Norton VPN von Symantec plaudert alle IPv6-Adressen aus!

Symantec, ein Hersteller für Antiviren-Software, bietet auch den VPN-Dienst Norton VPN an. Nur leider schützt der keinerlei IPv6-Adressen !!!

Norton VPN

Symantec, bekannt als Hersteller für Antiviren-Software, bietet auch den VPN-Dienst Norton VPN an. Nur leider schützt der keinerlei IPv6-Adressen, wie der Blog Tutonaut.de kürzlich herausgefunden hat. Zum gleichen Ergebnis sind aber auch andere Tests gelangt.

Norton VPN leakt alle iPv6-Adressen seiner Nutzer

Die Kollegen der Redaktion von Tuonaut.de überprüften kürzlich eher zufällig die Funktionsweise des recht neuen VPN-Dienstes Norton VPN. Das Problem: Zwar ändert sich bei eingeschaltetem virtual private network die IPv4-Adresse des Surfers, um ihn zu schützen. Die IPv6-Adresse bleibt aber unangetastet. In der Folge offenbart man bei diesen Verbindungen die Identität der Anwender! Hersteller Norton warnt in der eigenen Software aber leider nicht vor dieser ungewollten Aufdeckung der eigenen IP-Adresse. Die Wahrscheinlichkeit, dass man im Laufe eines Tages nicht mehr unerkannt surft, ist bei der wachsenden Anzahl an IPv6-Adressen folglich recht groß.

Antwort des Herstellers: keine. Einfach alle Threads geschlossen!

Die Nutzer beschweren sich schon seit einem Jahr in den SupportForen über diesen Bug. Es gab dort von offizieller Stelle keine Antwort. Als einzige Reaktion hat man die entsprechenden Threads einfach geschlossen.

Sicherer gemacht hat Symantec Norton VPN offenkundig auch nicht. Wer die Software in Kombination mit der Antiviren-Suite gekauft hat, dem bleibt nur eine wenig befriedigende Notlösung übrig. Man kann versuchen die IP-Leaks zu verhindern, indem man den eigenen Router so konfiguriert, dass keine IPv6-Unterstützung mehr stattfindet. Andere User empfehlen die Konfiguration von einem DNS-Server. Doch das alles ist weder perfekt, noch sind diese Lösungen für Einsteiger geeignet.


P2P-Transfers bei Norton VPN verboten, Hauptsitz USA

Negativ ist auf jeden Fall, dass der Betreiber seinen Sitz in den USA hat. Somit hätten Ermittlungsbehörden im Fall des Falles auch Zugriff auf deine Nutzerdaten. Der Betrieb außerhalb der Five-Eyes-Staaten ist für jeden VPN-Dienst ein Muss. Norton VPN speichert die Online-Aktivitäten zwar unter Verwendung eines Pseudonyms. Die Konvertierung in den echten Namen und Anschrift des Anwenders bei einer behördlichen Anfrage wäre aber natürlich möglich.

Zudem existiert kein Kill Switch bei dieser VPN-Lösung, jegliche P2P-Transfers sind bei Norton VPN sogar strikt verboten. Wenn die Software P2P-Transfers erkennt, schaltet sie das VPN sogar selbstständig ab! Die letzten Punkte dürften bei den meisten unserer Leser dafür sorgen, dass dieser Anbieter für sie nicht infrage kommt. Selbst dann nicht, wenn sie den VPN-Server beim Kauf der Antiviren-Software kostenlos nutzen dürften. Doch eine Gratis-Version von Norton VPN gibt es nicht einmal.

Norton VPN

Welche VPN-Anbieter sind sicher?

Es gibt keine absolute Sicherheit, die ist leider immer relativ. Wer sich viel digitale Abgeschiedenheit wünscht, muss dafür auch entsprechend bezahlen. Da kommt man mit der Lösung von Norton VPN wohl nicht allzu weit. Allerdings stehen Ende November wieder die Aktionstage Cyber Monday und Black Friday an, zu denen verschiedene VPN-Anbieter ihre Preise senken werden. Es dürfte sich also lohnen, im Anbetracht der zu erwartend Ersparnis noch ein bisschen mit dem Kauf eines neuen Abos zu warten.

Weitere Details zum Thema Sicherheit findet man in unserem VPN-Vergleichstest von vor ein paar Wochen. Wer hingegen grundlegende Informationen zur Funktionsweise benötigt, sollte sich in Ruhe unseren VPN-Guide für Anfänger anschauen. Dort wird alles anschaulich und leicht verständlich erklärt.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.