#panamapapers – mehr als 300 Journalisten werteten 11,5 Millionen Dokumente aus

Korruption #panamapapers
Jemand übermittelte den Journalisten 2,6 TB Daten. Ein Jahr Recherche später, sind die #panamapapers endlich öffentlich gemacht worden. Sie bringen ans Tageslicht, mit welchen Mitteln die kriminelle „Elite“ der Welt ihr Geld vor dem Fiskus in unzähligen Briefkastenfirmen versteckt. Überraschend: Diese Form der Korruption steht ebenfalls im direkten Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien.

Offenbar ist dem ICIJ (The International Consortium of Investigative Journalists) in Kooperation mit dem Pulitzer Center, der SZ und vielen anderen Medien, der größte Schlag ihrer Geschichte gelungen. Die Panama Papers zeigen im Detail auf, welche Folgen das verborgene Geld in Übersee für die Verlierer (das einfache Volk) des syrischen Krieges hat.


Ohne die aktive Unterstützung von Unternehmen wie Mossack Fonseca (Kanzlei) wäre der syrische Krieg in seiner jetzigen Form laut dem ICIJ nicht möglich. Unter den am häufigsten genutzten Staaten befinden sich zahlreiche Nationen, die auch den Schwarzkopierern bestens bekannt sind: Belize, Hong Kong, British Virgin Islands, Bahamas, Seychellen u.v.m.

Kommentar von Lars Sobiraj: Ich empfehle in diesem Zusammenhang das Video The Panama Papers: Victims of Offshore der Originalquelle, welches am Ende dieses Beitrags eingebunden wurde.

schmutziges geldIm deutschsprachigen Raum dürfte es für die Süddeutsche Zeitung, die an der Auswertung von 2,6 TB an E-Mails, Fotos, PDF-Dokumenten, Datenbanken etc. mitgearbeitet hat, die fetteste Story vieler, wenn nicht aller Jahre sein. Dafür hat dieser und viele andere Verlage die Überprüfung der Daten in Vorkasse finanziert. Auch wenn es im Portal der Süddeutschen Zeitung für mich so leider nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, waren an diesem Leak unzählige Organisationen und deren Mitarbeiter beteiligt, ohne die es keine #panamapapers gegeben hätte.

Nicht zu vergessen die Frau(en) oder Männ(er), die unter Einsatz ihres Lebens 11,5 Millionen Dokumente weitergegeben haben, um diese Schlagzeile zu ermöglichen. Hoffen wir, dass der Whistleblower für seinen Mut nicht eines schönen Tages mit seinem Leben bezahlen wird. Der „Unfall“ wird wohl erst dann passieren, wenn die Zeitungsverlage ihre Taschen gefüllt, und die Story längst wieder in Vergessenheit geraten ist. Ich frage mich ernsthaft, wie hoch der Anteil der Leser sein wird, die das dann noch erfahren wollen. In wenigen Tagen ist der Keks für die Leser gegessen. Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern, wie schon ein altes Sprichwort besagt.

Alle weiteren Details zum Thema #panamapapers sind hier verfügbar.

 


Video vom ICIJ: „The Panama Papers: Victims of Offshore“

 

Bildquelle Control Arms, thx! (CC BY 2.0) und Steve Johnson (CC BY 2.0).

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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13 Kommentare

  1. Anonym_2016 sagt:

    Seit 2013 öffentlich zugängliche Firmendatenbank:

    „New data on May 9!

    On May 9 at 2 p.m. EDT the International Consortium of Investigative Journalists will be adding to this database information on more than 200,000 offshore entities that are part of the Panama Papers investigation.“
    Quelle:
    https://offshoreleaks.icij.org/

  2. Lanzi sagt:

    Nur dumm – ausgerechnet Soros hat die Arbeit finanziert! Man macht also den Bock zum Gärtner, da fragt sich doch einfach „wem nutzt es?“ und schon weiß man, was wirklich davon zu halten ist.

    Übrigens Briefkastenfirmen sind absolut legal und eine englische Ltd. kann man sich für 300 Euro direkt online bestellen und zwar ausnahmslos jeder. Wer wirklich hinterzieht ist ja nicht so blöde und nimmt dafür keinen Tarnmann oder oder Tarnfrau, sondern schreibt sich selber gleich als Inhaber hinein. Interessant sind also weniger die Klarnamen die jeder kennt.

    Das ganze ist eine geschickte Ablenkung, fragt sich nur von was.

  3. Anonym_2016 sagt:

    „In den „PanamaPapers“ finden sich viele deutsche Namen

    Oder ein Informatiker und ein Anwalt, die 2015 von einem Gericht in Mannheim zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden: Sie hatten vornehmlich Rentner am Telefon terrorisiert und ihnen Mitgliedschaften für erfundene Lotto-Tippgemeinschaften aufgedrängt und dann mit Drohanrufen zur Zahlung monatlicher Beiträge gezwungen. Das so erbeutete Geld landete am Ende bei einer Briefkastenfirma, verwaltet von „Mossack Fonseca“.“
    Quelle:
    https://www.tagesschau.de/ausland/panamapapers-161.html

    via:
    https://www.abzocknews.de/2016/04/08/mehr-als-1000-deutsche-nutzen-offshore-dienste/

    siehe auch:
    https://www.bundesanzeiger.de
    dort Suche nach:
    25 KLs 601 Js 31893/11 – AK 4/14
    s. dann Veröffentlichung vom 16.12.2015.

