Für Torrent-Downloads in Indien drohen 3 Jahre Haft

In Indien müssen User nun mit drei Jahren Gefängnis oder bis zu 300.000 Rupien Geldstrafe rechnen für das Konsumieren von Inhalten offiziell blockierter URL

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Wie India Today berichtet, bekommen Internet-Nutzer in Indien bei Aufruf offiziell blockierter URLs, wie einer Torrent-Seite bzw. Download-Portalen eine neue Nachricht angezeigt inform einer Warnung. Der Nachricht zufolge, die die großen Internetprovider ausgespielt haben, ist das „Ansehen, Downloaden, zur Verfügung stellen oder das Vervielfachen ein gesetzeswidriges Duplizieren“ und wird unter Strafe gestellt.

Die indische Regierung geht gegen Online-Piraterie vor und ist dabei besonders durchgreifend, wenn es um das Strafmaß geht: Drei Jahre Gefängnis oder bis zu 300.000 Rupien (rund 4.000 Euro) Geldbuße werden in Indien künftig fällig, wenn man trotz Netzblockaden gesperrte Webseiten besucht und deren Inhalte nutzt.


Diese Mahnung an schaulustige Internetnutzer tauchte offenbar ohne offizielle Vorankündigung auf. Wie India Today schreibt, herrscht noch völlige Unklarheit darüber, ob es sich dabei nur um eine leere Drohung handelt oder aber um eine gezielte Vorgehensweise der Regierung. Ebenso unklar ist, wie ein Vergehen gegen die neue Vorschrift überprüft werden soll.

India Today vermutet, dass die in Indien mächtigen Bollywood-Filmstudios hinter dieser Maßnahme stehen. Es sei gängige Praxis, dass Anwälte der Unternehmen vor der Veröffentlichung eines neuen Films vor Gericht um die Blockierung einer Reihe von Webseiten ansuchen. Vorgelegte Listen würden üblicherweise anerkannt und an Internet-Provider weitergeleitet, die genannte URLs dann blockieren müssen.

Fazit:

In einigen Medien wird fälschlicherweise die Nachricht verbreitet, dass bereits das Aufrufen der Webseiten unter Strafe steht. Die Ankündigung bezieht sich jedoch konkret auf das Konsumieren von Inhalten. Von der Regierung wird die Online-Piraterie an sich nicht geahndet. Es wird aber den Copyright-Inhabern die Möglichkeit gewährt, die Inhalte von Internetprovidern sperren zu lassen.

Bollywood-Produktionsfirmen sind in Indien hinlänglich dafür bekannt, dass sie strikt gegen Raubkopien vorgehen. Ob nun aber tatsächlich Nutzer befürchten müssen, dass die Regierung Haft- und Geldstrafen aussprechen, ist jedoch nach wie vor unklar.

Dass die indische Regierung dabei so massiv gegen Torrent-Seiten und Raubkopien vorgeht, passiert nicht zum ersten Mal. Bereits 2015 sperrte die Regierung über 500 Porno-Webseiten, wobei erst nach Protesten vieler Inder einige der Sperren wieder aufgehoben wurden.

Bildquelle: Bernhard Renner, thx! (CC0 Public Domain)

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.