Drittfirmen lesen bei zahlreichen GMail-Konten mit

Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge lesen Drittfirmen Nachrichten auf einer Reihe von GMail-Konten mit. Dies geschieht auf legalem, aus Datenschutz-Sicht aber höchst bedenklichem Wege.

Der App-Entwickler liest mit

Es wird als “das dreckige Geheimnis der Technologie-Branche” bezeichnet: Bei vielen GMail-Konten lesen neben den Nutzern selbst auch App-Entwickler-Firmen und Dienstleister die eingehenden Nachrichten. Das ist erlaubt, wenn eine Genehmigung der Nutzer eingeholt wird.  Vielen Betroffenen dürfte jedoch kaum klar sein, in welchem Umfang sie Dritten mit der Einwilligung Zugriff auf ihre private Korrespondenz gewähren.

Ein stilisiertes GMail-Logo

GMail-Logo, [email protected], thx!

Manche Entwicklerfirmen durchforsten die Mailboxen mit Hilfe automatisierter Scripts. Andere lassen Mitarbeiter nach Nachrichten suchen, die sich beispielsweise zum Trainieren der eigenen Software eignen.

Dienstleister und alternative GMail-Clients

Häufig sind es die Anbieter von Dienstleistungen wie Reiseplanern oder Preisvergleichs-Portalen, die sich entsprechende Zugriffsrechte auf die Konten ihrer Kunden sichern. Auch die Betreiber alternativer GMail-Clients sichern sich oft derartige Befugnisse. So soll der CEO des Unternehmens, dass den populären Mailclient “Edison” entwickelt, gegenüber dem Wall Street Journal zugegeben haben, dass seine Mitarbeiter die E-Mails von hunderten Kunden gesehen hätten. Er behauptete, ein solches Vorgehen sei in der Branche normal. Diese Aussage wird bestätigt durch die Aussagen von rund einem Dutzend Programmierern. Sie gaben gegenüber dem Wall Street Journal an, im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit dieser Praxis begegnet zu sein.

 

Google nimmt Stellung

Auch Google selbst bestätigte die Angaben des Wall Street Journal. Ein Unternehmenssprecher betonte allerdings, dass für ein solches Handeln die Einwilligung der Nutzer erforderlich sei. Google selbst, so der Sprecher, greife nur in dringenden Ausnahmefällen auf die E-Mails seiner Kunden zu. Dazu zählen beispielsweise sicherheitsrelevante Vorfälle oder schwerwiegende Systemfehler. In diesen Fällen frage Google seine Kunden aber in jedem Fall gesondert um Erlaubnis. Zu Werbe- oder ähnlichen Zwecken lese Google nie E-Mails mit.

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5 Kommentare

  1. TeeB sagt:

    Bisschen übertrieben die Überschrift, oder Annika? Die User gestatten es den Entwicklern ja.

  2. ImTheOneWhoKnocks sagt:

    Wieder ein Grund, Gmail nicht zu nutzen.

  3. Marco B. sagt:

    Naja, es ist ja zu sehen, welche Rechte eine App anfordert. Sowohl vor der Installation als auch während dieser. Und diese Rechte müssen auch aktiv bestätigt werden. Pech für die Leute, die das nicht lesen und nicht in der Lage sind auf eine App zu verzichten, wenn ihnen die Rechte nicht passen.

    Ich glaube aber nicht, dass das ein reines Android-Problem ist. Es gibt doch sicherlich auch eMail-Apps für iOS und die dürfen auch Mails lesen…

    Gruß
    Marco

    • Ichbins sagt:

      @Marco:

      nur lesen eben die wenigsten durch, was da steht. Selbst wenn da stünde: “Sie stimmen auch zu, dass Sie dreimal am Tag Sex vor laufender Kamera haben müssen!”, würden wohl locker 70% zustimmen, weil sie es ÜBERLESEN oder eben NICHT lesen.

      Ist ja wie bei der zweiten Wiederwahl Merkels, wo sie offen sagte: “Ich werde nach meiner Wiederwahl die Betrugssteuer auf 19% anheben!”, und was haben die Leute gemacht? Genau diese unfähige Person gewählt und wer hat danach am meisten gejammert? Genau, die Wiederwähler! Ich bin froh und stolz, dass ich diese Person nie gewählt habe. Schlimmer, geht’s nimmer!

      • TeeB sagt:

        Merkel ist schuld !!!! 11elf

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