Eve Online – Project Discovery: Players versus Covid 19

Ein integriertes Minispiel in Eve Online basiert auf Datenanalyse und hilft somit der Wissenschaft im Kampf gegen Covid 19.

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Bildquelle: Gajus-Images

EVE Online, ein beliebtes Weltraum-Rollenspiel, enthält ein Minispiel, das durch reale Spieler-Forschungsergebnisse zu wissenschaftlichen Erkenntnissen verhilft. Im Rahmen des Citizen Science-Projekts, namens „Project Discovery„, können Spieler Wissenschaftlern helfen, Probleme zu lösen. Bereits seit März 2020 haben sie Forschende dabei unterstützt, „bei der Analyse von COVID-19-Daten zu helfen, um das Verständnis der Wissenschaftler für die Auswirkungen auf unser Immunsystem zu verbessern“. Die Spieler erreichen im Gegenzug für ihre Bemühungen höhere Ränge und erhalten einzigartige In-Game-Belohnungen.

Project Discovery ist das Produkt einer Zusammenarbeit zwischen den Entwicklern von EVE Online, CCP Games, Massively Multiplayer Online Science (MMOS) und verschiedenen renommierten Universitäten. Konkret ist es die Aufgabe der Spieler, unterschiedliche Arten von Zelloberflächenproteinen zu identifizieren. Infolge dienen die Ergebnisse den Wissenschaftlern dazu, um eine genaue Anzahl dieser Zelloberflächenproteine ​​zu berechnen.

Spieler sehen ein 2D-Diagramm mit mehrfarbigen Punktzellen. Sie müssen lediglich mittels Point-and-Click Polygone um die Hauptmasse der Cluster zeichnen. Laut Ryan Brinkman, Professor für medizinische Genetik an der Universität von British Columbia helfen die Spieler den Wissenschaftlern, besser zu verstehen, wie unser Immunsystem vom Coronavirus beeinflusst wird. Dazu messen sie die chemische Zusammensetzung von Zellen. Ein Prozess, der auch als Durchflusszytometrie bezeichnet wird, um die Immunantwort eines Körpers auf Covid-19 zu bestimmen.

Bereits eine Zwischenbilanz zeigt auf, welche eindrucksvollen Leistungen durch die Spieler bei dem aktuellen Programm erbracht worden sind. So haben 327.000 Spieler von EVE Online im vergangenen Jahr 1,37 Millionen Analyseaufgaben im Spiel abgeschlossen. Das Online-Science-Fiction-MMORPG-Spiel hat folglich Wissenschaftlern dabei geholfen, ca. 41 Millionen wissenschaftliche Daten zusammenzutragen. Dafür hätten sie sonst ca. 330,69 Jahre oder 2.628.000 Stunden gebraucht. 60 Prozent davon dienten der direkten Hilfe bei der Covid-Forschung, 40 Prozent dem AI-Learning.

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Interesse an Eve Online Spieler-Ergebnissen ist enorm

Dr. Ryan Brinkman verdeutlicht gegenüber IGN:

„Ihre Bemühungen werden nicht nur zum Verständnis von COVID-19 beitragen, sondern die von ihnen generierten Daten werden auch frei und weit verbreitet mit der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft geteilt. Zudem besteht ein sehr großes Interesse daran, ihre Ergebnisse für die Generierung von Algorithmen für maschinelles Lernen wiederzuverwenden. Es gibt einfach keine andere Ressource dafür in der Nähe dessen, was jetzt generiert wird.“

Attila Szantner, CEO und Mitbegründer von Massive Multiplayer Online Science, gab in einem Statement bekannt:

„Ich glaube, dies ist ein sehr wichtiges Projekt, fast wie eine Mission, um der Welt zu zeigen, dass es funktioniert. Letztlich bedeutet das, je mehr Spieleentwickler an Bord springen und je mehr Gamer-Communities sich anschließen, desto mehr kommt die Wissenschaft voran. Es war wie ein Wunder, Project Discovery durchzuziehen. Durch die erzielten Resultate können wir beweisen, dass sowohl der Einsatz der Gaming-Community, als auch der Spiele-Entwickler der Wissenschaft einen Nutzen bringt. Ich denke, dass es die Entscheidung für Spiele-Entwickler erleichtern wird, solche Projekte in die Spiele zu implementieren. Und ich hoffe, dass in Zukunft mehr davon passieren wird.“

Auch Bergur Finnbogason, Creative Director von Eve Online, zeigt sich gegenüber IGN bezüglich des Projekts optimistisch:

„Es läuft jetzt seit fast einem Jahr, oder genau ein Jahr jetzt, und ja, es ist sehr aufregend und hat sich zu einem wundervollen Projekt entwickelt. (…) Es gab so viel Interesse von den Spielern, gleich von Anfang an. Wir haben letzten März angefangen und jeder hat sich angestrengt und ist aufgesprungen und es fühlt sich immer noch so an, als ob die Leute auf jede Art helfen wollen, diese Pandemie zu lösen. Wir sind total dankbar dafür, dass wir daran beteiligt sind.“

Auch Vorgänger-Projekte halfen der Wissenschaft

Das erste Discovery-Projekt in EVE konzentrierte sich auf die Identifizierung von Proteinen in menschlichen Zellen. Während ein Folge-Discovery-Projekt auf die Entdeckung realer Exoplaneten oder entfernter Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gerichtet war. Ähnlich wie beim aktuellen Covid 19-Minispiel spielten EVE-Spieler ein Minispiel im Spiel, um die Datensätze der Leuchtkraftkurven zu durchsuchen, die die Helligkeit der Sterne als Planeten darstellten, die an ihnen vorbeizogen. Dies half Wissenschaftlern, Exoplaneten im Weltraum zu entdecken.

Eve OnlineBildquelle: eveonline.com

Mit dem diesjährigen 18-jährigen Jubiläum von EVE Online können die Spieler dabei sowohl das Spiel feiern, das sie lieben, als auch die realen Ergebnisse, die sie dank ihrer Bemühungen erzielt haben.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.