Drogen-Großhändler aus Hamburg in Bad Oeynhausen verhaftet

Der europaweit gesuchte und auf der Flucht befindliche Hamburger Drogen-Großdealer Danny D. konnte in Bad Oeynhausen gestellt werden.

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Bildquelle: fukume

Ein europaweit gesuchter, mutmaßlicher Drogen-Dealer aus Hamburg-Duvenstedt ging der Polizei in Bad Oeynhausen, in Nordrhein-Westfalen, ins Netz. Die Verhaftung in dem westfälischen Kurort, in einer Ferienwohnung in Oberbecksen, erfolgte bereits am 14.05.2021 durch Beamte des Berliner Spezialeinsatzkommandos nach einer monatelangen Fahndung. Der 45-Jährige soll Hunderte Kilogramm Kokain und Marihuana aus Südamerika nach Deutschland geschmuggelt und dann weiterverkauft haben, informierte die Hamburger Polizei am vergangenen Mittwoch.

Der Drogen-Großhändler Danny D. befand sich bereits seit Jahren auf der Flucht. Er gilt als  einer der größten Drogen-Händler Europas.  Mehrere Länder ermittelten gegen ihn. Belgische Beamte forschten schon seit 2018 nach seinem Verbleib. Eingebunden in die Suche waren dabei auch zahlreiche Zielfahndungsdienststellen anderer Bundesländer. In Belgien suchte man D. wegen bandenmäßigen Einfuhrschmuggels von Betäubungsmitteln. Ihn hätte hier eine zehnjährige Haftstrafe erwartet.

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EncroChat brachte Ermittler auf die Spur des Drogen-Großhändlers

Auch in Deutschland verfolgten Spezialeinheiten und die Soko Hamburg schon seit dem Frühjahr intensiv seine Spur. Laut „Hamburger Abendblatt“ sollten mehrfache Gesichtsoperationen Danny D. zwar dabei helfen, auf der Flucht unerkannt zu bleiben. Dennoch führte die Zielfahnder und Spezialkräfte der Polizei eine Auswertung des Kriminellen-Chat-Netzwerks Encrochat schließlich auf die Spur des Drogen-Barons.

Schließlich hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei mit Sturmhauben und schusssicheren Westen am 14.05.2021 um 22.45 Uhr in einer Ferienwohnung in Oberbecksen den mutmaßlichen Drogen-Großhändler verhaftet. Um D. dort aufzuspüren, verfolgten die Fahnder einfach die Freundin des Beschuldigten von Berlin nach Bad Oeynhausen. Auf die Art führte sie die Beamten schließlich direkt zum Zielort. Das Spezialeinsatzkommando überstellten Danny D. am darauffolgenden Wochenende in die JVA Bielefeld. Sie erachteten dabei einen aufwendigen Begleitschutz für erforderlich. Die Polizei erwartete einen Befreiungsversuch durch bewaffnete Mitglieder der organisierten Kriminalität.

Hausdurchsuchung erwies sich als Fundgrube

Neben eines Haftbefehls beim Amtsgericht, hat die zuständige Staatsanwaltschaft Hamburg nach der Festnahme auch einen Beschluss zur Sicherstellung von mehr als 1,8 Millionen Euro erwirkt. Auch bei der Hausdurchsuchung wurde die Polizei fündig. Der Drogen-Großhändler befand sich im Besitz von 18 verschiedenen, offenbar gefälschten Ausweisdokumenten mit seinen Lichtbildern. Zudem stellten die Beamten „unter anderem etwa 70.000 Euro und 2.000 US-Dollar Bargeld, Goldbarren, Schmuck und mehrere hochwertige Armbanduhren sicher“. Vorher durchsuchten Fahnder bereits im März 2021 eine Wohnung in Berlin. Allerdings erwies die sich als verlassen. Immerhin aber fanden sie drei scharfe Schusswaffen vor, die sichergestellt wurden.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.