„Das Ende der Buchpiraterie“

Article by · 6. September 2014 ·

ebook

Ich schreibe diesen Beitrag – und darf diesen Beitrag schreiben – weil ich mit Gründen bekanntgeben möchte, dass ich mit der Buchpiraterie zur Buchmesse aufhören werde… 
Spiegelbest ist ein Nickname. Er steht für die Legitimierung der Buchpiraterie, die es nach deutschem Recht und Gesetz nicht geben kann. Er steht dafür, die Rechtlosigkeit des Internets zu einem globalen Gewohnheitsrecht zu machen. Damit bin ich selbstverständlich nicht allein. Das Filesharing wird als Netzrecht angesehen und verteidigt. Von den Filmen, zur Musik bis zu den Ebooks wird alles geshared. Nicht wenige sehen das Filesharing als das grundlegende Recht einer Generation an.

Blick auf E-Book-Anfänge

Die Buchpiraterie kam erst spät auf. Warum sie für mich nun zu Ende geht, kann ich nur erklären, wenn ich einen Blick auf unsere Anfänge werfe.

Ich bin in einer Zeit zur Buchpiraterie gestoßen, als die Scanner der Papierbücher von den Einkäufern der Ebooks – den Retailern – abgelöst wurden. Jeder Scan war zuerst ein liebevoller und sehr zeitaufwendiger Nachbau des Originals. Jeder Scanner besitzt ein verdrehtes, aber inniges Verhältnis zu seiner Vorlage, schließlich muss er sie lesen – zur Korrektur und zur Formatierung. Die Retailer (wie ich) waren von anderer Art. Sie waren die Ladendiebe. Eine schnelle Greiftruppe, die sich nicht lange anschaute, was sie davonschleppte. Unter den Massen von Ebooks, die sich nun Tag für Tag über die Szene ergossen, wurden die wenigen Scanner begraben. Es gibt sie, aber sie sind die Exoten, die Maskottchen der Buchpiraterie.

Netzanarchisten & Sophisten

Gibt es eine Entschuldigung für diese Art von Piraterie? Nun, im engen juristischen Sinn sicherlich nicht, aber vergessen wir nicht, wie leicht es uns gemacht wurde. Niemand von den Uploadern, niemand von den Downloadern ist jemals erwischt worden. Die Gesetze bestanden nur auf dem Papier. Vergessen wir auch nicht, dass wir drm-freie Titel haben anbieten dürfen – lange Zeit besaßen wir de facto ‘Konkurrenzschutz’. Vergessen wir nicht, dass die Ebooks oft soviel gekostet haben wie die Papierbücher. Betriebswirtschaftlich berechtigt oder nicht, war dies in den Augen der Leser nicht angemessen. Und die Netzanarchisten wie ich taten ihr Bestes zu begründen, dass es im Netz kein Dein und Mein gibt. Und gegen alle Juristerei traten wir täglich den Beweis an: Ein gefragtes Ebook, das im Netz aufschlug, gehörte kurze Zeit später niemandem und allen!

Und die Rechteinhaber?

Die Klagen der ‘Rechteinhaber’ – wie wir sie nennen – haben mich nicht interessiert, und ich habe mich redlich bemüht zu propagieren, dass wir Leser selbst ein natürliches Recht auf schutzbefreites und preiswertes Lesen hatten. Es war nicht schwer, die Buchpiraterie in die Nähe von ‘Mundraub’ zu rücken. Wenn ich auf die Diskussionen mit den Autoren zurückblicke, dann hat sich ein Ladendieb auf gleicher Stufe mit dem Ladenbesitzer auseinandersetzen dürfen. Jede witzige Kehrtwendung, jede Dreistigkeit, jede Anmaßung fand den Beifall des Publikums. Es – das Publikum – wollte möglichst viele Bücher für möglichst wenig Geld lesen und hat uns Buchpiraten deshalb zu Gerechten der Buchwelt gemacht. Vergessen wir also nicht, wieviel Unterstützung wir bei allen Leserschichten fanden.

Amazon-Flat ein Wendepunkt

Und jetzt zur Buchmesse kommt die Flat von Amazon. Wird unser Traum vom unbegrenzten und kostenlosen Lesen wahr? Nur zum Teil, denn Amazon hat nichts als die eigenen Autoren im Programm. Aber schauen wir uns an, was passieren wird: Zuerst einmal werden alle Amazon-Kunden diese Flat angeboten bekommen. Wenn ich Amazon richtig kenne, werden die Konditionen für die Kunden äußerst attraktiv sein. Geschätzte 40-50% der Knden werden beginnen, ihre Bücher flat (und damit digital) zu lesen. Frage: Werden diese Kunden weiter bereit sein, für ein Buch (egal ob Papier oder digital) € 20,00 auszugeben? Oder werden sie das Angebot der Buchpiraten in der Gestalt von l**.to aufsuchen, wo jeder Verlagstitel, den es nicht in der Amazon Flat gibt, für € 0,10 verkauft wird?

