Nintendo verklagt Switch-Hacker

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Nintendo geht per Klage gegen Reseller vor, die Switch-Hacking-Tools über ihre Websites zum Verkauf anbieten. Mittels dieser Tools wäre es möglich, im Anschluss illegale Raubkopien abzuspielen, berichtet Polygon.

Nintendo wehrt sich gegen Raubkopien

In den USA sieht sich nun zum einen der Betreiber der Website UberChips, Tom Dilts Jr., vor einem Gericht in Ohio mit einer Klage konfrontiert. Eine zweite Klage richtet sich gegen eine Reihe anonymer Angeklagter. Beide Klagen reichte Nintendo am vergangenen Freitag ein. Die Vorwürfe umfassen den Verkauf von Hardware und Software zum Hacken von Nintendo Switch zum Zweck des Abspielen von Raubkopien für knapp 50 US-Dollar.

Der Anklage wäre zu entnehmen, dass UberChips diese Tools von einer Hacker-Group zugeliefert bekommen hätte, die unter dem Namen Team Xecuter bekannt sind. Nintendos Anwälte beschrieben die Produkte als „ein nicht autorisiertes Betriebssystem … und die dazugehörigen Piraterietools, mit denen es installiert wird“. Benutzer könnten mit den in den Shops angebotenen Produkten die „technologischen Schutzmaßnahmen“ von Nintendo umgehen, die vor „unbefugtem Zugriff und Kopieren“ schützen sollen. Sobald das Schutzsystem außer Kraft gesetzt ist, hätten Spieler die Möglichkeit, das nicht autorisierte Betriebssystem herunterladen und Raubkopien von Videospielen zu nutzen, so die Anwälte.


Im Kampf gegen den Verkauf von raubkopierten Nintendo-Spielen, Modding-Geräten sowie Modding-Diensten reichte Nintendo im Jahr 2018 eine ganz ähnliche Klage gegen einen Hack-Reseller, dem Kalifornier, Sergio Mojarro Moreno, ein. Im Januar erzielten sie eine einstweilige Verfügung gegen den Angeklagten. Moreno wurde damit angewiesen, den Weiterverkauf der Hacks einzustellen. Zudem klagte Nintendo im September 2019 gegen RomUniverse, auf der Mitglieder Videospiel-Raubkopien herunterladen können.

Nintendo gibt an:

„Das rechtswidrige Verhalten verursacht Nintendo großen Schaden und wird dies auch in Zukunft weiterhin tun. Die urheberrechtlich geschützen Spiele von Nintendo sind noch nie populärer gewesen.“

UberChips zieht die Reißleine

In der aktuellen Klage fordern sie einen Schadensersatz in Höhe von 2.500 US-Dollar pro Verstoß. Gemäß Nintendos Anwälten wurden Hunderte der Geräte bereits verkauft. Aktuell ist die Website UberChips ofline mit folgendem Kommentar an die Kunden:

„Eine unglückliche Reihe von Ereignissen ist eingetreten. Es tut mir leid, aber wir müssen alle Vorbestellungen zurückerstatten und alle Vorbestellungen für SX Core und SX Lite stornieren. Wir werden SOFORT mit der Bearbeitung von Rückerstattungen beginnen. Es kann einige Wochen dauern, bis Ihre Rückerstattung auf Ihrer Abrechnung zu sehen ist, da wir diese nacheinander abarbeiten werden. Wir haben keinen Schaden beabsichtigt, indem wir Vorbestellungen für dieses Produkt verkauft haben. Bitte akzeptieren Sie unsere Entschuldigung für den Ärger und Ihr Geld wird Ihnen so schnell wie möglich zurückerstattet.“

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.


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