  4. michel sagt:

    und wieder so ne geile soziokommu ablenkungsente fürs dumme volk.
    schnabt den dieb, rufen die verantwortlichen faschisten in berlin und brüssel.
    mal abgesehen davon, dass es bei uns KEINE objektive wahrheitsgetreue berichterstattung geben kann, wird am ende wieder nur reine propaganda rauskommen.
    icji – hahahahahahaha
    ich hoffe es glaubt niemand, dass diese vorgehensweise überall auf der welt so abläuft.
    vielleicht auch mal econimc hitman schauen, gibs auf yt

  5. The_Great_Destroyer sagt:

    Panama Papers – nicht Jahrhundertscoop, sondern Jahrhundertflop

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=32753

  6. Anonym_2016 sagt:

    „Die Steueroase „Delaware“ in den USA – 27.05.2015 Plusminus – Bananenrepublik“
    Quelle:
    https://www.youtube.com/watch?v=egWa88zM_6s

    Audiospur: „Allein in diesem Flachbau 1209 N Orange, Wilmington, haben sage und schreibe 200.000 Firmen ihren Sitz.““
    Quelle (Zeitpunkt 03:30):
    https://www.youtube.com/watch?v=egWa88zM_6s#t=3m29s

  7. EiTeeXperte sagt:

    Im Moment scheint bei der Aufarbeitung der Daten eine etwas eigenartige Wichtung vorgenommen worden zu sein.
    Mich interessiert eigentlich nicht besonders stark ob Putins Freunde da involviert sind. Das die russische Oberschicht korrupt ist kann man als gesichert annehmen. Für uns Europäer sind unsere eigenen Politiker und Wirtschaftsführer erheblich wichtiger. Eventuell wären Länder wie Griechenland und Spanien nicht mehr klamm sollte die Veröffentlichung Konsequenzen haben.
    Es wurde leider schon verkündet das wohl eine ganze Menge Daten zurückgehalten werden.

    Beachten sollte man aber auch das nicht jede Briefkastenfirma illegal sein muss.
    Es ist allerdings zu vermuten das die Meisten der Steuervermeidung dienen.
    Jetzt hat es eine Kanzlei erwischt. Es gibt noch eine ganze Reihe von Anbietern und die Möglichkeit so ein Konstrukt ohne die Hilfe Dritter einzurichten. So teuer ist das Ganze nicht. Je nach Volumen, Ausrichtung der Gesellschaft und Komplexität ist man ab ca 300 Euro dabei.
    Mal schauen wie die Sache ausgeht.
    Auf jeden Fall ein ganz anders Kaliber als kleine Ebookpiraten und Co.

    • EiTeeXperte sagt:

      Alles richtig, beachten sollte man das ausgerechnet die USA nie ein Abkommen unterschrieben hat welches sie verpflichten würde, Daten zu US-Briefkästen an andere Staaten rauszugeben.
      Ich bin mir aber sicher, das Anfragen eigener Behörden prompt und schnell abgearbeitet werden.
      Ich finde generell, das die Leute erstaunlich viel Vertrauen in irgendwelche Treuhänder entwickeln.
      Es dürfte im Fall des Falls recht schwierig sein zu beweisen das man der Eigentümer ist um an sein Geld ranzukommen sollten die sich quer stellen. Die Schweizer haben da sogar ein eigenes Geschäftsfeld für ihre deutschen Kunden entwickelt um die nochmal so richtig endabzufetten, da dort im Großen und Ganzen mit sowas Schicht im Schacht ist.

      Lars hatte sich das recht schön zurechtgelegt, und vergessen das so ein Konstrukt so man anonym bleiben will immer Steuerhinterziehung ist. Das hat ihm wohl noch irgendjemand erklärt oder er ist selber drauf gekommen. Für eine sinnvolle Verschleierung war es eh zu spät. Das eine Briefkastenfirma ihm die Seite abkauft hätte niemand ernst genommen.

      Was das Datensammeln betrifft, ich bin in der DDR groß geworden und dort hat immer das Telefon geknackt sobald sich jemand in die Leitung gehängt hat.
      Ich bin nach der Wende nicht davon ausgegangen, das die Anderen das anders handhaben.
      Zugegebnermassen ist die Technik inzwischen erheblich besser.
      Es ist nicht verkehrt davon auszugehen, das das was technisch machbar ist auch kommt.
      Über den Nutzen kann man trefflich streiten. Die ganze Sache hat eigentlich nur einen Vorteil, das Geld bleibt im Umlauf.