Ich stelle für mich fest, dass bei den Ebooks das Endgame um den Buchmarkt der Zukunft begonnen hat. Noch werden die meisten Bücher in Papier gelesen. Was aber ist, wenn die Amazon Flat das digitale Lesen populär macht? Es gibt keinerlei Empirie, aber wenn die Flatbooks die Papierbücher verdrängen, dann werden die Verlage von zwei Seiten in die Zange genommen: von den Amazon Indies – darunter viele flinke Abschreiber – und von den eigenen Ebooks, die bei den Buchpiraten gelandet sind. Wer irgendwelche Zweifel hat, wie professionell das Angebot von letzteren ist, der schaue sich eine Seite wie l**.to gerne aus der Nähe an.

Ladendiebe werden Brandstifter?

Wir Buchpiraten sind zwar Ladendiebe, aber wir wollten zu keiner Zeit das Geschäft ruinieren, das wir regelmäßig besucht haben. Amazon aber will die Verlagslandschaft mit seiner Flat in Brand setzen. Ich für mich stelle fest, dass ich eine solche Brandschatzung als Buchpirat nicht unterstützen will. (Denn das tue ich, wenn ich weiter Verlagstitel hochlade.) Von Anfang bis Ende war ich nicht nur fleißiger Buchpirat, sondern auch begeisterter Leser der Verlagstitel.

Für mich geht die ‘alte’ Buchpiraterie, wie ich sie kenne – einigermaßen harmlos und einigermaßen idealistisch – bald zu Ende. Mache weiter, wer weitermachen will – ich lege kein Feuer an das, was ich liebe!

Bild-Quelle: thx (CC BY 2.0)

Text-Quelle: Danke an Spiegelbest für Abdruckgenehmigung. Dieser Artikel erschien zuerst am 04.09.2014 auf buchreport.de – „seit 1970 das meinungsbildende Fachmagazin der deutschsprachigen Buchbranche, das Informationsmedium für Buchhandel und Verlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ihrer Dienstleister.“

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44 Comments

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    Thomas Elbel


    Wie geil ist das denn?! Spiegelbest verhält sich wie jemand, der eine Scheune anzündet, den Bauern beim Löschen verspottet und als dann ein paar andere mit Benzinkanistern ankommen, um die Sache ein bisschen zu beschleunigen, murmelt er eine Distanzierung in den Äther und zieht seiner Wege. Man reiche mir die Tränenamphore.

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    test


    Ja die sind futsch. Aber immerhin kann man neue Kommentare abgeben – das wie ist aber gewöhnungsbedürftig.
    Und Bildchen kann man auch hochladen. Ich Probiers mal aus.

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      Der hinterlistige Teufel war ich. Und Disqus kommt aus einem einfachen Grund zum Einsatz: Um den Server, der öfters schon unter Attacken stand, zu entlasten. Und keine Sorgen, die alten Kommentare gibt es noch. Nur nicht zu sehen. Vielleicht importieren wir die noch.

      Ach und Kommentare sind aktuelle Diskussionen und mit neuen Themen werden auch neue Diskussionen zu lesen sein. Und wenn Disqus dicht macht, dann findet sich der nächste Service.

      Naja, und wenn große Websites nutzen Disqus. Die haben sich das wie Lars auch eine zeitlang überlegt.

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    der lesser


    ebookspender wird es ergehen wie boox.to Spiegelbest kündigt seinen abgang an
    nach kurzer zeit kommen die bösen Hacker und hacken ebookspender und weg sind die
    jetzt kommt wieder Spiegelbest ins spiel der erscheint aus der Versenkung und opfert sich
    und ruft ein neues Bord ins leben damit es mal wieder ein besseres Bord mit einer neuen Art der ebook verteilung gibt (natürlich nur für angemeldete zahlende User) es werden natürlich von den Einzahlungen ebooks gekauft und nichts für sich behalten (so edel ist Spiegelbest nun mal) na ja nun aber mal schlus mit den märchen die bekantlich meisten mit „es war einmal beginnen“
    Mich würde eher einmal wann Spiegelbest damit aufhört die User für so Dumm zuhalten
    und einmal die Wahrheit sagen würde die Meiner Meinung nur die sein kann „Ich brauche eine neue Einnamen Quelle mit noch mehr leichtgläubigen usern wie bisher

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    Humoristwennmanstrotzdemmacht


    Ach Gottchen nein, dass Spiegelchen beendet zum gefühlt tausendsten Mal seine „Karriere“ und in China ist wieder ein Reissack umgefallen. Ich würde nicht einmal glauben das er gestorben ist wenn es eine Todesanzeige in der FAZ gäbe, wer einmal lügt dem glaubt man nicht.

