#SaveYourInternet: Wurden Aktivismus-Berichte zensiert?

Bei der Protestaktion “Save your Internet” am 26. August wurde gegen geplante Uploadfilter und das Leistungsschutzrecht demonstriert. Nun erheben Aktivisten jedoch Vorwürfe gegen die Social-Media-Plattform Twitter: Sie soll Berichte über “Save your Internet” und Links auf die zugehörige Website gezielt blockiert haben. Auch per E-Mail konnte die Website kaum verbreitet werden.

Digitalcourage prangert an

Rund zwei Wochen nach den Protesten erheben die Aktivisten von DigitalCourage schwere Vorwürfe gegen Twitter. In ihrem Blog schreiben sie, mit Gegenwehr in Form kritischer Blog-Postings und Artikel hätten sie zwar gerechnet. Nicht jedoch damit, gezielt zensiert zu werden. Genau das, so vermuten sie, könnte Twitter jedoch getan haben.

Aktivismus endete im Spam-Filter

Die Aktivisten von DigitalCourage haben die fragliche Website nicht erstellt, sondern wollten sie lediglich verbreiten, da sie mit den politischen Zielen der Betreiber sympathisieren. Das jedoch gestaltete sich schwierig.

So ließ sich ein E-Mail-Newsletter an Nutzer der Provider GMX und Web.de nur mit großer Verzögerung ausliefern. Grund dafür war die Aufnahme der “Save your Internet”-Website in die Spam-Datenbank des namhaften Antispam-Dienstleisters Spamhaus. Über die Hintergründe konnte DigitalCourage bislang nicht viel herausfinden. Sie sehen durch diesen Schritt allerdings “Meinungsäußerung, Demonstrationsfreiheit und Pressefreiheit” gefährdet. Deswegen schrieben sie über diesen Vorfall bereits Ende August einen Blog-Artikel sowie eine Pressemitteilung.

Zensur auch auf Twitter

Auch auf Twitter hatten die Aktivisten mit dem Bewerben von “Save your Internet” kein Glück. Tweets, die auf die fragliche Website verwiesen, wurden von der Social-Media-Plattform kurzerhand blockiert.

Für DigitalCourage selbst allerdings war der Tweet weiterhin sichtbar, so dass ihnen die Zensur erst später auffiel. Digitalcourage berichtet: “Am nächsten Morgen (25. August 2018) bekamen wir auf Twitter Hinweise, dass unser Tweet gelöscht oder nicht verfügbar sei. (Tweet 1, 6:16 Uhr morgens – 25. August 2018 und Tweet 2, 6:17 Uhr morgens – 25 Aug 2018)  Bis zum Nachmittag des 27. August konnte nur der Twitter-User @digitalcourage diesen Tweet weiterhin sehen. Das erinnert an Shadow Banning, mit dem Twitter gegen Trolle und Fake News vorgehen will.”

 

save your internet facebook

Eine Anfrage, wie und warum es zu der Blockierung des Tweets kam, hat Twitter bislang nicht beantwortet. Dafür haben andere Twitter-Nutzer bestätigt, dass es um den 20. August herum unmöglich war, Tweets, die auf “Save your Internet” verwiesen, zu verbreiten. Wann genau die Blockade begann und wann sie aufgehoben wurde, ist allerdings noch unklar.

"#SaveYourInternet: Wurden Aktivismus-Berichte zensiert?", 5 out of 5 based on 1 ratings.

Vielleicht gefällt dir auch

7 Kommentare

  1. test sagt:

    test

  2. Burn1 sagt:

    “Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hier keine Werbe-Verweigerer mehr tolerieren, danke!”

    Sehr schade, war eigentlich gerne hier unterwegs


    • Unser RSS-Feed wird weiterhin ungekürzt ausgeliefert, da kriegt man auch alles Neue zum Null-Tarif. Oder uns kurz auf die White-List setzen, das kostet die Anwender 30 Sekunden Aufwand. So viel Werbung ist hier nicht vorhanden. Schade finde ich es auch, dass solche Maßnahmen überhaupt nötig sind. Sehr sogar, ganz ehrlich.

      • Anonymous sagt:

        Lass dir nix einreden, Lars… User mit Werbeblocker sind wertlos und sie selbst begreifen es nicht, glauben vielmehr sogar ihr Wegbleiben wäre ein Verlust, lol!

        • Pudelmütze sagt:

          Wer hat dir denn in den Hohlraum, wo bei anderen das Hirn sitzt, geschissen?

  1. 12. September 2018

    […] Kritiker in dieser Maßnahme eine neue Form der Online-Zensur sehen, wie starke Einschränkung der Meinungsfreiheit sowie eine Bedrohung für das freie Internet, wollen die Befürworter der Reform dadurch einen […]

  2. 29. September 2018

    […] Ganz oben auf der Liste: Zensur. Blöd nur, dass darüber manche Aktivisten gar nicht erfreut sind. Zum Glück gibt es dagegen ja ein probates Mittel: Zensur. Wird sich zu laut über eine neue Zensur-Infrastruktur beschwert, blockiert man einfach die […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.