Finanzexperte Jonathan Harris: Kryptowährungen sind wertlos

Article by · 4. Juni 2017 ·

Mit Bitcoins handeln ist wie Geld verbrennen? Bildquelle, thx! (CC0 1.0)

Jonathan Harris, der in der US-Finanzbranche dafür bekannt sein soll, klare Kante zu zeigen, hat Bitcoin und andere Kryptowährungen gegenüber der Financial Times (FT) als Schneeballsystem bezeichnet. Harris hält Kryptowährungen generell für komplett wertlos. Die Community schäumt.

Während Startups wie Bitwala versuchen, kleinen wie großen Unternehmen Kryptowährungen wegen der geringen Transferkosten von Überweisungen ins Ausland schmackhaft zu machen, polterte Jonathan Harris in der Financial Times herum. Harris vertritt in dem kostenpflichtigen Artikel die Auffassung, dass der Bitcoin exakt „null“ wert sei. Der Finanzexperte verfügt dabei u.a. über einen Bachelor and Master of Science und ist schon seit mehr als 20 Jahren in der Finanzbranche tätig.

Bitcoin laut Jonathan Harris nichts als ein Schneeballsystem

Viele Analysten haben ein Problem damit, dass für sie eine virtuelle Währung einfach nicht greifbar ist. Immer wieder wird der Bitcoin als inhärent (= nicht existierend) bezeichnet. Harris glaubt, Bitcoins zu kaufen bringt den Anlegern nicht mehr, als einen Betrag auf ein Konto zu buchen. „Alles, was man damit tun kann, ist, sie an jemand anderen zu verkaufen.“ Harris bemängelt zudem, dass man mit diesem Geld bisher noch so gut wie nirgendwo eine Ware oder Dienstleistung an der Kasse bezahlen kann. Die Akzeptanz der Bitcoins in den Ladengeschäften lässt hierzulande tatsächlich sehr zu wünschen übrig. Allerdings gibt es ein paar wenige Enthusiasten, wie beispielsweise Kneipen oder Science Fiction-Bücherläden (siehe Video unten), wo man virtuell bezahlen kann. Den Ausführungen von Harris zufolge glaubt er, nur weil aufgrund des Hypes viele Anleger in den Markt eingestiegen sind, konnte sich der Wert derart positiv entwickeln. Sollten alle Spekulanten ihre Einlagen auf einen Schlag aus diesem Markt herausziehen, würde der Kurs naturgemäß ins Bodenlose fallen.

Der Finanzexperte beschreibt beim Gespräch außerdem Optionen, wie man das Bitcoin besser kontrollieren könne, was das Wachstum bremsen würde. Doch die Abwesenheit einer einzelnen Zentralbank als Kontrollinstanz ist ja genau das, was diese Währung ausmacht.

Meine Einschätzung: Klar ist, dass das Bitcoin und alle anderen virtuellen Währungen teils erheblichen Schwankungen unterliegen. Das trifft in dieser Ausprägung auf die meisten „echten“ Währungen nicht zu. Um nur ein Beispiel zu nennen: Im Mai dieses Jahres fiel der Wert des Bitcoin in nur zwei Tagen um 700 Dollar ab, um sich dann wieder ganz langsam zu erholen.

Bei Coinbase kostet ein Bitcoin derzeit 2.506,73 US-Dollar, das sind umgerechnet etwas über 2.240 Euro. Für uns Otto-Normal-Verbraucher ist diese Währung nur bei einer mittel- bis langfristigen Anlage interessant. So stieg der Wert innerhalb der letzten 12 Monate um fast um 2.000 US-Dollar an. Die Gründe dafür sind schwer nachvollziehbar, vielfältig und haben IMHO nur teilweise etwas mit dem anhaltenden Bitcoin-Hype zu tun, der tatsächlich einige Zocker angelockt hat. Es wird gemunkelt: Unter anderem wegen der Sekunden-Trader zogen sich letzte Woche unzählige Bitcoin-Transfers extrem in die Länge. Manche Anbieter wie Coinbase wurden durch Anfragen derart geflutet, dass die Technik mit der Masse an Seitenzugriffen und Aufträgen überfordert war, wie uns ein Servicemitarbeiter per E-Mail mitteilte.

P.S.: Der Rant von Harris ist schon uralt, das Interview wurde Ende Januar dieses Jahres veröffentlicht. Es dauerte allerdings mehr als ein halbes Jahr, bis das Thema von den meisten englisch- bzw. deutschsprachigen Bitcoin-Newsportalen aufgegriffen wurde. Natürlich gibt es auch eine Entgegnung, die sich kritisch mit den Aussagen des „Finanzexperten“ auseinandersetzt. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie üblich irgendwo in der Mitte.

P.S.S.: Sehr spaßig ist dieser Kommentar eines Lesers, den man mal gelesen haben sollte:

Good for him… another clown economic „expert“.