    Hach tu uns den Gefallen und setze wenigstens dieses eine Mal deine Ankündigun um plus nimm gleich noch dein Spenderforum mit ins Nirvana. Dann wird sich wenigstens schnell zeigen wie unrelevant dein ganzes „Schaffen“ für die Sache überhaupt gewesen ist.

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    Jabba


    Hab den Tag gekesen das Pornos 35% aller DDL-Downloads ausmachen und EBooks gerade mal 1,2%. Was lernen daraus?

    EBooks will keiner, Pornos aber jeder!

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    sowhat


    @myself
    Oh Gott, „links oben“ sollte eigentlich „rechts oben“ heißen. ;)
    SBs Abschied hat mich verwirrt.

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    sowhat


    Habs jetzt erst gesehen: Links oben gibt es ein Voting über „Spiegelbest verläßt Tarnkappe“.

    Natürlich habe ich für „Schade“ gestimmt. Passend zu seinem Abschied:

    Wer ihn kannte musste ihn lieben und wer ihn liebte, der kannte ihn auch. Alle die ihn kannten, liebten ihn und die, die ihn nicht kannten, verehrten ihn… aus der Ferne

    Tarnkappe ohne SB, was bleibt dann? Oh je Hr. Sobiraj. Die Clicks werden spärlicher werden.

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    Vanity


    Dieser Text zeigt, dass der Autor keine Ahnung von „Piraterie“ oder „Szene“ hat. Filesharing hat nichts mit den Preisen der Medien, die geteilt werden, zu tun.

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    Esther


    Die Beiträge bei Buchreport (oben verlinkt) sind übrigens auch spannend, vor allem die Rechnungen, auf die Bonik verlinkt.

    Nebenbei: Man kann – wie auch im Musikbereich – Piraterie zwar kaum durch Verbote eindämmen, aber durch attraktive legale Angebote unattraktiv machen.

    Wenn die Verlage wirklich in ihrer Existenz bedroht wären hätten sie das längst getan – etwa durch den Aufbau brauchbarer Leihbibliotheken. Außerdem hätten sie die Verlage längst wieder durch einen funktionierenden Kopierschutz zum Selberscannen verdonnert. Solange man all das für überflüssig hält kann die Bedrohung nicht so groß sein.

    Esther

    Esther

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    Esther


    Da komme ich jetzt nicht mehr mit. Wenn Spiegelbest ein Sammelname ist und die Seite weiterbesteht wird sie doch weiterhin auch von anderen Piraten frequentiert, ob es nun einen Betreiber weniger gibt oder nicht. Spiegelbest ist allerdings derart oft als Person öffentlich in Erscheinung getreten, dass ich die Geschichte mit dem Sammelnamen kaum glauben kann.

    Ich weiß auch nicht so recht, ob die Behauptung stimmt. Piraten greifen natürlich andere Piraten ab – aber gerade lul.to hat viele Bücher als erster. Dazu kommen noch die russischen Seiten wie Genesis oder Bookzz, die zwar kaum ganz neue Bücher, aber dafür sowohl in der Belletristik als auch im Fachbuchbereich ein klassisches Bibliothekssortiment hat.

    Ich habe vor kurzem Klappentexte gesucht, weil ich den Überblick nicht verlieren wollte. Mindestens ein Drittel dieser Bücher war zumindest bei amazon nicht zu bekommen. So ganz ausgestorben können die Scanner nicht sein – auch wenn man unterstellt, dass die beiden Russen Zugriff auf eine große legale Bibliothek haben müssten.

    Esther

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      Für Außenstehende ist kaum nachvollziehbar, wer was zuerst hat. Schon die Einstellung der Uhrzeit kann unterschiedlich sein. Ein Beitrag ist innerhalb von 10 Minuten woanders hochgeladen. Text, Bild und Titel sind doch vorhanden! Da muss ich nichts mehr suchen. Ihr werdet sehen, wie sich das Angebot entwickelt. Wenn Lul alles bisher gekauft hat, wird es gleich bleiben, nicht nur in der ersten Woche, sondern dauerhaft. Jeder kann sich selbst überzeugen, was Sache ist. Tag für Tag etwa € 100,00 – das tut weh, wenn das Geld eigentlich in die eigenen Taschen fließen sollte ;)

