Ertappt: Russische Wissenschaftler wegen versuchtem Bitcoin-Mining festgenommen

Article by · 11. Februar 2018 ·

Die Behörden in Russland und der Ukraine haben in der vergangenen Woche Verdächtige festgenommen, die beschuldigt wurden, mit Arbeitscomputern Bitcoin-Mining zu betreiben. Das gab eine Sprecherin der Forschungseinrichtung der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag (09.02.2018) bekannt: sie seien „rechtzeitig gestoppt worden“, informierte sie. Gegen die Verdächtigen wären Strafverfahren eingeleitet worden, teilte der Pressedienst der Nachrichtenagentur Interfax mit.

Russische Sicherheitsbeamte haben mehrere Wissenschaftler des Kernforschungszentrums (RFNC-VNIIEF), Russlands führendem Nuklearlabor, in der Stadt Sarow, Region Nischni Nowgorod, festgenommen, weil sie mit den dortigen Supercomputern die Kryptowährung Bitcoin schürfen wollten. Sarow ist eine isolierte Stadt, die ständig vom russischen Militär bewacht wird und nur die ca. 20.000 Wissenschaftler und Angestellte des Kernforschungszentrums dürfen überhaupt an dem Ort zugegen sein. Auch innerhalb des Objektes ist eine spezielle Genehmigung erforderlich, da insbesondere an der Entwicklung von Atomwaffen geforscht wird und es wurde in dieser Einrichtung die erste russische Atombombe während der Herrschaft von Joseph Stalin gebaut. Zu Zeiten der Sowjetunion wurde der Ort aus offiziellen Karten sogar vollständig entfernt.

Im Jahr 2011 wurde dort ein Supercomputer installiert, der eine Kapazität von einem Petaflop erreichen soll, was 1000 Billionen Berechnungen pro Sekunde entspricht. Nach Angaben des russischen Fernsehens war dieser damals einer der zwölf leistungsstärksten Rechner weltweit. Je leistungsstärker die Computer sind, desto schneller lässt sich aber auch das virtuelle Zahlungsmittel schürfen, das verleitete wohl die Wissenschaftler dazu, den Rechner dazu zu verwenden. Der Supercomputer des Nuklearlabors durfte allerdings nicht mit dem Internet verbunden sein, um so fremdes Eindringen zu verhindern. Ertappt wurden die Forscher, weil sie ihn mit dem Netz verbanden. Sobald die Wissenschaftler dies versuchten, wurde die Sicherheitsabteilung des Nuklearzentrums alarmiert. Sie wurden dem Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) übergeben, berichtet der russische Nachrichtendienst Mash.

Bildquelle: AaronJOlson, thx! (CC0 Public Domain)

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