Nordkorea bringt Tablet-PC ohne WLAN auf den Markt

Wie das IT-Portal North Korea Tech berichtet, wurde der sogenannte Samjiyon Tablet-PC kürzlich von einem Technik-begeisterten Touristen aus Nordkorea ausgeführt. Zwar sind dort ein Browser und diverse Kopien von aktuellen Spiele-Apps vorinstalliert, allerdings kann das Gerät per WLAN keine Verbindung zur Außenwelt aufnehmen.


Samjiyon-tablet-pc

Samjiyon ist ein Android-basierter Tablet-PC, der erstmals im September 2012 auf einer Fachmesse vorgestellt wurde. Der Käufer des Geräts war insgesamt positiv überrascht. Selbst bei einem Kaufpreis von nur 200 Dollar starten Apps sehr schnell, alles läuft extrem flüssig. Der Tablet-PC hat 1GB Arbeitsspeicher und verfügt über einen Prozessor mit 1.2GHz. Trotzdem ist es schneller als vergleichbare Tablet-PCs. Die typischen Android-Apps sind schon beim Kauf vorhanden, die Google-Software wie Gmail, YouTube und die Navigationssoftware fehlen aber. Die Apps von Google wären ohne Internetzugang sowieso überflüssig. Zwar gibt es einen Browser und einige Lesezeichen für nordkoreanische Webseiten. Per WLAN kann man das Samjiyon aber nicht ohne weiteres mit dem Internet verbinden. Dem hingegen soll das Gerät dazu in der Lage sein, sich ins nordkoreanische Intranet zu verbinden.

Der Hersteller hat zahlreiche Apps wie den PDF-Reader von Adobe für die eigene Bevölkerung übersetzt. Offenbar hat man auch einige weniger legale Kopien von internationalen Softwareschmieden verwendet, so etwa Angry Birds Rio vom finnischen Hersteller Rovio. Neben dem Fernsehempfang wurden diverse Lern-Apps und politische Dokumente auf dem Gerät gespeichert. Das Thema Bildung soll auf dem Samjiyon grundsätzlich eine große Rolle spielen. Einziger Schwachpunkt ist das Aussehen. Ansonsten wäre das Gerät bei dem derart niedrigen Preis absolut konkurrenzfähig.

Samjiyon-tvDer Empfang von kapitalistischen Fernsehsendern ist übrigens unmöglich. Alle Kanäle sind voreingestellt um zu vermeiden, dass westliche Propaganda an die Augen und Ohren der Käufer gelangen könnte. Eigentlich hätte man sich diese Limitierung sparen können. Selbst bei einem so niedrigen Kaufpreis wird sich in Nordkorea ein solches Luxusgut so gut wie niemand leisten können.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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Ein Kommentar

  1. Gueri1la sagt:

    Hahaha,
    Nordkorea – best Korea

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