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      white house war room


      da sind wir ja schon 2, die die sache mit dem sammelnamen nicht verstehen *freundlichwinke* und wieviele leute (oder, siehe luedegast’s einwurf, wieviele teile ein und dessleben leuts) ihren senf unter diesem nick absondern.

      ich wette mit dir um ein bier (oder , unter uns maedels, um einen hugo lemon), dass sich auch in sachen ‚SB‘ nix aendert. das war bloss mal wieder ein sturm im wasserglaeschen, SB muss feste pusten, sonst bliebe auch dieses wasser still in sich ruhend.

      wenn man sich seine hiesigen kommentare naeher ansieht, koennte man bei genauerer betrachtung um die ecke daraus lesen, dass es _eigentlich_ um die kuenftige schonfrist in seinem forum geht und darum, durch diese die konkurrenz am ausgestreckten arm verdursten zu lassen. soweit die intention ….

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    Gustaf Hanselmann


    Ich teile die „Befürchtungen“, daß der Rückzug wohl ein neues Projekt einleiten soll oder vielleicht schon eingeläutet hat (z.B. im Zuge der wundersamen Börsenvermehrung). Aber ehrlich, ist nicht schlimm…ebookspender hat bisher sehr gut funktioniert und die Quoten von Aufwand und Nutzen waren und sind für Leecher phantastisch gut. Und Bewegung und Flexibilität hat noch nie geschadet. Vielleicht dann nachher als „worstmirror“ oder „wurstmueller“ oder „meierwurst“ oder „schlechtspiegel“…ist doch egal. Interessant ist, was hinten rauskommt. Nein, nicht das! Ihr seid Schw…… und Brüder.

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      white house war room


      oder als „SpiegelBorg“ :-)

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    ggg


    Ich bin gegen zentrale systeme wo alles zusammen läuft darum AMAzone nein Danke;)

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    sowhat


    Mann oh Mann, was für ein wirres Zeugs. Ein echter Spiegelbest (SB-2of9 ?). Unterhaltsam aber allemal.

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    Lanzi


    Das Forum ist eine Kaufgemeinschaft und die Kaufgemeinschaft hat die durchaus passende Idee den Verlagen 4 Wochen vorsprung einzuräumen. Warum? Weil wir sonst plötzlich nur noch Indis zum Lesen hätten, und dies muss ja nicht sein.

    Der lauschige Beitrag im Buchreport würde ich als das nehmen, was es ist – etwas Schleichwerbung für das Forum. Das Spiegelbest auch schon früher nicht immer Spiegelbest war, sieht man an den Texten.

    Interessant dabei ist etwas anderes, Lars war mit seiner Tarnkappe die letzten 10 Tage wohl etwas in Urlaub oder stark beschäftigt :D fast, wie Spiegelbest. Aber sind wir ehrlich, Lars kann unmöglich von seinem Blog hier leben, ab und an muss er halt für Geld schreiben und offensichtlich hat einer der Egos von Spiegelbest auch vor seine Brötchen zum Beispiel mit einem Verlag zu verdienen.

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      white house war room


      keine wilden geruechte herrn sobiraij betreffend, bitte! :-) dass dieser in irgendeiner form mit SB identisch ist, kann ich mir beim allerbesten willen nicht vorstellen. dazu muesste die persoenlichkeit schoen mehr als gespalten sein *grins*

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        sowhat


        Oder er ist vom SB-Kollektiv assimiliert worden. xD

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          white house war room


          ULLS!

          (erklarung: die steigerung von ROFLMAO, aus meinem englishsprachlichen lieblingsblog: UnLadyLikeSnorts!)

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    jemand_anderes


    @white house war room:

    Die Szene weiß, dass Spiegelbest eine gespaltene Persönlichkeit ist.
    Es gibt nicht „sein Team“ bei Ebookspender.
    Er ist lediglich mit verschiedenen Accounts aktiv ist, um ein Kollektiv vorzugaukeln.

    Mir ist seine wahre Identität bekannt, aber im Gegensatz zu ihm verpfeife ich keine Szene-Leute, auch wenn sie mir in der Vergangenheit viel Ärger bereitet haben.

    Wenn ihr jedes seiner Worte hinterfragt und davon ausgeht, dass das meiste seiner blühenden Phantasie entspringt, seid ihr auf dem richtigen Weg.

    Denk an meine Worte, wenn sein Ebookspender-Forum in einigen Wochen down ist und ein neues Portal auf der Bühne erscheint. Es wird wieder eine sinnfreie Story zum Untergang von Ebookspender geben. Wie immer bei Spiegelbest.

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      Sie weiß mehr über mich als ich selbst. Ist auch logisch. Wenn ich eine gespaltene Persönlichkeit bin, dann weiß ja die Persönlichgkeit nicht, dass sie gespalten ist … Sie weiß also weniger als ein langer Bekannter.

