IFPI zwingt Internet-Provider A1 zu Netzsperren

netzsperren zensur ifpi horst jens

Foto: Horst Jens, thx! (CC BY-SA 2.0)

Die österreichische Niederlassung des Weltverbands der Phonoindustrie IFPI, zwingt den Internet-Provider A1 zur Sperre von drei Fileharing- und einer Streaming-Webseite. Der Gerichtsbeschluss wurde A1 Telekom am heutigen Freitag zugestellt.

Heute ging bei A1 Telekom der Beschluss vom Handelsgericht Wien ein. Auf Antrag der IFPI soll der Zugang zu den vier Websites Thepiratebay.se, Isohunt.to, 1337x.to und h33t.to blockiert werden. Nach Aussage des Phonoverbandes handelt es sich dabei um „strukturell rechtsverletzende Websites, auf denen es zu massiven Urheberrechtsverletzungen“ kommt.

Netzsperren gegen Anbieter des Graubereichs werden in Österreich und anderen EU-Ländern immer beliebter. In der Vergangenheit wurde schon mehrfach der Zugang zu The Pirate Bay von Internet-Providern in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Italien, Irland, Finnland, Dänemark und Island gesperrt. Dabei wird zumeist der Zugriff auf den Domain-Namen (DNS-Sperre) in Kombination mit der entsprechenden IP-Adresse unterbunden. In Deutschland werden alleine aufgrund von Urheberrechtsverletzungen noch keine Webseiten gesperrt.

IFPI: Netzsperren sollen Online-Verkäufe ankurbeln

Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der Österreichischen Musikwirtschaft, hält dies für eine sehr erfreuliche Entscheidung „für die weitere Entwicklung des Online-Musikmarktes.“ Man biete den Internet-Providern an, „gemeinsam an einer rechtskonformen und einfachen Umsetzung von Website-Blocking zu arbeiten.

Die Netz-Sperren von KinoX, die der VAP vorangetrieben hat, haben ihre Wirkung aber bislang nicht im gewünschten Umfang erzielt. Die Betreiber haben sich im Oktober 2014 einfach alternative Domains registriert, um die Sperren zu umgehen. Man wird sehen, ob die Sperren von The Pirate Bay, IsoHunt oder 337x.to besser funktionieren wird. h33t.to ist sowieso seit mehreren Wochen offline. Die Sperre einer toten Webseite erscheint fraglich, allerdings könnte diese jederzeit wieder auferstehen.

Mehr zu diesem Thema:

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

Vielleicht gefällt dir auch

2 Kommentare

  1. Werner sagt:

    Die Regierungen mit ihren konservativen Politikern machen nur die VPN Anbieter reich. Konservative Politiker sind so geisteskrank im Kopf dass man immer nur lachen kann ueber die!

  2. Nixversteher sagt:

    Zensur incoming.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.