Julian Assange: Schweden und Ecuador einigen sich

Schweden und Ecuador haben ein Abkommen unterzeichnet, das die Befragung von WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange durch Schweden ermöglicht.

Julian Assange, Wikileaks, Mauer
Julian Assange Bildnis auf der Abode of Chaos - Foto: Thierry Ehrmann, thx! (CC BY 2.0)

Im Fall von WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange ist es zu einer Einigung zwischen Schweden und Ecuador gekommen. Die beiden Staaten haben ein Abkommen unterzeichnet, das eine Befragung des gebürtigen Australiers ermöglicht. Darüber berichtete die BBC und die Nachrichtenagentur Reuters.

Einigung zwischen Schweden und Ecuador

Die Kontroverse um Assange zieht sich bereits seit Jahren hin. Dem kontroversen Aktivisten werden in Schweden Sexualdelikte vorgeworfen, die er bestreitet. Eine Befragung in Schweden lehnt Assange ab. Er befürchtet nach eigener Aussage, dass man ihn an die USA ausgeliefern würde. Dort, so sagt er, könnte ihm dann der Prozess wegen der umstrittenen Enthüllungen von WikiLeaks gemacht werden. Seit über drei Jahren hält sich Assange daher in der ecuadorianischen Botschaft in Englands Hauptstadt London auf, nachdem er zuvor einige Monate auf dem Anwesen eines englischen Unterstützers verbrachte.

Nun jedoch könnte Bewegung in diese seit Jahren andauernde Pattsituation kommen. Die Regierungen Schwedens und Ecuadors haben ein Abkommen unterzeichnet, das eine Befragung Assanges ermöglicht. Das teilte die ecuadorianische Regierung in Quito mit. Dort wurde das Abkommen, nach rund einem halben Jahr ständiger Verhandlungen, unterzeichnet.


Britische Regierung begrüßt Einigung

Die britische Regierung, die Ecuador mehrfach Behinderung der Justiz vorgeworfen hat, weil es Julian Assange Asyl in der Botschaft gewährt, begrüßte das Abkommen. Wie es nun weitergehe, liege in den Händen der schwedischen Staatsanwaltschaft, teilte eine Sprecherin des britischen Außenministeriums in London mit.

Die Mühlen der Justiz mahlen weiterhin langsam

Trotz der nun erzielten Einigung ist aber nicht zu erwarten, dass sich die Ereignisse im Fall Assange nun plötzlich überschlagen. Vielmehr wird man den Fall wohl im typischen bürokratischen Tempo weiter bearbeiten. Informationen der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge ist es sehr unwahrscheinlich, dass die schwedischen Autoritäten Julian Assange noch in diesem Jahr befragen werden. Das dürfte vielmehr erst Anfang 2016 geschehen.

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