      Ach, ich werd euch alle vermissen … aber wer weiß, wenn sie recht hat …

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      white house war room


      luedegast, nur um das mal klarzustellen: ich bin nicht mitglied be ebookspender, weder zahlend noch als gastaccount!

      ansonsten sind unsere (deine und meine) gedankengaenge durchaus nicht unaehnlich, allerdings ‚kenne‘ ich SB nicht so lange und so gruendlich (sofern das digital ueberhaupt moeglich ist) wie ein mod aus einem forum.

      dass alle projekte von SB (als singularitaet oder pluralitaet) frueher oder spaeter durch mehr oder weniger unterhaltsame bis absurde ereignisse beendet werden und dann an anderer stelle modifiziert wieder auftauchen – hat nicht zuletzt unterhaltungswert, ich wuerde allerdings nicht einen euro auf irgendeine verlaessliche vorhersage ihn / sie betreffend verwetten.

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        Ich habe aber zu allen Projekten heftig und ununterbrochen gebloggt – von der Boerse.bz, Ebookspender.info, Boox.to zu Ebookspender.me. Das wird diesmal anders sein. Vielleicht wird alles anders sein – wer weiß!?

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          sowhat


          Hast du also schon ein neues Projekt in petto? Da bin ich (sind wir) schon gespannt.

          Die Bloggerei liegt dir doch – zumindestens SB-1of9 – sozusagen dem Ur-SB, das primäre Attribut der SB-Persönlichkeit.
          Wie willst du denn sonst deine aktuellen Pläne an die Öffentlichkeit bringen? Und ohne Publikum machts dir doch keinen rechten Spaß!

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    Esther


    Glaubst du das eigentlich wirklich?

    Dass Piraterie mit Urheberrechtsverletzungen einhergeht und auch in Zukunft einhergehen wird dürfte Spiegelbest kaum verborgen geblieben sein. Was sollte dann eigentlich das Gerede von „quasilegalen“ Tauschbörsen?

    Ehrlich gesagt denke ich eher, dass es deutlich attraktivere Angebote gibt als den ebookspender.

    Leser haben tatsächlich ein Recht an jedes beliebige Buch zu kommen. Dafür gibt es nicht erst seit gestern Bibliotheken. Was im Ebookbereich längst möglich ist demonstriert Libgen. Was alles nicht sein darf, obwohl es sein kann zeigen unsere grottenschlechten legalen Onleihen.

    Solange das so ist bleibt Piraterie ausgesprochen sinnvoll.

    Wenn Amazon ein paar Herrschaften in den Verlagen in Bewegung setzt wäre das ganz und gar nicht schlecht. Eine Leihbücherei mit mehr amazoneigenen – also überwiegend miserablen – Büchern nützt wohl nur wenigen und schadet auch nichts. Dass das Angebot noch attraktiver wird bleibt zu hoffen. Dann bleibt den anderen Anbietern wenig anderes übrig als sich ein paar brauchbare Alternativen zu überlegen.

    Hinzu kommt, dass Leser theoretisch nicht einmal den Kopierschutz entfernen dürfen – obwohl auch schon in ganz normalen Computerzeitschriften zu lesen war wie das geht. Damit dürfte ein Käufer, der immerhin den Preis eines Printbuches bezahlt hat das Buch nicht verleihen, nicht verschenken und auch nicht in Auszügen kopieren – etwa um Zitate zu erstellen. Er dürfte nicht einmal entscheiden, ob er z.B. den Klappentext anzeigen lassen oder die Silbentrennung von calibre nutzen will. Daran hält sich kein vernünftiger Mensch. Mit so einem Unsinn baut man systematisch Hemmschwellen ab und fördert die Piraterie.

    Man kann die Autoren nicht zwingen ihre Bücher als Ebooks anzubieten. Aber zahlreiche Bücher gibt es als ganz besonders sorgfältig gemachte Ebooks – nur eben leider ausschließlich illegal. Mit so etwas treibt man die Leute den Leselauschern systematisch zu.

    Esther

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      Kann sein, dass es attraktivere Angebote als Ebookspender gibt – Lul zB auf jeden Fall. Nur kauft Lul fast keine eigenen Titel. Ist auch nicht so einfach, weil sie Paysafecard nehmen und erst umrubeln müssten in Amazon GS (was ordentlich kostet). Praktisch schätze ich die Bereitschaft, eigene Einnahmen für Ebooks einzusetzen, aber als äußerst gering ein. Die ganze Szene hängt an Ebookspender – von den Boersen bis zu Ebook-Hell. Ich denk mal, manche Betreiber wissen nicht mal, wo es Ebooks zu kaufen gäbe – rein theoretisch zu kaufen gäbe …

      Ich bin mal gespannt, was die Abstimmung bei Ebookspender über die Schonfrist ergibt. Eins ist klar: wenn eine Schonfrist kommt, dann gilt sie szeneweit. Dann sitzen die ganzen Leecherboards auf dem Trockendock ;)

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        white house war room


        sie sitzen dann aber nur 4 wochen lang, oder die dauer der schonfrist, oder?

