Signal nun mit weltweiten Kryptozahlungen

Signal
Bildquelle: Mucira

Signals Kryptozahlungsfunktion gibt es seit April 2021 für Nutzer in Großbritannien. Nun wurde die Funktion weltweit freigeschalten.

Der sichere Instant Messenger Signal führte im Frühling 2021 ein Bezahlfeature für seine Beta-User in Großbritannien ein. Dieses basiert auf der Integration einer relativ neuen und auf Privatsphäre fokussierten Kryptowährung namens MobileCoin. Seit Mitte November letzten Jahres nun läuft ein größerer Test der Bezahlfunktion auch weltweit. Signal machte das Feature weltweit ohne Ankündigung verfügbar. Zahlungen über Signal und MobileCoin sollen deutlich privatsphärefreundlicher sein als beispielsweise eine Kreditkartenzahlung oder auch BitCoin.

Nutzung der Zahlungsfunktion von Signal

Nutzer außerhalb sanktionierter Gebiete wie Syrien oder Nordkorea können die neue Zahlungsfunktion von Signal über das Einstellungsmenü erreichen. Die Benutzung ist an sich sehr leicht, das Befüllen des Wallets jedoch könnte etwas schwieriger werden. MobileCoin ist bisher nur bei sehr wenigen Kryptobörsen zum Kauf gelistet, beispielsweise BitFinex und FTX. Dies soll sich jedoch nach dem Willen des MobileCoin-Erfinders Josh Goldbard bald ändern. Bezug nehmend auf den US-Markt sprach er davon, die Kryptozahlungsanbieter Zero Hash und SFOX mit ins Boot zu holen. Der Zeitplan hierfür ist laut seinen Aussagen im ersten Quartal 2022.

Moxie Marlinspikes Vision

2017 wurde MobileCoin ins Leben gerufen mit dem Ziel, ähnlich privatsphärefreundlich wie ZCash oder Monero zu werden. Moxie Marlinspike, der Schöpfer von Signal, half hierbei als bezahlter technischer Berater mit. Damit wäre auch der Zusammenhang von Signal und MobileCoin geklärt. Damals hatte Marlinspike eine Vision – er wollte eine Zahlungsfunktion zu den verschlüsselten Sprach- und Videoanrufen hinzufügen. Sein Vorbild war WhatsApp. Jedoch war der Anspruch einer privatsphärefreundlichen Lösung im Stil von Signal definitiv gegeben.

Ich würde gerne zu einer Welt gelangen, in der man nicht nur ein Gefühl von Privatsphäre im Gespräch mit seinem Psychotherapeuten über Signal hat, sondern auch dann, wenn man ihn für die Sitzung mit Signal bezahlt.

Moxie Marlinspike

Eine blockchainbasierte Lösung im Stil von BitCoin war nicht in seinem Sinn, denn das wäre nicht privat genug. Stattdessen benutzt MobileCoin Techniken, die bereits mit ZCash und Monero eingeführt wurden. Benutzt wird ein Protokoll namens CryptoNote und ein Feature namens Ring Confidential Transactions, welches die Zahlungshöhe verbirgt und – ähnlich einem Kryptomixer – Zahlungen schwerer rückverfolgbar macht. Zusätzlich benutzt MobileCoin eine Art mathematischer Beweisfunktion namens Bulletproofs, welche eine Zahlung bestätigen kann, ohne deren Wert zu offenbaren.

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Kopfzerbrechen über die Zukunft des Messengers

Derweil wird befürchtet, dass durch die Integration von MobileCoin zusätzliche Belastungen auf die Signal-Schöpfer zukommen. Beispielsweise könnten regulatorische Maßnahmen hinzukommen. Die US-Regierung hadert weiterhin mit Kryptowährungen und im Speziellen solche, welche anonyme Zahlungen ermöglichen. Dies könnte sich auch auf den Hauptschwerpunkt von Signal niederschlagen, nämlich als sicherer, anonymer Messenger. Bisher ist natürlich nicht klar, ob all das zutreffen wird, aber man wird es bald herausfinden.

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