LuL.to: strafrechtliche Verfolgung der Nutzer nicht ausgeschlossen

Die Causa LuL.to geht weiter, wenn auch sehr langsam. Oberstaatsanwalt Thomas Goger, Pressesprecher der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB), antwortete heute auf unsere Anfrage. Wie zu erwarten war, stehen im Fokus der Ermittlungen in erster Linie die mutmaßlichen Betreiber. Zudem müsse von der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zu einem späteren Zeitpunkt geprüft werden, ob sich auch „deren Kunden strafrechtlich verantworten müssen“.

Im Juni dieses Jahres wurde das illegale Download-Portal Lauschen & Lesen unter der Domain LuL.to vom Netz genommen. Gegen mindestens drei Verdächtige wurde schon zu Beginn der polizeilichen Aktion Haftbefehl erlassen. Einen Monat später stellte sich heraus, dass deren Hintermänner auch mit dem Betrieb des Darknet-Marktplatzes Hansa Market zu tun hatten.

Die bange Frage, ob die Nutzer von LuL.to zivil- oder strafrechtliche Konsequenzen befürchten müssen, stellen sich im deutschsprachigen Raum nun geschätzte 30.000 Personen, zumal einige Autoren Strafanzeige gegen die Käufer ihrer E-Books gestellt haben. Man will damit ein Zeichen setzen und allen Beobachtern klar machen, dass man es nicht länger hinnehmen will, dass ihre Werke zu Ramschpreisen veräußert wurden und sie dabei leer ausgegangen sind. Auch Tarnkappe.info war von den Billigangeboten dieses illegalen Online-Shops betroffen. Unser Buch von und mit Spiegelbest kostete dort bis zur Razzia lächerliche 15 Cent. Anmerkung: Wir würden den Preis bei Amazon gerne noch weiter senken. Doch sobald sich dieser unterhalb von EUR 2,99 bewegt, streicht der Monopolist Amazon ein Vielfaches für sich ein. Dann erhält man als Selfpublisher nämlich nur noch 35 Prozent des Umsatzes und keine 70 Prozent mehr. Doch selbst rund drei Euro waren einige Downloader nicht bereit zu zahlen. Seit dem Aus von LuL.to hat sich für uns die Anzahl der verkauften E-Books bei Amazon vervierfacht. Das wird den anderen Autoren sicher ganz ähnlich gehen.

Rechtsanwalt Tilman Winterling von der Hamburger Kanzlei Gutsch & Schlegel vertritt die Independent-Autoren bei ihrer Strafanzeige gegen Unbekannt. Letzte Woche bat Winterling per E-Mail um Verständnis dafür, dass er „in dieser Hinsicht nur ungern Auskunft geben“ würde. Er empfiehlt uns, unsere Anfrage in dieser Angelegenheit an die Staatsanwalt zu richten, was wir sowieso zeitgleich getan haben.

Oberstaatsanwalt Thomas Goger teilte uns nach einem kurzen Telefonat am Freitag heute früh per E-Mail Folgendes mit:

„Sehr geehrter Herr Sobiraj,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

“Bei den Ermittlungen stehen derzeit hauptsächlich die mutmaßlichen Betreiber der Plattform lul.to im Fokus. Selbstverständlich wird zu einem späteren Zeitpunkt auch geprüft werden, ob sich deren Kunden strafrechtlich verantworten müssen. In Betracht kommt hier insbesondere eine unerlaubte Vervielfältigung eines urheberrechtlich geschützten Werkes durch den jeweiligen Download, welche, wenn sie vorsätzlich begangen wurde, gem. § 106 Abs. 1 UrhG mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren geahndet werden kann.”

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich weitergehende Auskünfte im Hinblick auf die noch laufenden Ermittlungen derzeit nicht erteilen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Goger, Pressesprecher der Zentralstelle Cybercrime Bayern“

 

Wir werden uns folglich noch einmal in einigen Wochen an Herrn Goger wenden in der Hoffnung, dann mehr zu erfahren. Wir halten Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden. Sollte einer der früheren Nutzer von LuL doch demnächst überraschend Post bekommen, bitten wir um eine sofortige Kontaktaufnahme, danke!

