Memex: Suchmaschine für das Deep Web vor der Fertigstellung

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Die Suchmaschine für alle bisher nicht erfassten Bereiche des Internets soll kurz vor der Fertigstellung stehen. Der angebliche Google-Killer wird von 17 Entwicklerteams im Auftrag des US-Amerikanischen Verteidigungsministeriums programmiert. Memex (Memory & Index) soll im Deep Web dabei helfen, den Menschenhandel zu bekämpfen.

Bis zu  95 Prozent aller digital existierenden Inhalte werden von Google & Co. nicht erfasst. Dieser nicht indexierte Bereich des Internets wird als Deep Web bezeichnet. Mit dem Darknet haben die nicht erfassten Daten nur selten etwas gemeinsam. Die neue Suchmaschine, die von der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) geleitet wird, soll dazu in der Lage sein, große Datenmengen selbstlernend zu erfassen. Memex versucht Verbindungen zwischen den Texten, Bildern und Videos herzustellen. Vor allem im Kampf gegen Menschenhandel und Schlepperei soll diese Software helfen, Gruppen von Tätern oder einzelne Personen ausfindig zu machen, die für diese Verbrechen verantwortlich sind. Im Gegensatz zu Bing, Google oder Yahoo! sind von der Analyse auch die Webseiten betroffen, die man ausschließlich durch Nutzung des Tor-Browsers besuchen kann. Die Software versucht dabei zu entscheiden, ob Webseiten aufgrund ihres Inhalts zur Erreichung bestimmter Ziele relevant sind. Um den Tätern auf die Spur zu kommen, wird das Deep Web systematisch Domain nach Domain durchforstet. Dabei soll die neuartige Suchmaschine von allen gemachten Erfahrungen profitieren, um die Suche nach den Verantwortlichen zu optimieren.

Der volle Umfang der neuen Software ist noch nicht bekannt. DARPA hat zwischenzeitlich angekündigt, dass es ihnen nicht darum ginge, harmlose Nutzer des Danknets zu identifizieren. Passwortgeschützte Bereiche könne auch Memex nicht erfassen. Allerdings besteht für die Fahnder ein großes Interesse an den Marktplätzen im Darkweb, weil diese häufig von Drittanbietern als Werbeplattform benutzt werden. Wenn es mithilfe der neuen Technologie tatsächlich gelingen sollte, Kinderpornografie, Tierquälerei, Menschenhandel oder andere üblen Tätigkeiten einzuschränken, wäre dies sehr begrüßenswert.

Memex, der Google-Killer?

Mitarbeiter von Sophos glauben daran, Memex könne sogar auf Dauer zu einem Google-Killer werden. Teile des Quellcodes sollen in Zukunft gemeinfrei verfügbar sein, von daher könnten auch Suchmaschinenanbieter künftig von der neuen Open Source Technik profitieren. Seinen Namen erhielt Memex von Vannevar Bush. Der Ingenieur hat den Memory Extender (Gedächtnis-Erweiterer) 1945 als eine möglichst einfach bedienbare Wissensfindungs- und Verwertungsmaschine in einem Artikel fiktiv vorgestellt. Bush war in mehrerer Hinsicht ein Visionär. Ende des Zweiten Weltkrieges empfahl er dem damaligen Präsidenten die staatlich geförderte Vernetzung von Wissenschaft, Industrie und Militär.

Schon bald soll ein Teil seiner Vision in Form dieser Deep Web-Suchmaschine in die Realität umgesetzt werden.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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5 Kommentare

  1. kkk sagt:

    Hoffe mal, dann kann man leicht Memes finden.

  2. xtrars sagt:

    […] harmlose Nutzer des Da r knets zu identifizieren.

    Bitte korrigieren. Kommentar kann danach gelöscht werden.

  3. TomToo sagt:

    Quellenangabe???

  4. Manuel Bonik sagt:

    Kann man dann benutzen, falls man mal so richtig Lust auf Verbotenes hat?

    • Lars Sobiraj sagt:

      Du bist aber auch ein ganz Böser! ;-)

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