      PS
      freut mich das Du einen guten Start in den Morgen hattest :-)

    • Impressum. Quelle: https://tarnkappe.info/impressum/

      Auszug:

      „Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 55 Abs. 2 RStV
      Lars Sobiraj
      Lohplatz 14
      51465 Bergisch Gladbach
      Deutschland

      Gewerbe (Betrieb der Webseite Tarnkappe.info)
      Steuernummer 204/5344/3304
      Steuer-IdNr. 51 623 054 987
      Finanzamt Bergisch Gladbach“

      Gerne man man dort anrufen, um sich sich nach der Steuernummer oder dem angemeldeten Gewerbe erkundigen, wenn man möchte. Die Mitarbeiter im Finanzamt sind wirklich sehr zuvorkommend.

      https://www.finanzamt-bergischgladbach.de/mein_fa/ansprechpartner/index.php

      Im Gegensatz zu Düsseldorf sind die zuständigen Mitarbeiter auch zu den Bürozeiten telefonisch erreichbar, das konnte man in der Landeshauptstadt von NRW vergessen.

    • Anonym_2016 sagt:

      „in irgendeinem hochhaus eines kaffs im schoenen bundesstaat delaware“

      Dort gibt es noch eine andere Firma:
      „Verimount Fze LLC is a Delaware Limited-Liability Company (Llc) filed on October 27, 2006. The company’s File Number is listed as 4243446.“
      Quelle:
      https://www.bizapedia.com/de/VERIMOUNT-FZE-LLC.html

      gleicher Firmenname incl. VAE-Rechtform „FZE“ und Delaware-Rechtsform „LLC“:
      „Firmenzentrale:
      VERIMOUNT FZE LLC

      United Arab Emirates

      Inhaltlich Verantwortlicher: Valentin F***

      Zweigstelle European Service:

      1060 Wien“
      Quelle (Webarchiv 2006):
      https://web.archive.org/web/20060209023941/https://firstload.de/impressum.php?

      „Wie kino.to Millionen verdiente

      Allein im ersten Jahr zahlt eine Blue Byte FZE 1,5 Millionen Euro für Firstload-Werbung auf kino.to, über die Verimount FZE LLC gibt es 21.000 Euro für archiv.to.“
      Quelle:
      https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/die-geschichte-von-kino-to-wer-mit-den-raubkopien-verdiente-a-838816.html

    • deucoba sagt:

      Was soll das heißen? Was soll da unkoscher sein? Ich selbst habe selbst ein paar dieser Konstrukte für den persönlichen Bedarf ins Leben gerufen.. Bei bestimmten Geschäftsbeziehungen macht das einfach Sinn – und ich meine hier nicht das Bestechungsgewerbe etc..

      Für einen fixen Finanzbeamten ist es kein Problem sich in derartige Geflechte einzuarbeiten, da liegt das Problem eher darin, daß es davon zu wenige gibt, da man mit Beamtensold die wirklich guten Leute ohnehin nicht locken kann.

      Bestechend ist wieder einmal, wie die Medien sich selbst zelebrieren. Wirklich Interessantes wurde bislang nicht berichtet und wen kümmert schon Island? Da muß erst einmal Butter bei die Fische, ansonsten wird das nichts. Außer pseudo-moralischem Geheule kam da noch nichts. Am besten läßt sich das an dem Olympia-Pensionfall erkennen. Da heult uns ein Betriebsrat vor wie böse die Chinesen sind, weil sie die Betriebsrenten nicht zahlen wollen. Beim Verkauf an den Investor sollten, wenn alles nach deutschem Recht zugegangen ist, die Betriebsräte mit am Tische gesessen haben. Da hätte man das klären müssen. Ich kann mich noch gut den Reisebericht einer SIEMENS Mobile Betriebsrätin erinnern, damals nach dem Besuch in Taipei: alles wundervoll, tolles Essen, super Massage-Service, dumm nur daß keiner in den Vertrag reingeschaut hat, in dem stand, daß BenQ die Belegschaft nur solange weiterbehält, solange die Brautgabe von SIEMENS langt.

      Was die anderen Aspekte angeht, wer will kommt mit einer Guernsey/Jersey Ltd. schon sehr weit. Für den Hausgebrauch ist das vollkommen ausreichend und 100% legal, weil es zur not auch eine UK Ltd. tut. Etwas mehr Schmalz und gute Beratung braucht man, wenn man von bulgarischen Steuersätzen und vor allem Lohnzusatzkosten profitieren will – geht aber auch. Über all die anderen schönen Dinge, die man anstellen kann, wenn man sich eine Firma zulegt und die Lücken in den Gesetzen abklopft brauche ich doch nichts schreiben.

      @Lady Percy-Beaumont
      Ich wollte schon an anderer Stelle antworten, da hat die Technik aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zu Apple-Blödsinn; extrem verkürzt: Behördenquark mit Middle-Managment Pseudo-neurosen.

  1. 12. September 2018

    […] trotz des Rücktritts von Premier Sigmundur Davíð Gunnlaugsson im Zusammenhang mit den „Panama Papers„, Neuwahlen zu […]

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