Operation 404: Dritte Aktion gegen brasilianische Piraterieangebote

Das brasilianische Ministerium für Justiz und öffentliche Sicherheit berichtete kürzlich von ihrer dritten Welle der Operation 404.

Bildquelle: agphotography

Das Ministerium für Justiz und öffentliche Sicherheit hat kürzlich von ihrer dritten Welle, der sogenannten Operation 404, berichtet. Dabei arbeiteten Beamte aus 9 Bundesstaaten zusammen, um 11 Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbeschlüsse durchzusetzen. Das Ministerium sperrte 334 Webseiten oder nahm diese außer Betrieb.

Der Name der Operation bezieht sich auf den HTTP-Fehlercode 404. Dieser wird vom Webserver ausgegeben, wenn der angeforderte Inhalt nicht gefunden werden kann.

Bereits im Herbst 2019 führten die brasilianischen Behörden die erste Welle der Operation 404 genannten Anti-Pirateriekampagne durch. Dabei hat man infolge hunderte von illegalen Webseiten und Apps abgeschaltet. Nur ein Jahr später wurden dann weitere Razzien durchgeführt und mehr als 300 illegale Streaming-Webseiten und Apps gesperrt oder blockiert. Darüber hinaus konnten in diesem Jahr wieder viele gesetzeswidrige Angebote entdeckt und entfernt werden.

Operation 404 – die Dritte

Dieses Mal beteiligten sich insgesamt 9 brasilianische Bundesstaaten an der Operation 404: Espírito Santo, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Pará, Pernambuco, Rondônia, Rio Grande do Sul und São Paulo. Dabei unterstützten allerdings auch US-amerikanische und britische Kollegen die Aktion.

Ferner konnten 11 Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbeschlüsse durchgesetzt werden. Weiterhin wurden 334 illegale Webseiten und 94 illegale Streaming-Apps abgeschaltet oder gesperrt. Dazu wurden alle Verweise auf die Angebote aus verschiedenen Suchmaschinen und Social-Media-Plattformen entfernt, um die Verbreitung solcher Angebote zu erschweren.

Ausgenommen der Zahlen, nennt die öffentliche Quelle keine Details zu den betroffenen Webseiten. Immerhin nennt TorrentFreak ein Paar: Beispielsweise wurden Superflix, The Pirate Bay, 1337x, YTS und EZTV blockiert.

Lesen Sie auch

Unrechtmäßige Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken unterbunden

Der Koordinator des Cyber-Operations-Labors der SEOPI (Secretaria de Operações Integradas) erklärte, dass die bei der Operation 404 untersuchten Webseiten circa 80 % ihrer Einnahmen mit Werbung und 20 % mit Abonnements für die Nutzung der illegalen Inhalte erwirtschaften. Je mehr Nutzer die Inhalte klicken, desto mehr können die Betreiber dieser Angebote verdienen.

Nach Daten der brasilianischen Pay-TV-Vereinigung ABTA verursachen die illegalen Angebote der Industrie einen Schaden von 15 Milliarden brasilianischer Real (circa 2,5 Milliarden Euro) pro Jahr. Außerdem entgehen dem brasilianischen Staat 2 Milliarden brasilianischer Real (circa 330 Millionen Euro) an Steuern. Folglich sind Anti-Piraterie-Operationen wichtig, um die Wirtschaft und den Staat nicht durch verbotene Konkurrenzangebote zu schädigen.

Sicher plant die SEOPI für 2022 schon ihre nächste Aktion gegen Online-Piraterie. Oder wie Wilhelm Busch in Max und Moritz zu sagen pflegte:

Dieses war der dritte Streich,
Doch der vierte folgt sogleich.

Die Operation 404 in Zahlen

Für alle, die Zahlen lieben, noch einmal die Operation 404 mit ihren Kennzahlen in der Übersicht:

Datumbeteiligte
Bundesstaaten
Anzahl
Webseiten
Anzahl
Apps
Anzahl
Beschlüsse
Welle 101. November 20191221010030
Welle 205. November 2020102526525
Welle 307. Juli 202193349411

Tarnkappe.info

honeybee

honeybee schreibt seit Ende 2020 für die Tarnkappe. Der Einstieg war ein Reverse Engineering Artikel über die Toniebox. Die Biene liebt es, Technik aller Art in ihre Bestandteile zu zerlegen. Schraubendreher und Lötkolben liegen immer in Reichweite. Themen wie Softwareentwicklung, Reverse Engineering, IT-Security und Hacking sind heiß geliebt.