Laut Technology Policy Institute: Private Daten sind Deutschen 7 Euro wert

Was ist den Deutschen ihre Privatsphäre wert? Weniger als einen Zehner pro Monat, sagt das Technology Policy Institute.

Technology Policy Institute

Deutsche Facebook-Nutzer würden von Social-Media-Plattformen 8 US-Dollar (also etwas mehr als 7 Euro) für die Weitergabe ihrer Kontaktdaten verlangen. US-Nutzer hingegen nur halb so viel, meldet Reuters. Die Nachrichtenagentur bezieht sich auf eine Studie des Technology Policy Institute, die zeigt, welchen Wert die Menschen in verschiedenen Ländern ihren privaten Informationen beimessen. Andere persönliche Details wie Standortdaten sind den Befragten derweil weitaus weniger wert.


Technology Policy Institute: Bezifferung notwendig

Die Studie des US-amerikanischen Think-Tanks versucht, den Wert des Online-Datenschutzes zu beziffern. TPI untersuchte dabei sechs Länder. Sie befragten dafür Facebook-User in den Vereinigten Staaten, Deutschland, Mexiko, Brasilien, Kolumbien und Argentinien.

TPI-Präsident Scott Wallsten erklärte gegenüber Reuters: „Unterschiede in der Wertschätzung der Privatsphäre verschiedener Datentypen in den einzelnen Ländern lassen vermuten, dass die Menschen an einigen Orten schwächere Regeln haben, während die Menschen an anderen Orten vielleicht strengere Regeln bevorzugen.“ Das Feststellen des Wertes der Privatsphäre sei notwendig, um „eine Analyse der vorgeschlagenen Datenschutzrichtlinien durchzuführen“, sagte er.

Deutsche wollen mehr als andere

Die Studie des Technology Policy Institute ergab: Die Deutschen wollen mehr Geld von den Plattformen als andere Bevölkerungen, damit diese ihre persönlichen Daten an Dritte weitergeben. Für 8 US-Dollar pro Monat können Facebook und Co. zum Beispiel die Kontaktdaten zur freien Verfügung erhalten. Auf dem zweiten Platz rangieren die US-Bürger mit 3,50 US-Dollar.

Generell legen die meisten Befragten den höchsten Wert auf Finanzinformationen wie den Kontostand und insbesondere biometrische Informationen wie Fingerabdruckdaten. Sie halten Standortinfos unterdessen für am wenigsten wertvoll.

Standortdaten für fast nichts

Eine Plattform wie Facebook müsste im Durchschnitt aller untersuchten Personen monatlich 8,44 Dollar für die Weitergabe ihrer Kontostandsdaten bezahlen. 7,56 Dollar wären das für die Weitergabe von Fingerabdruckdaten. 6,05 Dollar indes für das Lesen der Texte einer Person und 5,80 Dollar für die Weitergabe von Informationen über Barabhebungen. Im Gegensatz dazu wollten die Umfrageteilnehmer nur 1,82 Dollar pro Monat für die Weitergabe von Standortdaten und nichts für die Zusendung von Werbung per Textnachricht erhalten. Die Studie fand zudem heraus, dass lateinamerikanische Verbraucher – anders als US-Bürger und Deutsche – eine Vorliebe dafür haben, Werbung auf ihrem Smartphone zu sehen.

Tarnkappe.info

Beitragsbild: austindistel, thx!

Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.