Freenet Project: Anonymisierungsnetzwerk veröffentlicht Notfallupdate

Das Freenet Project veröffentlichte von der eigenen Software V. 0.7.5 build 1486. Auf Reddit erschien ebenfalls die Beta einer Android App.

freenet project Screenshot

Das Freenet Project veröffentlichte vor kurzem Version 0.7.5 build 1486. Damit aktualisiert man die Java-Programmbibliothek Java Native Access (JNA) auf eine neue Version. Somit verhindert man, dass Windows-Knoten bei einem Java-Update kaputt gehen können.

Freenet Project mit einem Update außer der Reihe

Daneben bietet dieses Update weitere Verbesserungen, die die Entwickler vorbereitet haben, um sie eigentlich zu einem späteren Zeitpunkt zu veröffentlichen. Auf Reddit hat ein Entwickler die App Freenet Mobile 0.1 beta freigegeben, was auf Android-Smartphones läuft. Im Gegensatz zu früheren Apps läuft das Freenet Netzwerk direkt auf dem Gerät statt sich mit einer anderen Node zu verbinden. Endgültig fertiggestellt ist diese App aber noch nicht. Man fordert die User dazu auf, ihnen Feedback dazu zu geben, damit man auftretende Fehler ausmerzen kann. Doch die Freenet Mobile befindet sich noch klar in der Testphase. Man plant schon bald eine Publikation über F-Droid und den Google Play Store.

 

freenet project goes android

Screenshots der App Freenet Mobile.

Was ist das Freenet Project?

Freenet ist ähnlich wie I2P eine auf Java basierende Peer-to-Peer-Software. Damit baut man ein Rechnernetzwerk auf, um Daten verteilt zu speichern und dabei jegliche Zensur zu vereiteln bzw. einen anonymen Austausch von Informationen zu ermöglichen. Dieses Ziel will man durch Dezentralisierung, Redundanz, Verschlüsselung und dynamisches Routing erreichen. Die Community entwickelt Freenet als freie Software unter einer GPL Lizenz. Genauso wie I2P hat die Software noch nicht Version 1.0 erreicht. Nach Angaben der Entwickler handelt es sich darum noch immer um eine Testversion.

Interview

i2p freenet tor

v.l.n.r. I2P, Freenet, Tor

Vor einigen Jahren habe ich mich ausführlich mit dem Texaner Ian Clarke unterhalten. Clarke investiert so viel seiner Freizeit in dieses Projekt, weil ihm die Freiheit zu kommunizieren am Herzen liegt. Er vertritt die Ansicht, die Regierungen dürfen ihm nicht vorschreiben, was er mit den Daten anstellt, die er gesammelt hat.

Projektleiter Ian Clarke räumt offen im Gespräch ein, dass es bei Freenet Angebote wie den Tausch von KiPos oder den Verkauf von Drogen gebe. Damit ist er ganz und gar nicht einverstanden. Doch es sei schwer, missbräuchliches Verhalten der Anwender innerhalb des eigenen Netzwerks zu unterbinden. Manche Menschen verstehen das Wort Freiheit einfach ganz anders als die Initiatoren des Projekts. „Leider ist es unmöglich das zu unterbinden, ohne den gesamten Zweck von Freenet zu zerstören“, sagte uns Clarke.


Kostenloser Download der Software

Die Software vom Freenet Project kann man kostenlos von hier für macOS, Windows und verschiedene Linux-Distributionen herunterladen. Die Entwickler raten zu einem Einsatz auf einem 1 GHz Prozessor mit mindestens einem GB Arbeitsspeicher. Die Software läuft mit weniger auch, allerdings merklich langsamer. Für das Filesharing der Teilnehmer sind Netzwerke wie I2P oder Freenet nicht geeignet. Dafür ist der Up- bzw. Download aufgrund der Verschlüsselung zu langsam und die Anzahl der Filesharer viel zu gering.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.