El Salvador: In Planung – Bitcoin-Mining mittels Vulkanenergie

Der Präsident von El Salvador, Nayim Bukele, kündigte Pläne an, die Nutzung von Geothermie für das Bitcoin-Mining im Land zu erschließen.

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Bildquelle: 12019

Der Präsident von El Salvador, Nayim Bukele, gab bekannt, dass sein Land vulkanische Energie für das Bitcoin-Mining nutzbar machen möchte. Der Schritt erfolgte, nachdem El Salvador Bitcoin durch ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt hat. Der Preis des Bitcoin stieg nach der News am Mittwoch um etwa 10 %, auf rund 36.000 US-Dollar.

Was bedeutet eigentlich der Begriff Mining?

Als weltweit erstes Land hat El Salvador die Kryptowährung Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Jedoch anders als bei Ausgabe neuer Banknoten durch eine Zentralbank, schafft man neue Bitcoin-Einheiten durch die computerbasierte Lösung kryptographischer Aufgaben, dem sogenannten Mining (Schürfen). Beim Bitcoin-Mining stellen Miner Rechenleistung, sowohl zur Transaktionsverarbeitung, als auch zur Absicherung und Synchronisierung aller Nutzer im Netzwerk zur Verfügung. Das Mining ist somit zu verstehen als dezentrales Bitcoin-Rechenzentrum mit Minern auf der ganzen Welt.

Das Mining-Netzwerk wickelt hierbei die Transaktionen ab, die ständig durch Bitcoin-Transfers anfallen. Es sammelt infolge alle getätigten Transaktionen und trägt diese dann in eine Liste ein, den Block in der Blockchain. Jeder Miner bestätigt durch den Eintrag die Transaktionen. Durch das Mining wird als erstes ein neuer Blog erzeugt und anschließend zur Blockchain hinzugefügt. Entlohnt wird der Miner, der einen gültigen Block erzeugt, mit Bitcoins.

Dieses Verfahren gilt als sehr rechen- und energieintensiv. Der Bitcoin-Stromverbrauchsindex der Universität Cambridge schätzte im Februar 2021 den jährlichen Strombedarf von Bitcoin immerhin auf 120 Terawattstunden (TWh). Auf eine Transaktion bezogen hat man mit Stand Mai 2021 durchschnittlich 1.200 kWh elektrische Energie verbraucht. Wegen möglicher ökologischer Schäden steht der Bitcoin unter anhaltender Kritik.

Der Präsident von El Salvador präferiert für Bitcoin-Mining Nutzung von Geothermie

Mit einer Lösung des Problems wartete nun der Präsident von El Salvador, Nayim Bukele, für sein Land auf. Am Mittwoch verkündete Bukele auf Twitter, dass er den Präsidenten des staatlichen geothermischen Stromkonzerns des Landes, LaGeo SA de CV, angewiesen habe, „einen Plan aufzustellen, um Einrichtungen für Bitcoin-Mining mit sehr billiger, 100 Prozent sauberer sowie 100 Prozent erneuerbarer Energie ohne Emissionen anzubieten.“, faktisch mit Hilfe von Energie aus Vulkanen unter Nutzung der Erdwärme.

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Das Verfahren könne sich zudem schnell weiterentwickeln, ist Bukele überzeugt. In El Salvador gibt es zahlreiche noch aktive Vulkane. Die Bekanntgabe erfolgte, nachdem das Land am Mittwoch mit einer großen Mehrheit (62 von 84 möglichen Stimmen) ein Gesetz verabschiedete, das Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärte.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.