Fakt ist: Für den Download kann man strafrechtlich belangt werden und von einer Münchner Abmahn-Kanzlei, die sicher schon gierig auf die Daten wartet, hochpreisige Schreiben erhalten. Das Herunterladen eines E-Books gilt nämlich juristisch gesehen wie eine Vervielfältigung des urheberrechtlich geschützten Werkes. Dies ist in diesem Fall nicht vom Recht auf Privatkopie geschützt, weil die Quelle offensichtlich rechtswidrig (illegal) war. Die bei LuL.to vorherrschenden Preise waren mit den gängigen Marktpreisen einfach nicht in Einklang zu bringen. Somit hätte eigentlich auch dem letzten Käufer klar sein müssen, dass 15 bis 20 Euro teure E-Books nicht legal für einen Bruchteil des offiziellen Preises verfügbar sein können. Die Betreiber von LuL.to haben außerdem auf einer Unterseite sehr deutlich darauf hingewiesen, dass ihr Angebot nicht der deutschen Rechtssprechung entspricht.

Fazit: Wenn es irgendwie geht, bitte weiterhin abwarten und Ruhe bewahren! Sollte diesbezüglich irgendwann ein Brief eintrudeln, unbedingt abhängig vom Inhalt des Schreibens einen Fachanwalt für Medienrecht (Abmahnung), oder bei einer Vorladung zur Aussage als Beschuldigter, einen Fachanwalt für Strafrecht einschalten. Alle weiteren Details zu jeglichen zivil- oder strafrechtlichen Konsequenzen kann man hier nachlesen.

Quelle Beitragsbild, thx! (CC0 1.0)

Mehr zu diesem Thema:

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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32 Kommentare

  1. arno nühm sagt:

    Mehr als ein halbes Jahr nach dem Bust sind noch keine Folgen für die Downloader bekannt. Trotz Verlagen, die angeblich Blut sehen wollen, trotz Anwälten, die mal schnell für Abmahnungen cashen wollen, trotz Selfpublishern, die verständlicherweise ebenfalls Juristen eingespannt haben, um zu ihrer Vendetta zu kommen.
    Der Schluss liegt nahe: die Behörden haben nichts Konkretes oder sie wollen nichts gegen die Konsumenten unternehmen, weil sie die Dealer und Pusher haben.

    • Jack sagt:

      Wurde doch von Einigen schon ganz am Anfang geschrieben.
      Nur im allgemeinen Gewinsel der Nutzer der Plattform und durch die teilweise grenzwertigen Einlassungen der Autoren hier, sowie dem Gekeife das dann folgte, ist das untergegangen.
      Da waren durchaus valide rechtliche und praktische Einschätzungen dabei.
      Vor allem die Einschätzungen zu den individuellen Rechtsverfolgungskosten und Zeiträumen die sowas dauert sind sehr zutreffend.
      Die haben noch nicht mal die Trommel für die Seite und illegales Kopieren gerührt, sondern die Sache nach vorhandenen Fakten analysiert.

      • nummaey sagt:

        @ Jack

        Ist auch in den gefühlt 100.000 Kommentaren nicht mehr wirklich ersichtlich. Was glaubst du was/wie es kommt?

        Und was meinst du mit dem Satz mit der Trommel?

        • Jack sagt:

          Die Trommel rühren, steht für werben.
          Der Ursprung ist das beim anwerben von potenziellen Kanonenfutter (egal ob Söldner oder regulär) neben dem Werber oft einer mit Trommel (Trompete gab es auch) und einer mit Fahne stand. Einfach um Aufmerksamkeit zu erregen.

          Zum Rest Deiner Frage schicke ich erstmal vorweg, das ich es grundsätzlich nicht gut finde, das sich einfach so an der Arbeit anderer bedient wird. ABER, aus meiner Sicht sind die Folgen einfach total überzogen, die bei einem so niederschwelligen Rechtsbruch wie einer Urheberrechtsverletzung eintreten können.
          Zumal das Urheberrecht direkt mit anderen Rechten, aus meiner Sicht höherwertigen Rechten (Meinungsfreiheit als wichtigstes genannt) kollidiert, sobald man es wirklich nachhaltig duchsetzen will.

