Facebook: „Fake News“ werden mit „disputed“ gekennzeichnet

In den USA hat Facebook unlängst ein neues Feature aktiviert. So werden "Fake News" mit "disputed" als "umstrittene Nachricht" gekennzeichnet.

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Grafik geralt, thx! (CC0 1.0)

In den USA hat Facebook unlängst ein neues Feature aktiviert. So kennzeichnet man erste Artikel als „umstrittene Nachricht“ (disputed). Nutzer will man vor derartigen „Fake News“ schützen. Jedoch die Überprüfung durch unabhängige Fakten-Checker dauert noch zu lange, berichtet Gizmodo.

 

Facebook kennzeichnet strittige Beiträge als disputed

Wurde bereits zum Jahreswechsel dieser Schritt von Facebook angekündigt, tauchen nun die ersten Screenshots auf, in denen unterhalb einer geteilten Meldung ein rotes Dreieck als Warnung dienen soll. Aktuell hat Facebook also damit begonnen, Fake-News-Artikel mit der Markierung „disputed“ („umstritten“) zu kennzeichnen.

Man warnte auf diese Weise bereits vor einem Artikel, wonach Donald Trumps Android-Smartphone angeblich die Quelle von Leaks vertraulicher Informationen aus dem Weißen Haus sei. Im Auftrag von Facebook haben unabhängige Fakten-Checker die Story überprüft. Und dies mit dem Ergebnis, dass Snopes.com und PolitiFacts den Artikel für unglaubwürdig hielten. Das Online-Magazin Recode stellte fest, dass in diesem Fall die Überprüfung sehr viel schneller hätte gehen können, denn der Artikel sei auf einer Satire-Website erschienen.

Jedoch auch sonst dauert der Prozess der „disputed“-Markierung noch viel zu lange. Dabei gibt Facebook zweifelhafte Artikel, die von Nutzern oder einem eigenen Algorithmus als Fake-News gemeldet werden, weiter an beauftragte Organisationen. Diese kontrollieren den Quellartikel und geben Facebook eine Freigabe für die entsprechende Markierung. Mindestens zwei der beauftragten Fakten-Checker müssen eine Geschichte als „umstritten“ einstufen. Nur so setzt Facebook das „Disputed“-Label. Im Falle der Donald Trump-Meldung dauerte die Faktenüberprüfung fünf Tage.

Überprüfung dauert zu lange

Laut der Facebook-Mitteilung wird es weiterhin möglich sein, diese gekennzeichneten Beiträge zu teilen. Allerdings wird die angezeigte Warnung dann mitgeteilt als Zeichen, dass man den Wahrheitsgehalt des Beitrags anzweifelt. Sobald ein Beitrag mit einem Warnhinweis versehen wurde, kann er auch nicht mehr zu einer Werbeanzeige gemacht oder hervorgehoben werden.

Mitte Januar 2017 hatte Facebook weiterhin erklärt, in Deutschland solle das Recherche-Kollektiv Correctiv als externer Faktenprüfer eingesetzt werden. Das Team wird hierzulande „Fake News“ aufspüren, die dann ähnlich wie in den USA mit einem Warnhinweis versehen werden. Die entsprechende Markierung soll „Von Faktenprüfern außerhalb von Facebook angezweifelt“ lauten. Neben der eigentlichen Faktenprüfung hat Facebook angekündigt, finanzielle Anreize für die Erstellung von Fake-News-Artikeln abzubauen.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.