Radio hören ist zunehmend out

Laut einer aktuellen Studie von Strategy Analytics hat die Nutzung des Mediums Radio in den USA, Europa und China innerhalb der letzten Jahre schnell abgenommen. Wenn es so weiter geht, rutscht das Radio langfristig in die Bedeutungslosigkeit ab.

Radio demnächst bedeutungslos

Laut der Studie von Strategy Analytics hat in letzter Zeit sogar das Interesse abgenommen, Radio im Auto zu hören. Dieser Bereich galt bisher als Fels in der Brandung. Immer mehr Nutzer nehmen in ihrem PKW lieber mit ihrem tragbaren Gerät Streaming-Dienste in Anspruch, womit sie die abzuspielenden Musiktitel direkt steuern können.


Diese aktuelle Erhebung deckt sich mit einer Studie der New York University, die dem Radio in den nächsten zehn Jahren eine düstere Perspektive prophezeit. Der Bericht stellt fest, dass das traditionelle Radio nicht die Generation Z (Menschen, die nach 1995 geboren wurden) erreicht. Die Forscher halten fest, damit der Einfluss und die Relevanz nicht weiter abnimmt, müsste sich das Radio quasi neu erfinden.

Nächstes Jahr haben die Mitglieder der Generation Z voraussichtlich einen Marktanteil von 40 Prozent. Sie haben grundsätzlich wenig Interesse an traditionellen Medien. Bei den jüngsten Zuhörern dominieren die Video-Portale bzw. Streaming-Dienste wie YouTube, Spotify und Pandora. Die Entwicklung wird mit jedem Jahr drastischer.

Keine Chance gegen Music on demand

radioAls Gründe vermuten die Forscher die mangelnde Kontrolle über die Musiktitel beim Radio. Dort müssen die Konsumenten auch teils extrem lange Werbeunterbrechungen in Kauf nehmen. Dies lehnen vor allem die jüngeren Nutzer im Alter von 12 bis 24 Jahren ab. Sie haben sich an die volle Kontrolle über ihre Musikstücke und an eine weit weniger aufdringliche Werbung gewöhnt.

Es es spannend zu sehen, wie das traditionelle Radio gegen diesen Abwärtstrend ankämpfen wird. Wenn nicht, dürft es in wenigen Jahren mit Ausnahme der betagten Zuhörer irrelevant sein. Wenn die Generation gestorben ist, die mit dem Radio groß wurde, gibt es bezogen auf die Entwicklung keinen Weg zurück mehr.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild Ryan Stefan, thx! (unsplash licence)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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