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    DMS


    Amazon ist durch und durch krank, eigentlich ein Grund, um mit der Buchpiraterie anzufangen. Amazon entzieht den Menschen das Eigentum am Buch und macht sie zu völlständig transparenten Konsumenten. Amazon weiß, was du letzten Sommer gelesen hast – und wie häufig und wie schnell und welche Seiten du einfach ausgelassen hast. ;-) Ich bin nicht der Meinung, das es irgendjemanden irgendwas angeht, welche Bücher ich wann lese. Dem gemeinen Kindle-Besitzer allerdings ist seine Privatsphäre herzlich egal. Schöne neue Welt – der Circle lässt grüßen. :-)

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    Hazmav


    Lieber Spiegelbest,

    weißt du wer, lange vor Amazon, eine Gesamtflat für alle Bücher (und damit auch seriöse Weltliteratur, die nur in kleinsten Mengen von Amazon selbst angeboten wird) den Menschen kostenlos zur Verfügung gestellt hat ?
    Du. Jedenfalls, du und deine Kollegen. Oder Konkurrenten, das ist ja praktisch das selbe.

    Amazon setzt nichts in Brand, Amazon setzt etwas in Bewegung; und ein Abfallprodukt dieser kinetischen Energie ist nun einmal Hitze, die du in deiner selbstindoktrinierten Allwissenheit als ein Anzeichen für einen kommenden Brand fehlgeschätzt hast.

    Denn die Verlage werden nicht, so wie du es dir ausmalst, Verbrennen – auch wenn dies hinsichtlich ihres Werkstoffes, Papier, durchaus logisch erscheint – sondern sich mit der neuen Situation auseinandersetzen.
    Vielleicht werden sie mit Amazon kooperieren, vielleicht aber werden sie sich zusammentun um eine eigene Flat anbieten zu können. Vielleicht aber auch werden sie einfach nur warten und gucken. Amazon ist nicht Allmächtig. Amazon schafft es ja nicht einmal Netflix aus dem Markt zu mobben, da wird es genau so gut Probleme mit Penguin & Co haben.

    Bis denn, nicht ?

    //
    Ich schaue mir jetzt einen Film auf Amazon Prime an (2001 Odyssee im Weltraum, prod. v. Warner Bros), werde danach vielleicht ein bisschen Musik auf Spotify hören (Wahrscheinlich Ice Cube; prod. v. Caroline Records). Ich hoffe bloß ich setzte damit nicht die Film- und Musikindustrie in Brand.

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    bullshit


    oder aber an den gerüchten ist was dran und du wurdest enttarnt :)

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    Ti-O2


    Seine Masche sollte doch mittlerweile bekannt sein.
    Zuerst die Kohle der Leute abschöpfen und sobald das Projekt in die Nutzer-Sättigung geht, also nicht mehr genug Einnahmen abwirft, wird abgeschaltet.
    Kurze Zeit später erscheint dann wie von Zauberhand ein neues Projekt, hinter dem natürlich wieder der David Copperfield der Ebookszene steckt.

    Solange sich die User auf diese Art und Weise ausnehmen lassen, macht er damit sogar alles richtig.
    Es gehören immer zwei dazu. Der Abzocker und die Lemminge.

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    white house war room


    mit anderen worten: das ebookspender forum wird eingestellt?

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      Das Forum Ebookspender.me besteht natürlich weiter. Es ist eine private Entscheidung. Der ‚Spiegelbest‘ im Forum ist ein Teamaccount. Die entscheidenden Leute hatte alle Login dazu. Ich selbst habe in letzter Zeit kaum was gemacht, außer zu bloggen.