          Ich denke das da fast nichts auf die Masse der Nutzer von lul.to zukommen wird. Einfach dadurch, da es einen recht hohen Aufwand zur Folge hätte um extrem mickrige Beträge einzutreiben.
          Grundsätzlich können die Geschädigten gerne Abmahnungen verschicken. Die Empfänger einer solchen müssen diese allerdings anerkennen ansonsten bleibt nur der KIageweg. Da muss dann alles hieb und stichfest sein ansonsten steht für den Kläger außer Spesen nichts gewesen.
          Bei jedem Schritt tritt der Kläger in Vorleistung und kann nur hoffen, das der Verklagte über genug Kapital verfügt das diese Kosten auch wieder reinkommen.
          Alleine das wird aus meiner Sicht die Zahl der zivilrechtlichen Verfahren sehr gering halten.
          Davor steht aber noch die strafrechtliche Verfolgung. Nach meinem Kenntnisstand wird vor der Beendigung der Strafverfahren kaum mit einer zivilrechtlichen Verfolgung zu rechnen sein.
          Hier kommt noch dazu das die Betreiber von lul.to noch Hansanet betrieben haben.
          Hansanet ist eine Plattform gewesen, wo alles was dort angeboten wurde, in den Bereich der sogenannten Offizialdelikte fällt. Bei lul.to handelt es sich um Antragsdelikte, solange es den reinen Download betrifft.
          Da eine Staatsanwaltschaft und die angeschlossenen Ermittlungsbehörden nur über begenzte Mittel verfügt und mit Sicherheit noch was anders zu tun hat als kleine Urheberechtsverletzer zu jagen, wird es wohl für 99,9% von denen glimpflich ausgehen.
          Die StAw muss die Delikte bei Hansanet verfolgen.
          Bei lul.to kann sie es. Die Betreiber sind so oder so dran. Das aus meiner Sicht sehr zu Recht.
          Ausser einige Monate schlecht geschlafen wird als Strafe bei den Downloadern nichts kommen.
          Einzelne Exempel mal ausgenommen, wo einfach alles passt, so das die Verfolgung finanziell vertretbar ist und man diese zu Abschreckung publik machen möchte.

          Grundsätzlich finde ich es nicht schlecht, das so viele Leute in Angst und Schrecken versetzt worden sind.
          Viele werden sich zum ersten Mal ernsthaft über Punkte wie Datenschutz und Privatsphäre Gedanken gemacht haben.
          Jeder der erstmal gedacht und dann gehandelt hätte, also nicht triebgesteuert einfach ohne nachzudenken sich dort angemeldet und runtergeladen hat, hätte den Teil mit schlecht Schlafen vermeiden können.
          So gesehen, selber schuld und hoffentlich was draus gelernt.

          Eine Kombination von beispielsweise TOR, xyz Email und nicht mit Kreditkarte oder andersweitig nicht Online erworbener Wertgutscheine, hätte im vorliegenden Fall vollkommen ausgereicht um jede auch nur noch so potentielle Ermittlung ins Leere laufen zu lassen.

          Grundsätzlich ist es allerdings auch nicht zu viel verlangt, zumindest hin und wieder ein Buch von einem Autor zu erwerben, den man schätzt.

          • nummaey sagt:

            Danke für deine ausführliche und präzise formulierte Antwort. Liest man hier eher selten, ehrlich gesagt. Ich denke, dass die letzten Vorkommnisse ( lul, Usenet, vorgestern IPTV ) viele Leute davon abhalten werden, sich weiterhin aus illegalen Quellen zu bedienen. Wobei ja bei lul ja anscheinend einige Autoren Anzeige gegen die User erstattet haben, also wird der Staatsanwalt sich der Sache annehmen müssen ( und ggf. einstellen).
            Siehst du das bei den Usenetbusts ( town, sslnews, revo) ähnlich wie bei lul.to?

          • Anonymous sagt:

            “Grundsätzlich ist es allerdings auch nicht zu viel verlangt, zumindest hin und wieder ein Buch von einem Autor zu erwerben, den man schätzt.”

            Soviel Generosität ist fast nicht zu überbieten.

            Was würdest Du sagen, wenn Dich dein Arbeitgeber 17 Monate hintereinander arbeiten läßt ohne Gehalt und Dir alle 1.5 Jahre mal einen Monatslohn überweist?

