FIFA lässt diverse Videos von Fußballfans löschen

Die Rechtsabteilung der FIFA ist wiederholt gegen Personen vorgegangen, die jubelnde Fans vor den laufenden Fernsehern gefilmt haben, um diese Aufnahmen bei Twitter oder bei anderen sozialen Netzwerken zu verbreiten. Die EFF hinterfragt: Geht man so etwa mit seinen eigenen Fans um?

Ein tanzendes Kind freut sich über ein Tor seines Fußballidols Harry Kane. Im Hintergrund läuft verschwommen und kaum erkennbar die Liveübertragung des WM-Spiels England gegen Tunesien. Die verwackelten Bilder von der Fußball-WM waren für die FIFA dennoch Grund genug, sich einzuschalten.

Die Mutter des neunjährigen Sohnes erhielt am 18. Juni den Hinweis von Twitter, dass man ihren Tweet löschen musste. Die FIFA kam zur Überzeugung, dass der Videoclip über fünf Sekunden (!) ihre Urheberrechte verletzt habe, weil dabei die Übertragung des Spieles gefilmt und verbreitet wurde. Twitter erhielt eine DMCA-Löschanfrage, nachdem man offenbar das Internet systematisch auf derartige Mitschnitte untersucht hatte.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) findet, die FIFA sollte endlich mal ihre Lektion lernen, um die Bedürfnisse der Fans besser zu respektieren. Das Spiel hätte man mithilfe dieses Videos niemals auch nur ansatzweise verfolgen können. Auch hätte man die Fair Use Klausel des US-amerikanischen Copyrights berücksichtigen können, wenn man denn nur gewollt hätte. In der Vergangenheit ist man ebenfalls gegen alle Personen vorgegangen, die bei Twitter & Co. die Logos, Grafiken oder geschützten Symbole der FIFA benutzt haben. 

Die FIFA & das Copyright: Geht es letztlich nur noch um’s Geld verdienen?

Gegenüber dem Mirror bezeichnete die Mutter die Vorgehensweise der FIFA als “engstirnig. Der seien doch die echten Fans egal, glaubt Kathryn Conn. „Das war doch nur ein unschuldiges Video meines Sohnes, der den ersten Treffer von Kane feiern wollte“ Ihr Sohn verehrt den Nationalspieler Harry Kane, der als Stürmer bei Tottenham Hotspur in der Premier League unter Vertrag steht. Die Mutter regt sich darüber auf, dass das Fernsehbild lediglich verschwommen im Hintergrund zu sehen war. Die Wiederholung des Tors ist kaum auf dem Video erkennbar. „Das war doch nur ein Clip eines kleinen Jungen, der etwas feierte, was er wirklich genossen hat“. Die müssen das Internet auf solche Mitschnitte überwachen, mutmaßt die Mutter. Nach ihrer Ansicht geht es den FIFA-Managern mehr ums Geld als um die Bedürfnisse der echten Fans. Auch andere Twitter-User haben ganz ähnlich über das Verhalten der FIFA berichtet. Auch ihnen ging es lediglich darum, einen ganz besonderen Moment mit anderen Menschen zu teilen. Sobald dabei aber Bilder der TV-Übertragung sichtbar sind, schaltet sich die FIFA direkt ein. Bis das Video bei Twitter gelöscht war, verging nur eine Nacht. Am nächsten Morgen war für die Mutter nur statt der schönen Erinnerung noch die E-Mail der Betreibergesellschaft von Twitter sichtbar.

 

Quelle Beitragsbild, thx! (CC0 1.0)

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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5 Kommentare

  1. Ichbins sagt:

    FIFA-Mitarbeiter: “Der Ruf der FIFA liegt inzwischen ein paar Milliarden Kilometer unter dem Keller!”
    FIFA-Boss: “Na und? Geld regiert die Welt. Heil Geld!”

  2. Pudelmütze sagt:

    Die Fifa hat vielleicht auch nur die Rechte des Kindes gewahrt und diesem langfristig einen Gefallen erwiesen. Mütter und Omas denken zu oft nicht darüber nach, was sie ihren angeblich Liebsten so antun. Man muss ja nur mal Facebook schauen, oder auf seine WhatsApp Liste, wer da statt seiner selbst, aus Feigheit oder falschem Stolz seine Kinder der Welt zum Fraß vorwirft.

  3. Dirk sagt:

    Das alles hat mit Sport nichts mehr zu tun, es geht knallhart nur noch ums Geld! Traurig sowas, damals war es noch echter Sportsgeist, aber heute…

  4. ImTheOneWhoKnocks sagt:

    Also das ist dann wirklich übertrieben. Copyright schön und gut, aber so weit muss man nicht gehen…

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