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        white house war room


        obwohl ich mich fuer zumindest durchschnittlich intelligent halte. bin ich etwas verwirrt angesichts der muliplizitaet aller sich aeussernden ’spiegelbeste‘ …. es erschwert die zuordnung getaetigter aussagen ungemein, zumindest auf meinem dafuer ggf. unzureichenden IQ-level :-)

        es waere u.u.. nicht komplett verkehrt, wenn ihr euch, zur unterscheidung fuer den geneigten rezipienten, jeweils ein additives unterscheidungsmerkmal an den ‚SB‘ haengen koennten, und sei es nur mittels durchnumerierung, wie bei den borg. beispiel: „SB3of7“.

        back on topic:
        hier in der tarnkappe gibt es diese blog entry von ‚perseus‘ mit danksagung an (seinen borgcubus??) ’spiegelbest‘ fuer die genehmigung, den text hier zu publizieren. so weit, so gut. warum tut er/sie/es nicht einfach unter dem namen ‚perseus‘ und fertig? aerger mit lars? unwahrscheinlich, der koennte den beitrag auch einfach raushauen bei missgefallen. er hat schliesslich das hausrecht hier.

        denn im verlinkten ‚buchreport‘ vom 04.09.2014 gibt _’spiegelbest’_ mit dem gleichen text wie hier ‚perseus* das ende seiner buchpiratenkarriere bekannt.

        spricht der _dortige_ SB fuer das kollektiv als solches und dessen piraterie-ende? wenn nein, was soll das ganze dann? klingt arg nach billiger effekthascherei („SB hoert auf“) und dem offenhalten irgendwelcher hintertuerchen fuers weitermachen durch den rest des kollektivs. vielleicht ist einem auch nur grad in den letzten tagen kein anderes thema mehr eingefallen, weil die ‚boersenthematik‘ derzeit (heute ist uebrigens stichtag fuer die domain der b.bz!)

        ganz ehrlich: falls ihr tatsaechlich ein kollektiv seid: wen interessierts, ob _einer_ von euch = perseus aussteigt, solange die anderen wievielnochmal wie bisher unter dem gleichen namen SB weitermachen? KK&KK …. kinderkram und kalter kaffee.

        * ich habe nicht wort fuer wort verglichen, bloss grob ueberflogen

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          Es ist mein persönlicher und privater Abschied, weil sich die Situation der Buchpiraterie zum Unheilvollen hin entwickelt (= wenn sich die Zahl der digital Lesenden durch die Amazon Flat verzehnfacht, dann verzehnfacht sich auch die Nachfrage nach illegalen Verlagstiteln). Deshalb hab ich bei Buchreport angefragt, ob ich einen Beitrag zu meinen Gründen schreiben kann. Dieser Beitrag ist quasi zeitgleich freigeschaltet worden. Der Beitrag ging an Buchreport, da ich dort viel kommentiert und mitdiskutiert habe. Zudem ist die Buchszene betroffen von den Entwicklungen, nicht die Buchpiraterie (jedenfalls nicht negativ).

          Perseus hat gefragt, ob ich den Beitrag bei Tarnkappe.info reinstelle. Ich hab gesagt, dass es ein Beitrag für Buchreport ist, dass er ihn aber natürlich selbst einstellen kann. Was er getan hat.

          Ich hatte nicht erwartet, dass bei Ebookspender im Team eine 4-wöchige Schonfrist angedacht wird. Das kam für mich überraschend. Mir war klar, dass ich bei Ebookspender aussteigen musste, da von dort aus die gesamte Buchpiraterie in Deutschland beliefert wird. Ebookspender ist Seeder, der Rest sind alles Leecher. Das System wollte ich bei einer Verzehnfachung der Nachfrage nicht mittragen. Die jetzige Diskussion und die Umfrage geht allein vom Team aus, zu dem ich nicht mehr gehöre.

          Grundsätzlich haben Teamaccouts wie ‚Spiegelbest‘ den Sinn, die einzelnen Admins und Mods bei ihrer Tätigkeit zu schützen. Deshalb werden wir hier nicht die Beteiligungen auseinanderrechnen.

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            white house war room


            danke fuer die antwort, aber sie ist wie bei einem politiker …. teilweise recht nichtssagend.

            das heisst, auch wenn DU – einer von jenen, der unter dem namen SB geschrieben und als buchpirat gewirkt hat – , jetzt gehst – die gruende seien dahingestellt, wird es weiter kommentare und taetigkeit von personen geben, die unter dem namen ‚SB‘ weitermachen und das forum weiterbetreiben.

            mit anderen worten: fuer dich persoenlich aendert sich etwas, fuer den rest der (illegalen) ebook-welt, seien es autoren, verlage oder in erster linie eben die user, nicht.

            denn jener unter euch vielen SBs, seines zeichens ex-pressesprecher bei boox, der noch vor knapp einem jahr befreite ebooks globalisiert mehrsprachig bis in den hinteren himalaja bringen wollte (wozu notwendigerweise ein paar mehr als nur zehntausende illegale kopien notwendig gewesen waeren, die der abschiednehmende unter den SBs moralisch noch vertreten kann) – strebt vermutlich nach wie vor diesem hehren ziel entgegen.