          • Holzbuchliebhaber sagt:

            Hi Anon
            Mit aus dem Kontext gerissenen und böswillig interpretierten Zitaten kann jede Aussage ins Gegenteil verkehrt werden.
            Ich habe das im Gesamtzusammenhang so wahrgenommen, das Jack sagt, das der Anstand gebietet nicht alles für lau zu nehmen.
            Was ist daran schlecht? Grundsätzlich schließt das mit ein, das jeder alle Bücher kaufen kann.
            Übrigens mache ich das seit Jahrzehnten genau so.
            Ich nutzt sehr stark öffentliche Bibliotheken und kaufe hin und wieder aus Solidarität Bücher von Autoren deren Geschichten mir gefallen haben.
            Das was ich mache ist vollkommen legal. Von meinen Ausleihen hat der von mir gelesene Autor aber fast ebensowenig, als wenn ich mir ilegal eine Kopie ziehen würde.

  2. Der Eine sagt:

    Weil hier öfters von gespeicherten IPs die Rede war…..was ist mit den gespeicherten Mailadressen der Accounts? Ich bezweifle dass lul.to nur die nackten Downloads ohne deren Accountverbindung protokolliert hat. Ausserdem hatte ja jedes Account einen Kontostand auf den mind. 10,- eingezahlt werden mussten. Sind also auf einen Konto weniger als 10,- oben, wurden also auch illegal eingekauft. Welche Bücher dabei gekauft wurden dürfte nebensächlich sein. Die Verfolgung wird daher wohl hauptsächlich über die Mailadressen gehen.

    • K512 sagt:

      Doch theoretisch konnte jede x-beliebige Mail Adresse, ob gültig oder nicht zur Anmeldung verwendet werden. Also [email protected] wäre genau so möglich gewesen. Es wurde im Prinzip nur als Username benutzt, es gab keine Authentifizierungs-Mails. Man hätte also theoretisch auch die Klarnamen Adresse eines unliebsamen Bekannten oder Kollegen angeben können.

    • Anonymous sagt:

      Für strafrechtliche Verfolgung und auch für Schadensersatzansprüche aus Urheberrechtsverletzungen dürfte es notwendig sein, genau nachzuweisen, welche Bücher illegal erworben wurden. Da reicht es nicht aus, nur über die e-mail-Adresse zu gehen.
      Selbst wenn man nachweisen kann, daß der account sich von 10 auf 5 € vermindert hat – was wäre damit bewiesen? Hat der user 50 Bücher/Zeitschriften a 0,10 € oder 20 Hördateien a 0,25 € bezogen?

      • Michael sagt:

        Wir wissen halt nicht was für Daten wirklich vorliegen. Selbst wenn das wirklich stimmt, dass man nach einer gewissen Zeit ein Produkt wieder kaufen musste, heißt das ja nicht, dass intern nicht doch Daten vorhanden waren, wer was wann für welchen Preis gekauft hat.

        Wahrscheinlich hängt es letztenendes davon ab, was man einem Nutzer wirklich konkret vorwerfen kann: Wie ist das Geld geflossen? Mit welcher E-Mail hat sich der Nutzer angemeldet? (und spätestens wenn der Käufer der Amazonkarte und der Nutzer de E-Mail übereinstimmen, wird es interessant) Wer war der Anschlussinhaber der IP zum fraglichen Zeitpunkt? Ich denke da hilft auch die 7 Tages-frist kaum: Wenn man sich innerhalb der letzten 7 Tage vor dem Bust eingeloggt hat, dann haben sie die Daten sicherlich schon vorliegen.

        Meine Einschätzung: Den meisten der 30.000 Nutzer wird wenig bis nichts passieren, weil es schwer wird, hier konkret irgendwas nachzuweisen. Wahrscheinlich wird es ein paar treffen, die alles falsch gemacht haben oder bei denen es die Ermittler sehr dringend haben (Powerdownloader). Die Betreiber und evtl. vorhandene Uploader und technische Betreuer, die werden dagegen richtig hart rangenommen.

