistleblower schlägt deshalb vor, Bitcoin neu zu denken: „Private by design“ ist sein Vorschlag. Lernen könne man etwas von Privacy-Coins wie beispielsweise Zcash.

Ledger

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Gegenwind von Bitcoin-Befürwortern

Das ist nicht das erste Mal, dass Snowden die Datenschutzpolitik von Bitcoin vehement angreift. Seine Kommentare erregen nun, wie so häufig in der Vergangenheit, die Gemüter. Schließlich ist der US-Amerikaner seit seinen NSA-Leaks 2013 der Whistleblower schlechthin und einer der prominentesten digitalen Datenschutz-Ikonen überhaupt. Das schützt ihn allerdings nicht vor Kritik. Bitcoin Fürsprecher wie etwa Alex Gladstein kritisieren ihn nun für seine jüngsten Aussagen über Bitcoin und das sehnlichst erwartete Update. Der Chief Strategy Officer der Human Rights Foundation sagt, Snowden habe das Upgrade völlig falsch dargestellt und fragt hämisch: „Wann gibt es einen SnowdenCoin?“

Tarnkappe.info

Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.