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            Ach je, du erinnerst mich an meine Jugendsünden. Himalaja. Pressesprecher von Ex-Pressesprechern. Gibt ein Buch: ‚So weit die Sprüche tragen‘. In diesem Sinne blick ich gern zurück. Aber ich versichere dir, alle SBs sind jetzt gereift und sittlich gefestigt. Ich wüsste da keinen …

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            white house war room


            zitat

            „Aber ich versichere dir, alle SBs sind jetzt gereift und sittlich gefestigt. Ich wüsste da keinen …“

            alle SBs – soweit das wort zum sonntag vom ober-borg.

            gott, das klingt ja fast so langweilig wie dieser unsaegliche dystopien-autor – der war auch knall-auf-fall sowas von sittlich-ethisch-moralisch weissgewaschen, nachdem er vorher froehlich und reichlich genapstert hatte, als das noch illegal war. gut, hatte bei ihm eventuell eher was mit seiner zulassung zum juristen zu tun als mit intellektueller reife, aber ich schweife ab.

            SB … von saulus-zu-paulus binnen weniger als 12 monaten. im schnellwaschgang. kippst du dir neuerdings jeden morgen einen liter hoffmann’s gardinenweiss ins badewasser, oder woher auf einmal diese gehirnbleiche? oder mal wieder zu den klassikern gegriffen, speziell herrn frisch (andorra? da weisseln sie sich auch staendig die waende frisch, des schoenen aeusseren scheins wegen. spoiler-alert: das vielfach-getuenche bringt nix, ausser reichlich arbeit). der brandstifter wird zum biedermann. dir _diese_ kehrtwende abzunehmen, hast du einem durch deine vielfachen 180-grad-kehrtwenden in der vergangenheit praktisch unmoeglich gemacht.

            12 monate – es gibt kaesesorten mit deutlich laengerem reifungspozess. in sachen tempo bei der selbst-heiligsprechung schlaegst du sogar noch die katholische kirche. was kommt als naechstes? nach der buchmesse fuer 40 tage medienwirksam in die wueste,, splitterfasernackt bis auf die VPN-papiertuete ueberm kopf, der wahrung der anonymitaet wegen. programm: e-book-liche nulldiaet zur permanent-re- ‚calibr-ierung‘ des anfalls von moral, und 3 x taeglich flagellation als zeichen der umkehr und busse, im lifestream oder zumindest als youtube clip?

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            >>>Perseus hat gefragt, ob ich den Beitrag bei Tarnkappe.info reinstelle. Ich hab gesagt, dass es ein Beitrag für Buchreport ist, dass er ihn aber natürlich selbst einstellen kann. Was er getan hat.<<< Ja so wars :-) das kann ich bestätigen. Den Artikel von SB auf Buchreport fand ich interessant - wir hatten einiges dazu in letzter Zeit bei Tarnkappe und ich denke das das hierher gehört. Wäre vielleicht besser gewesen ich hätte nicht am Ende sondern grade zu Beginn geschrieben: "folgender Artikel ist von SB erschienen auf buchreport.de. am 04.09.14"

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            white house war room


            warum hat SB das eigentlich nicht selbst hier reingestellt? sonst ist ja auch nicht so schuechtern. und bloggt auf teufel-komm-raus, themen, die mit der haupthematik der tarnkappe weit weniger zu tun haben als sein ‚abgang‘ aus der buchpiraterie.

            oder warte: der herr ex-pressesprecher hat nun selbst einen pressesprecher!?

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    Klingt irgendwie seltsam scheinheilig: „Wir Buchpiraten sind zwar Ladendiebe, aber wir wollten zu keiner Zeit das Geschäft ruinieren, das wir regelmäßig besucht haben“. Ok, ihr seid jetzt nicht der eine große Brandstifter. Aber was genau habt ihr erwartet, wenn ihr zu tausenden ständig kleine Funken schlagt?

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    Duff


    Einer geht, zehn neue kommen.

    Der status quo der Piraterie ist die eine Seite der Münze, die andere Seite ist der status quo des derzeitigen Urheberrechtsregimes. Solange zweiteres so ist wie es ist, wird es Piraterie geben.

    Schreiben und Lesen sind älter als jedes Urheberrechtsgesetz. Shakespeare hatte keinen Verlag, Goethe keinen Abmahnanwalt und Augustinus noch nichtmal eine Buchpresse.

    Und trotzdem werden deren Werke noch gelesen werde, wenn all die Romane über schwule Vampire und ihre Teenagermädchen längst vergessen sind.

    Der status quo ist ein Relikt der Vergangenheit. Um die Zukunft des geschriebenen Wortes braucht man sich keine Sorgen machen. Im Zweifel wird es besser.


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