    • Ichbins sagt:

      Das Problem bleibt aber, wie viele gesagt haben, dass der Laie nicht erkennen konnte, dass die Seite illegal war. Die Preise sind dummerweise nicht ausreichend genug dafür. Denn demnach wären ja sämtliche eBooks bei Amazon für 49 Cent ebenso illegal. Und genau darin liegt das Problem, dass man als Rechtsinhaber bekommen wird: man kann niemals das Preisargument bringen, weil die Gegenseite sofort mit “Ach … und dass man das eBook xyz für 49 Cent bei Amazon bekommt … Ah, stimmt, illegal! Sagten Sie ja gerade! Bei DEM Preis …!” kontern würde.

      Ich bin zwar einer der betroffenen Autoren, aber sage mir: damit muss ich leider leben. Allerdings habe ich, als Autor, genug Mittel mich zu bedanken, denn wenn man mal eine Leiche braucht … trifft es eben einen “Downloader” dieser Art.

      @Michael: ein LogIn reicht nicht aus. Es war absolut legal auf der Seite angemeldet zu sein. Du darfst ja auch in den Foren ala Gully & Co angemeldet sein.

      Und selbst wenn ein Amazongutschein nachverfolgbar wäre … “Ach … wann war das? Hm … 2017 … Stimmt, da hab ich mal einen verkauft, über nen Aushang im Aldi … weiß aber heute nichts mehr dazu.” … dann müsste man beweisen, dass dies nicht stimmt. In Deutschland muss ja niemand seine Unschuld beweisen, da muss man immer noch die Schuld beweisen. (Nicht dass sich die Justiz wirklich daran hält … aber faktisch …)

      Und, was, wenn zB 100 Leute von EINEM Autor verklagt würden, davon aber 50 dummerweise kein Geld und ein P-Konto haben? Ergo: kein Geld, nichts zu pfänden, der Autor bleibt auf 50x einigen hundert Euro sitzen. Und die Masse hat 100pro kein Geld. Und das wissen wir Autoren auch, hoffe ich.

      Und da man derzeit eh nur die letzten 7 Tage speichern DARF … ist jeder ab Tag 8 “safe”. Und stand hier nicht auch, dass die letzten paar Tage die Seite nicht zu erreichen war? Von daher …

      Wie gesagt, wir Autoren sollten lieber ein “legales” lul ins Leben rufen. Das illegale Downloaden kann man nicht unterbinden, aber auf diese Weise käme von den “unzahlwilligen” dennoch Geld rein. Und wie man lesen konnte: … nicht gerade wenig. Aber man will ja nicht.

      Schauen wir mal, wie es weitergehen wird; wenn denn überhaupt

  3. Mein Name sagt:

    Es bleibt spannend. War es auf besagter Seite doch wohl so, daß man “gekaufte” Bücher nur für einen bestimmten Zeitraum herunterladen konnte. Ob nur einmal oder mehrmals entzieht sich meiner Kenntnis.

    Weiter war es so, daß nach diesem Zeitraum “X” (den ich leider nicht genau kenne), erneut bezahlt werden musste.

    Das deutet für mich darauf hin, daß diese Bücher schon gar nicht mehr bestimmten Konten zugewiesen werden konnten. Denn im Prinzip wurde der “Kauf” ja zurückgesetzt.

    • klaus sagt:

      Das wäre mir neu

      Ansonsten… Ich habe seitdem lul.to weg ist kein einziges ebook gekauft. Und auch viel weniger runtergeladen. Mich nicht mal über neue Bücher informiert. Also was soll diese Hexenjagd den Autoren bringen bitte?

      • Spacken sagt:

        War tatsächlich so Klaus. Downlaods haten eine begrenzte Haltbarkeit und mussten dann neu erworben werden.

        Ebenso gab es einen Adventskalender, dessen Inhalte Guthaben waren und Bücher/ Hörbücher.

        Selbst habe ich diesen Dienst als extended Leseprobe genutzt. Also was mir von dort gefiel, habe ich in Papierform im Regal.

        Was mir nicht gefallen hat, habe ich einfach wieder gelöscht.

        In meinem Fall meine ich Sach- und Fachbücher.

        Ehrlich gesagt geht mir trotzdem etwas die Klammer.

