Irland: Fußballverband fordert weitere Netzsperren

Die englische Premier League geht derzeit beim Obersten Gerichtshof in Dublin juristisch gegen mehrere Internet-Anbieter vor. Man will die Sperrung diverser Streaming-Portale erwirken, die die Spiele live übertragen ohne ihre Werbeeinnahmen mit dem Verband zu teilen. Der unerlaubte Zugang zu Pay-TV-Inhalten erfreut sich in Irland wachsender Beliebtheit und hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Bereiche der Online-Piraterie entwickelt.

Nach Angaben der Irish Times werden die illegalen Live-Übertragungen jeweils von zehntausenden irischen Zuschauern verfolgt. Der englische Fußballverband der ersten Liga geht derzeit juristisch gegen die Internet-Anbieter Eircom Ltd./Eir, Sky Ireland, Sky Subscriber Services, Virgin Media Ireland und Vodafone Ireland vor. Vertreter der Premiere League zeigen sich besorgt wegen der zunehmenden Zahl der illegalen Zuschauer.


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Die Internet Service Provider (ISPs) müssen nun tätig werden und DNS-Sperren errichten, was sicher einige ihrer Kunden verärgern wird. Die Internet-Anbieter unterstützen bereits die Ermittlungen, um die Hintermänner der illegalen Portale zu identifizieren. Dies teilte ein Brancheninsider der Redaktion mit, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Das Thema Netzsperren gibt es dort allerdings schon länger. Schon im Jahr 2017 erwirkte der britische Fußballverband der Premier League die Durchführung von Netzsperren per Gerichtsbeschluss. Betroffen waren damals die ISPs BT, Sky, TalkTalk und Virgin Media. Zwischenzeitlich wurden bei Razzien in Irland jede Menge nicht lizenzierte Set-Top-Boxen beschlagnahmt. Diese haben es ermöglicht, die Programme der hochpreisigen Fernsehsender kostenlos zu empfangen. Beliebt ist in Irland auch das Cardsharing bereits bezahlter Pay-TV-Zugänge. Die irische Sondereinheit der Polizei, Garda, wird folglich sobald nicht arbeitslos werden.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild Mitch Rosen, thx! (unsplash licence)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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