Dr. Matthias Leonardy verlässt die GVU

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Nach sieben Jahren verlässt Geschäftsführer Dr. Matthias Leonardy die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. Dies wurde wenig überraschend auf der letzten Mitgliederversammlung der GVU bekannt gegeben. Die Gerüchteküche brodelt, denn der Kapitän geht bekanntlich als Letzter von Bord. Manche Beobachter fragen sich, welche Konsequenzen der Weggang von Herrn Leonardy haben wird bzw. was dazu führte.

Die GVU feierte vergangenen Donnerstag in Berlin das dreißigjährige Bestehen der Organisation. Wo sich der Jurist Leonardy künftig beruflich betätigen wird, hat er vergangenen Donnerstag nicht bekannt gegeben. Sein Nachfolger ist mit Jan Scharringhausen ebenfalls ein Jurist. Das Urgestein kam schon vor vielen Jahren zur GVU. Bislang war er der Leiter für Recht und ist seit dem Jahr 1985 dabei. Zu seinem Stellvertreter wurde Birger Witt gewählt, der bisher die Ermittlungen gegen Schwarzkopierer geleitet hat.

Laut Leonardy 257 aktive Portale

Die GVU ermittelt derzeit (mehr oder weniger erfolgreich) gegen insgesamt 257 aktive Portale, 226 davon seien auf das deutschsprachige Publikum ausgerichtet. 322 weitere Angebote aus dem Graubereich sind nach GVU-Angaben momentan offline, sie bleiben aber auf der Watchlist der Organisation. Seit dem Bust von kino.to im Juni 2011 ist den Ermittlern kein größerer Schlag mehr gegen Online-Piraten gelungen. Leonardy sieht das Aufgabengebiet der Organisation auch auf politischer Ebene. Man hoffe hierzulande dringend auf die Unterstützung der Bundesregierung. Nach drei Jahren Verhandlungen gäbe es noch immer keine Lösung, um den Geldfluss der Piraten einzudämmen. Begründet sei dies wegen der aus Sicht der GVU wegen “nicht gerechtfertigter Vorbehalte der Kartellwächter gegenüber einer kooperativen Lösung von Rechteinhabern und (der) Werbewirtschaft“. Deutschland hänge bei diesem Punkt im europäischen Vergleich hinterher, referierte Leonardy.

dr. Matthias Leonardy GVUGerüchte besagen, die Struktur der MPA-Tochter könnte sich nächstes Jahr möglicherweise komplett verändern. Man wird sehen, was die Motion Picture Association künftig mit dem Verein vorhat. Unklar ist auch, ob die Mitglieder der Filmwirtschaft, aus dem Verlagswesen und der Spieleindustrie weiterhin bereit sind, in die aufwändigen Recherchen zu investieren, zumal die GVU in den letzten Jahren keine PR-wirksamen Razzien mehr o.ä. vorweisen kann. Auffällig ist auch das Abflauen der Pressemitteilungen seit dem Weggang von Christine Ehlers vor mehreren Wochen. Die Verurteilung der Beteiligten von Skyload oder des ehemaligen kino.to-Mitbetreibers Avit O. aka Pedro wurde von der GVU kaum bis gar nicht erwähnt. Da Pedro nachweislich auch am Betrieb von KinoX beteiligt war, hätte man dies zumindest als mittel großen Erfolg ausschlachten können, was auch nicht geschah.

Bildquelle: www.gvu.de, thx!

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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10 Kommentare

  1. Erwin sagt:

    Hallo Lars, einfach mal wieder schlecht recherchiert . Vermutungen und unhaltbare Behauptungen, Dieser Blog wird wirklich immer schlechter.
    Schade

    • Lars Sobiraj sagt:

      Was genau soll unhaltbar sein?? Kannst Du das bitte näher ausführen? Danke!

      • Erwin sagt:

        Die Verurteilung der Beteiligten ………… des ehemaligen kino.to-Mitbetreibers Avit O. aka Pedro wurde von der GVU kaum bis gar nicht erwähnt. Da Pedro nachweislich auch am Betrieb von KinoX beteiligt war, ……………………

        Nur zur Info es gibt kein noch kein Urteil gegen kino.to-Mitbetreibers Avit O. aka Pedro

        Fakten sollten Fakten bleiben

    • der Terrier sagt:

      Schlecht recherchiert, eigentlich nicht.
      Lars gibt hier fast eins zu eins die inhaltlich korrekte Pressemitteilung der GVU wieder.
      Das ist jetzt nichts besonderes aber nicht falsch. Andere kopieren eben DPA.
      Zuletzt noch Seine Verwunderung das sie nicht versuchen ihre Erfolge auszuschlachten, das war‘s.

  2. Realist sagt:

    Manche sind richtige Doktoren die reparieren deinen Arm wenn er gebrochen ist. Sie ziehen Weissheitszähne oder nähen Wunden. Manche helfen dir wenn du psychische Probleme hast. Die anderen haben einen Doktor in Wegelagerei, Dummschwätzerei und Denunziantentum. Alles hat mindesten 2 Seiten wie die bekannte Münze. Ausserdem existiert die GVU nicht in einem Vakuum wie hier dargestellt. Die anderen Gaunerorganisationen wie auf Torrent Freak beschrieben wollen einen Profit erzielen. Deshalb auch immer die drakonischen Strafen. Diese Wegelagerer als Verein zu bezeichnen verschweigt den Profitgedanken. Keiner von den unechten Doktoren will Kartoffeln ernten oder Spargel stechen. Deswegen werden eine Bürokratie nach der anderen gegründet. Da spielt das Interessengebiet keine Rolle. Hauptsachen man schiebt Papier von einem Ort zum anderen und bezeichnet dies als Arbeit.

    • Xray 1 sagt:

      Naja, einen medical Doc würde ich nicht als richtigen Doktor bezeichnen.
      Ich habe selber einem Zahnarzt beim promovieren geholfen, was der abgegeben hat hätte in meinem Bereich nichtmal zum Vordiplom gereicht.
      Echte Doktoren verorte ich im Bereich Naturwissenschaften und bedingt noch bei den Geisteswissenschaften.
      Zu der Person im Artikel würde ich mir keine Meinung anmaßen.

  3. Mario sagt:

    Es ist wie in der Szene. Ein Depp geht, dafür kommt halt ein anderer. ^^

  4. silence0001 sagt:

    Ich bitte hier auf die Verwendung der Begriffe “Ermittlung” und “Ermittler” nicht zu nutzen, denn man sollte nicht vergessen das es sich bei der GVU um eine Private Firma handelt, diese darf lediglich mit ihren “Angestellten” “recherchieren” und in dem Sinne Amtshilfe leisten, jedoch nichts anderes. Es ist ein LobbyVerein nix weiter.

    greetz silence

    • blubb sagt:

      Absolut richtig. Welche ernsthaften Erfolge hat die GVU aus EIGENER Arbeit der letzten Jahre vorzuweisen? Defakto KEINE. Wir sehen hier also den Untergang einer Organisation ohne Daseinsberechtigung. Der Weggang von Leonardy ist der Anfang vom Ende, welcher längst überfällig ist.

      • Anton Nym sagt:

        Weil Du keines kennst, gibt es keine?
        Wenn ich GVU wäre würde ich mich auch bedeckt halten. damit genau solche Leute wie Du weiter schön darüber grübeln können, was denn jetzt ein Erfolg war und was nicht.
        DIe Leute, die zu Haft- oder Geldstrafen verurteilt wurden tragen das selten in die Öffentlichkeit….

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