  4. Mausi sagt:

    Ich betreibe ein öffentliches Gäste-W-Lan, bei dem sogar laut Fritzbox nur Webseiten und Email möglich ist. Keine Ahnung was dieses LuL sein soll, ich weiß nur, dass man ein öffentliches W-Lan betreiben darf und im schlimmsten Fall nur die Seite im Router sperren muss.

  5. isso sagt:

    Im Falle eines Falles einfach sagen ich war es nicht, dann haben die die Nachweispflicht. Aber den Anwalt nicht vergessen!

  6. Lul Kunde sagt:

    Amazon Gutscheine gibt es gegen Bargeld beim Supermarkt.
    Bekenntnisse eines Buchpiraten bei Gully.* und B… .

    Wie soll eigentlich eine Unterlassungserklärung für ein seit Jahren geschlossenes Portal aussehen. Hier fehlt es am erforderlichen Rechtschutzbedürfnis. Alles nur heiße Luft und Angstmacherei.

  7. Sigismund_Alzheimer sagt:

    Mir ist das durchschnittliche Einkommen der chronischen “Ebook-Diebe” :-) nicht bekannt, will ich auch gar nicht wissen, aber alle deren Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze liegt, können sich mit Abmahn-Briefen getrost den Ar*** abwischen. das Beste ist es, die einfach in die Mülltonne zu drücken und gar nicht darauf antworten . .

    Die alten Herren in Karlsruhe in den Roten Jäckchen, haben es mehrfach . . bestätigt, dass die Pfändungsfreigrenze absolut tabu ist, das betrifft nicht nur Geldforderungen, sondern auch Geld und Ordnungsstrafen . . .

    Zu Risiken und Nebenwirkungen einfach googlen, die Urteile sind alle im netz, und dann noch ein Gruß an alle Rentner und Hartzler . . . Lesen bildet, haut rein solange es nix kostet.

    Ständig jammern die Verlage, die Ebook-Piraten würden sie in den Ruin treiben, Jährlich werfen die Verlage 60.000 bis 80.000 Deutsche Titel auf den Markt, wann zur Hölle soll ich die denn alle lesen . . ?

    Jeder Autor denkt von sich, er hätte für sein Geschreibsel den Pulitzerpreis verdient, aber die meisten Machwerke, die von den Verlagen auch so heftig beworben und in den Himmel gelobt werden, hätte man ebensogut gleich auf Klopapier drucken können.

    Gerade im Bereich der Unterhaltungs-Literatur, gleichgültig ob nun Krimi, Horror Fantasy, was auch immer wurde so gut wie jedes Genre/Thema behandelt, und wenn ein anderer Author einen Roman im Selben Genre schreibt, dann ist das nichts weiter als eine Variation/interpretation des selben Themas . . irgendwann nach hundert oder meinetwegen auch tausend Romanen des selben Genres,
    gibt es nicht wirklich etwas Neues.

    Und jeder Autor, der heute etwas schreibt, hat seine ach so wertvollen Inspirationen, auch nur von anderen Autoren, die bereits unter der Erde liegen . .

    Ich nenne das geistige Leichenfledderer . . .-)

    In dem Sinne, lasst euch nicht ärgern, und lest mal wieder irgendetwas, egal ob unterhaltsam oder lehrreich . . :- )

  8. denis sagt:

    Ist eine Verfolgung der User denn überhaupt technisch noch möglich? Die Daten wurden Mitte Juni von der Polizei abgegriffen, das ist also jetzt über 4 Monate her.

    Die Provider müssten die IP-Daten der User doch bereits längst gelöscht haben oder?

    • Da viele Nutzer mittels Amazon-Gutschein bezahlt haben, die mit ihren Konten bei Amazon inklusive der echten Daten, Anschrift etc. eng verknüpft sind, ist eine Aufdeckung der Identität der Nutzer vielfach problemlos möglich. Das wäre auch noch in einem Jahr oder später der Fall.

      • Name sagt:

        Ja, über Amazon wird man die Leute sicherlich kriegen. Schwieriger wirds, wenn nur die IP vorhanden ist, wenn mit Bitcoin oder Paysafecard bezahlt wurde. Oder wie siehst du das, Lars?

        Und die VPN User wird man wohl überhaupt nicht kriegen, aber das war bei LuL sicherlich nur eine Minderheit bei 30.000 Nutzern.

