Drogen für 130.000 EUR beschlagnahmt: Festnahme von vier Dealern

Die Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz nahm vier Männer fest. Sie haben zuvor im Darknet Drogen verkauft.

Drogen
Foto geralt, thx! (CC0 1.0)

Über einen Darknet-Marktplatz vertrieben vier Männer Drogen in großem Umfang. Durch Hausdurchsuchungen konnte man den Anfangsverdacht bestätigen. Bei der Razzia beschlagnahmte man zahlreiche Drogen. Die Polizei hat die vier Männer verhaftet.

Einen Erfolg konnte die Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz verbuchen. Nach eigenen Angaben nahmen sie vier Männer fest, die auf dem deutschsprachigen Darknet Market Forum Cannabis, Amphetamin, Heroin, Kokain, Methamphetamin (MDMA) und Ecstasy-Pillen veräußert haben.


Drogen mit einen Marktwert von ca. 130.000 Euro

Die Ermittlungen förderten zutage, dass die Bestellungen offenbar über Bitmessage abgewickelt wurden. Eine Bezahlung erfolgte mit der Kryptowährung Bitcoin. Am 11. August 2016 durchsuchten die Fahnder insgesamt sechs Objekte der vier Beschuldigten, alle im östlichen Bayern. So konnten 11 kg Amphetamin, 150 Gramm Kokain, 250 Gramm Heroin, 175 Gramm MDMA und 1.425 Ecstasy-Pillen sichergestellt werden. Die beschlagnahmten Drogen haben einen Marktwert von etwa 130.000 Euro. Außerdem stellten die Ermittler Bitcoin im Wert von rund 340.000 Euro sicher sowie Computer und andere Datenträger. Auch Cannabispflanzen wurden gefunden.

Nun sitzen die vier Beschuldigten in Untersuchungshaft, zwei der Männer sind 31 Jahre alt, einer 25 und der vierte 54 Jahre alt. Zum Tatvorwurf äußern wollten sie sich bisher noch nicht. Nach Angaben der Pressestelle hatte der von den Verdächtigen betriebene Marktplatz solche bemerkenswerten Zugriffszahlen „im mittleren sechsstelligen Bereich“.

Fazit

Die Landeszentralstelle Cybercrime gibt es seit zwei Jahren in Koblenz. Die drei Koblenzer Staatsanwälte von der Landeszentralstelle Cybercrime werden vor allem dann aktiv, wenn es um organisierte Kriminalität im Internet geht, und zwar um international agierende Banden, sagt Staatsanwalt Eric Samel. Dabei handelt es sich unter anderem um Waffenhandel, Drogen oder Kinderpornographie im großen Stil. Das alles wird im Internet vertrieben, allerdings nicht offen, sondern auf einer Art Schwarzmarkt und rund um den Globus, dem sogenannten „Darknet“. In diesem Fall wurden die Ermittlungen zusammen mit der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) durchgeführt.

Den Käufern steckt man die Drogen nun nicht mehr wie früher in dunklen Ecken heimlich zu. Der Postbote bringt sie bequem nach Hause. Oberstaatsanwalt Jörg Angerer erklärt, der Schwarzmarkt im Internet funktioniere wie ein ganz normaler Handelsplatz. „Im Darknet treten die Händler mit ihren Shops auf. Und dann werden die Kunden ganz normal per Post beliefert.“ In mühsamer Kleinarbeit müssen sie dabei die Adressen dieser Shops herauszubekommen, um die Täter dingfest zu machen. Allerdings verfügen sie über gut ausgebildete Computerspezialisten, die sämtliche Spuren im Netz verfolgen. Was sie herausbekommen, geben sie an die drei Staatsanwälte der Landeszentralstelle Cybercrime in Koblenz weiter, so Oberstaatsanwalt Angerer. „Wenn wir die Adressen haben, versuchen wir natürlich an die Händler heran zu kommen.“ Wie genau das funktioniert, verrät er nicht.

Darknet sicherer als die Straße?

Drogenkäufer geben oftmals als Gründe für den Drogenkauf im Internet an, dass der Einkauf sicherer und günstiger sei und es eine größere Auswahl gebe. Das Feedback auf den Plattformen sorge auch für Vertrauen zwischen Verkäufer und Käufer. Dabei würden Drogen aber nicht ausschließlich auf Kryptomärkten, sondern durchaus auch im „normalen“ Netz angeboten. Das gelte vor allem für die sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen (NPS). Solche Stoffe werden zum Teil als „Badesalze“ vermarktet.

Eine Studie der Rand Corporation ging der Frage nach, ob sich angesichts zahlreicher Berichte über Online-Handelsplattformen wie Silk Road (im Oktober 2013 von der US-Bundespolizei FBI abgeschaltet worden, sein Gründer Ross Ulricht wurde im Mai 2015 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt) oder Spekulationen über die intensive Nutzung des Darknet durch Kriminelle der Drogenhandel bereits substanziell ins Netz verlagert hat. Diese Untersuchung allerdings widerlegt eine solche Auffassung. Die Autoren der Studie schätzen den Umsatz der Kryptomärkte mit Drogen auf 12,6 bis 18,7 Millionen Euro im Monat. Verglichen mit den zwei Milliarden Euro Umsatz im Offline-Drogenhandel bedeutet das einen Anteil von weniger als einem Promille.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.