RaptureReloaded: Anklage wegen Narkosemittel-Vertrieb auf Wall Street Market

Eine US-amerikanische Staatsbürgerin wurde beschuldigt, Heroin und Methamphetamin unter dem Nickname RaptureReloaded im Darknet zu verkaufen.

Eine Pressemitteilung von der US-Staatsanwaltschaft für den östlichen Bezirk von New York vom 3. Januar, informiert darüber, dass die 39-jährige Joanna De Alba, eine US-amerikanische Staatsbürgerin, vor einem Bundesgericht in Brooklyn angeklagt wurde. Vorgeworfen wird ihr zwischen Juni 2018 und Mai 2019 Heroin und Methamphetamin im Darknet verbreitet zu haben. De Alba wurde am 24. Oktober 2019 an der Grenze zwischen den USA und Mexiko festgenommen, als sie versuchte, in die USA einzureisen.

RaptureReloaded nutzte vermeintlich Anonymität des Darknets für Drogengeschäfte

Anonymität hat sich De Alba unter dem Nicknamen „RaptureReloaded“ im Darknet, auf dem Wall Street Market, für sich selbst und ihre Kunden, erhofft. Als Verkäuferin von illegalen Drogen, hat sie ihre Abnehmer dazu veranlasst, sich über verschlüsselte E-Mail-Dienste und Messenger mit ihr in Verbindung zu setzen. Als Bezahlung akzeptierte sie Bitcoin. Sie bot ihren Kunden kostenlosen Warenversand an Adressen in den USA sowie Zustelloptionen für „Stealth“ an, von „Basic Stealth“ und „Better Stealth“ bis hin zu „Super Stealth 360“, um der Entdeckung durch die Strafverfolgungsbehörden zu entgehen und Käufer zu informieren, wenn die Strafverfolgung die Sendung abgefangen, manipuliert oder überwacht haben könnten.


DEA-Ermittler nahm Fährte auf

Die Geschäfte liefen gut, bis ein verdeckter DEA-Ermittler am 3. Januar 2019 auf RaptureReloadeds Account bei Wall Street Market aufmerksam wurde. Er kaufte über De Alba 30 Gramm Heroin für 1.810 US-Dollar, später noch 10 Gramm Methamphetamin für 160 US-Dollar aus deren Angebot. Am 14. Januar 2019 kam die bestellte Ware beim US-Postdienst, einem Briefkasten in Queens, New York, an. Die Sendung beinhaltete zwei kleinen Plastikbehälter, die laut einer speziellen Analyse das zuvor georderte Heroin und Methamphetamin enthielt.

Zwischen August 2018 und Januar 2019 gelang es Strafverfolgungsbeamten, fünf Pakete mit Methamphetaminpillen und Fentanyl abzufangen. Diese verschiffte man aus den Niederlanden und Kanada und richtete sie an den verstorbenen Ehemann von De Alba in einer Wohnung in Südkalifornien. De Alba verwendete seit dem Tod ihres Mannes im März 2018 seine Identität sowie seine Kreditkarten. Beides nutzte sie zum Betreiben ihrer Betäubungsmittelgeschäfte auf dem Wall Street Market.

Ray Donovan, Special Agent-in-Charge, Drug Enforcement Administration, New York Division (DEA), klärt auf: “Anonymität ist das, worauf sich Drogendealer im Darknet verlassen, allerdings beweist dieser Fall, dass es nur eine vermeintliche Sicherheit ist. Die Strafverfolgung ist bestrebt, die Vertriebsnetze von Drogenhändlern überall aufzuspüren“. Wenn De Alba für schuldig befunden wird, droht ihr eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren.

Tarnkappe.info

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Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.