      • pagasa sagt:

        Das ist eine gewagte Aussage. Wer einen amazon-Gutschein kauft, muß ihn nicht selbst einlösen, sondern kann ihn z.B. verschenken.
        Eine eindeutige und zweifelsfreie Zuordnung ist mE nur über die IP-Daten möglich.

        • Ichbins sagt:

          So isses, mit den Gutscheinen. Sollte ein “Otto Meier” zB einen Gutschein erworben haben, so kann er ihn ja über FB, irgendein Forum, wie auch immer … verkauft haben. Gründe gibt’s da genug: zB die Umfrageseiten, wo man als Bezahlung eben Gutscheine bekommt. Braucht man gerade aber lieber Bargeld … verkauft man natürlich.

          Aber zweifelsfrei über IP?
          Heutzutage auch nicht. Das war einmal.

        • Name sagt:

          Bei meiner IP sind mehrere Personen dahinter, so eindeutig und zweifelsfrei ist das nicht (mehr), zumindest deuten viele Urteile in den letzten paar Jahren darauf hin.

      • pagasa sagt:

        Was will man denn dem Käufer der amazon-Gutscheine beweisen? Doch wohl kaum, daß er Bücher bei lul.to bezogen hat. Er kann die von ihm gekauften Gutscheine doch verschenkt haben, z.B. als Spende bei einer Tombola.
        Nein – der Nachweis des Buchbezugs geht nur über die IP. Dann kann man konkret darlegen, welches Buch wann “gekauft” wurde.
        Im übrigen dürfte die Verfolgung der Urheberrechtsverletzungen durch die Käufer nicht unbedingt die höchste Priorität haben, wenn der Betreiber von lul.to tatsächlich auch die Betreiber von Hansa-net im Darknet waren. Die dort gehandelten Waren und Dienstleistungen dürften wohl weitaus “interssanter” für Polizei und Staatsanwaltschaft sein als der “Kauf” von x-Büchern unter Umgehung des Urheberrechts.

  9. Ichbins sagt:

    Ich glaube kaum, dass es jemand durchsetzen kann, dass ein DL als “Vervielfältigung” angesehen wird. Es war ja scheinbar kein Programm ala Torrent nötig. Und wo kein Upload/keine Weitergabe an andere, da KEINE Vervielfältigung.

    Abgesehen davon: ohne Stasimittel (alias Vorratsdatenspeicherung) dürfen die Daten beim Provider ja eh nur eine Woche gespeichert werden und länger machts kaum keiner, da es auf die Masse an Usern zu viel Geld kostet.

    Und offensichtlich illegal? Nun ja, das müssen Experten klären. Wäre ich kein Indie-Autor würde ich sagen: “Irrtum! Da war offensichtlich nichts illegales an der Seite!”

    Die Preise? Dann wäre Amazon ja auch illegal, da es dort immer Massen an eBooks für solche Cents gibt. Woher soll also ein User ohne große Ahnung wissen: “Was bei Amazon legal ist, ist bei lul illegal!”?

    “Wir sind eine Piratenseite”? Auch nicht wirklich. Gibt leider zu viele legale Seiten, die sich inzwischen “Piratenseite” nennen.

    Wenn sehe ich hier eindeutig den Staat als Hauptschuldigen. Denn man sieht ja: er KANN Seiten lahmlegen. Aber hat es jahrelang NICHT GETAN. Und dummerweise brüstet man sich von Staatszeiten gerne mal genau damit: “Wir können in Windeseile jede illegale Seite vom Netz nehmen!”

    Wie soll der Otto-Normal-User also davon ausgehen, dass “die Seite”, auf der er gerade ist, dann illegal ist?

    Besser wäre es, wenn JEDER Autor, der eine eigene Seite hat, mal einige Seite als Startpost eine Warnung vor solchen Seiten hat. Wenn nur 100 AutorInnen dies machen … würde dies auch helfen. Denn es haben hier genug Leute glaubhaft versichert, dass sie nicht wussten, dass die Seite illegal war. Weil es eben KEINE Aufklärung dazu gab.

    Vielleicht könnten sich einige AutorInnen ja auch für einen Spot im TV zusammenschließen und DORT vor den Seiten warnen. RTL & Co nehmen so Sachen sicher mit Kusshand.

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