movie2k.to: Wird die Facebook-Seite als Goldgrube missbraucht?

Wahrscheinlich weil ihnen die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) zu nahe kam, wurde das Streaming-Portal movie2k vor einiger Zeit vom Netz genommen. Die Betreiber schalteten eine Umleitung zur Piratenpartei Deutschland, die die neuen Besucherströme dankbar annahmen. Was tut man nicht alles im Angesicht einer nahenden Bundestagswahl? Bei Facebook sind die Macher des Portals aber offenbar noch mit einer eigenen Seite aktiv. Dort werden seit der Downtime automatisch (oder manuel)l Links von fan2cash.com geschaltet.


Bei über 56.000 Personen, denen jede Neuerung automatisch angezeigt wird, lässt sich so ein wenig Umsatz generieren. Bei fan2cash werden entweder „sexy Girls„, lustige Bilder und Rätsel oder unterhaltsame Videos gepostet. Täglich werden auf der Facebook-Seite von movie2k 6 bis 8 Postings veröffentlicht. Manchmal wird auch direkt in Postings für Browser-Games oder andere Anbieter aus dem Web geworben. Die Abonnenten scheint die Schleichwerbung nur wenig zu stören.

Wer aber bei fan2cash landet, bekommt zunächst jede Menge Werbung angezeigt, das versprochene Bild oder Video hingegen nicht. Das gibt es nur, sofern man auch noch Facebook-Fan einer anderen Seite wird. Verirren sich mindestens 1.000 Personen auf der Seite, gibt es zwischen 7 und 8 Euro. Ab 10 Euro Guthaben wird an die Partner direkt ausgezahlt.

Sollten die früheren Macher von movie2k.to tatsächlich dahinter stecken, könnte dies auf Dauer problematisch werden. Warum? Der Dienstleister fan2cash hat seinen Hauptsitz in Deutschland und wäre bei Anfragen einer Staatsanwaltschaft auskunftspflichtig. Wenn man also kein Ukash, Paysave oder ein anderes anonymes Zahlungsmittel für die Bezahlung der Seitenbetreiber gewählt hat, könnte man die Identität der movie2k-Hintermänner möglicherweise in Erfahrung bringen. Bis die GVU oder ein Staatsanwalt auf die gleiche Idee kommt, dürfte nicht ewig dauern.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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