Frankreich: Kultusminister fordert schwarze Liste

Der französische Kultusminister Franck Riester will im Kampf gegen illegale Streaming-Webseiten mithilfe der HADOPI-Behörde eine schwarze Liste erstellen. Die Domains der Piratenseiten sollen dann automatisch von den französischen Internet-Anbietern gesperrt werden. Riester will außerdem vorzeitig Upload-Filter auf nationaler Ebene einführen, um die geteilten Inhalte besser kontrollieren zu können.


In Lille auf dem Mania Festival gab Franck Riester bekannt, er plane verschiedene Maßnahmen im Kampf gegen illegale Anbieter im Internet. Es reiche nicht aus, das staatliche Finanzierungsmodell für das audiovisuelle Schaffen zu modernisieren. Für den Kultusminister ist es ebenso wichtig, entschlossen gegen Piraterie und insbesondere gegen das illegale Streaming, vorzugehen, wie er sagte. Riester geht es unter anderem um den Kampf gegen die vielen Klone von Piraten-Seiten.


Die HADOPI-Behörde soll schwarze Liste verwalten

Series Mania schwarze ListeDie HADOPI-Behörde (Haute Autorité pour la diffusion des oeuvres et la protection des droits sur l’Internet), die für die Durchführung des dreistufigen Warnsystems für P2P-Filesharer bekannt wurde, soll die Auflistung erstellen. Geplant ist, die aktiven Webseiten ständig in der Liste zu aktualisieren, um die Informationen an die großen ISPs wie Orange, Free, SFR oder Bouygues Télécom zu schicken. Die Liste soll eine systematische DNS-Sperre aller Piratenseiten vereinfachen. Riesters Vorgängerin Françoise Nyssen hatte bereits im April 2018 die Erstellung einer solchen Liste angekündigt, dabei ist es aber wohl bisher geblieben. Wie unsere Kollegen von NextWarez.com berichten, machen illegale Download- und Streaming-Portale in Frankreich mindestens die Hälfte der meist besuchten Websites aus.

Frankreich im Alleingang: Upload-Filter bis 2020

Der Kultusminister kündigte ebenfalls die vorzeitige Durchsetzung von Upload-Filtern auf nationaler Ebene an. Dies soll bis zum Jahr 2020 geschehen. Auf dem Festival traf er sich mit Ted Sarandos, dem CCO von Netflix und Charles Rivkin, dem CEO des Lobbyverbandes der US-amerikanischen Filmindustrie, MPAA. Man teile den gemeinsamen Wunsch, die audiovisuelle Schöpfung in Frankreich und Europa künftig besser zu finanzieren, schrieb Riester auf Twitter. Unterstützt werden sollen vor allem TV-Serien mit internationalem Potenzial, wie französische Medien berichten.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild „R.I.P. HADOPI“ von Jeanne Menjoulet, thx! (CC BY 2.0)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

Vielleicht gefällt dir auch