I look forward to him and his peers being unemployed, sitting on a street corner holding a cup for change… or better yet, a QR Code with a sign „Spare a little Bitcoin. Anything helps!“

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7 Comments

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    xyz

    Hahaa, „Schneeballsystem“. Und was sind die Zentralbanken und die FED und der Dollar und der Euro – wenn nicht ein Schneeballsystem ? Na ?
    Aufwachen, Leute ! Das Geld verarscht euch IMMER!

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    ReSL

    https://www.youtube.com/watch?v=ohqKmAz_aeM

    Leute kommt mal klar ihr werdet schon über zig Jahre mit dem jetzigen Geldsystem verarscht!
    Es ist ein Versuch der Menschheit was neues zu erreichen.

    Beschäftigt euch mal damit!
    Klar es ist auf jeden Fall nicht die eierlegende Wollmilchsau, aber die gibts ned!! BAM denkt mal um die ecken! danke….

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    u9h3fe2ubicr3uihr4g

    Bitcoins sind Umweltverschmutzung, da massenhaft Energie verplempert wird um diese zu erzeugen und Zahlvorgänge abzuwickeln.
    Da aktuell eine Nachfrage nach dem Zeug besteht haben die einen Wert.
    Das kann sich schnell ändern.
    Oder will noch jemand sein Vermögen in Reichsmark anlegen? :-)

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    Anne Tschirner

    Interessant, wie schnell ein „Master of Science“ nach seinem Abschluss das Wissen aus den Grundsemestern vergisst. Bitcoin ist aus dem gleichen Grund etwas „wert“, wie Gold etwas „wert“ ist, nämlich je nach Sichtweise viel oder nichts. Oder anders: Sie haben den Wert, den Andere bereit sind, ihnen zuzumessen.. Wenn ich in einem Rettungsboot allein auf dem Meer treibe, ist ein Klumpen Gold nichts wert, im Gegenteil: Er ist Ballast. Wenn ein Schiff mich unter der Bedingung aufnimmt, dass ich den Klumpen Gold abgebe, ist das für mich ein schlechter Tausch, weil unter normalen Umständen die Passage deutlich günstiger wäre, aber wenn ich als Alternative im Rettungsboot bleiben und verdursten kann, ist der Goldklumpen eben ein paar Nächte in der Ecke eines Laderaums und einen Teller Suppe pro Tag wert.

    Ähnlich ist es mit Bitcoins. Wenn irgendwer bereit ist, dafür über 2000 USD zu zahlen, dann ist ein Bitcoin eben genau das wert. Das Gleiche gilt übrigens auch für den „Wert“ eines USD oder Euro oder irgendeiner anderen Fiat-Währung. Keine der großen Leitwährungen ist durch eine gleichwertige Goldreserve oder Ähnliches in einem Banktresor abgesichert. Der einzige Grund, warum der Bäcker gewillt ist, mir für einen Euro ein paar Brötchen zu geben (oder der Kneipenwirt in einer Berliner Hipsterspelunke mit eine Bionade gegen Bitcoins verkauft), ist der, dass er hofft, mit dem eingenommenen Geld später seine Miete (oder irgendetwas Anderes) bezahlen zu können. Es ist nicht etwa so, dass die Kanzlerin persönlich dafür haftet, dass ich mit einer Euromünze etwas kaufen kann. Bitcoin ist nicht viel mehr, als dass man die Verwaltung einer Währung nicht mehr von Staaten, sondern von der Community erledigen lässt.

    Man kann sich darüber streiten, ob Bitcoin eine beständige Währung ist, ob es eine intelligente Idee ist, längerfristig darin zu investieren. Theoretisch kann morgen alles vorbei sein, wenn sich herausstellt, dass schon seit Jahren der Hashalgorithmus gebrochen ist und alle Blöcke mit manipulierten Daten geschrieben wurden. Das seit Jahren kursierende Gerücht, es gäbe eine längere Blockchain als die bekannte, in der gänzlich andere Werte stehen, könnte wahr sein. Irgendeine Geschichte, die das Vertrauen in Bitcoin schwächt, könnte den Wert schlagartig auf Null fallen lassen. Die Behauptung aber, Bitcoin sei jetzt in diesem Moment nichts wert, ist einfach kontrafaktischer Blödsinn. Offenbar liegt er jetzt (4.6.2017 11:51 h) bei 2254,25 Euro (Quelle: Google).

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      Obey

      Wo gibts den den Daumen Hoch Button ;)

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        Sorry, der ist technischen Problemen mit dem Theme zum Opfer gefallen, leider!! Ich versuche nach dem Urlaub nach einer Lösung zu suchen.

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      Anne, das ist das Beste was ich je zu Bitcoin gelesen habe. Top! Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen :)


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