[Diskussion] Amazon – Karten auf den Tisch!

Article by · 31. Juli 2014 ·
Amazon

Amazon: Karten auf den Tisch!

Tarnkappe hat sich im Topthema Boerse.bz ausgiebig und kontrovers mit den dortigen Vorgängen auseinandergesetzt. Das Interesse war und ist riesig. Aber es gibt anderes, was wichtiger ist. Von Uploadern wissen wir, dass die Downloads bei der Boerse im Moment trostlos sind – bei den wenigen Beträgen, die noch ihren Weg dorthin finden. Logischerweise hat Boerse.bz deshalb ihre Besuchszahlen ausgeblendet.

Wenn die Besucher wegbleiben, dann ist es schwer, sie zurückzugewinnen. Diese Erfahrung wird auch die Boerse.bz mit neuer alter Domain machen müssen. Überhaupt sind die Downloadzahlen bei den E-Books über die Boards hinweg schlecht. Das hören wir von verschiedenen Seiten. Entweder lesen die Leute keine geklauten E-Books mehr oder jemand schöpft still und heimlich alles ab. Kann LUL.to – ähnlich wie nach dem Aus von TorBoox – erneut einen Vorteil aus der Situation ziehen?

In der Zwischenzeit passiert gerade bei Amazon sehr viel. Hintergrund ist bekanntermaßen, dass der Kurs der Aktie stark eingebrochen ist, da Amazon nur Verluste einfährt. Die Hoffnung auf zukünftige Gewinne schwindet. Die Anleger werden nervös. Jetzt muss Amazon die Karten auf den Tisch legen, um die Anleger bei Laune zu halten.

In einem lesenswerten Beitrag erklären sie, warum niedrige Preise bei den E-Books mehr Gewinn bedeuten. Betriebswirtschaft für Vorschulkinder. Ich mache drauf aufmerksam, dass es in all diesen Fragen nur um E-Books geht. (Es scheint, als seien Bücher als Thema der Vergangenheit abgehakt.) Amazon will eigene Preise machen. Im Hintergrund steht ein eigenes Vertriebsmodell – die Flatrate. Amazon will sich auf keinen Fall durch ein Spotify für E-Books überraschen lassen.

Ich habe in meinem Beitrag diskutiert, was ein Kindle Unlimited für Deutschland bedeuten würde. Gut, unterschätzt werden sollte ein solches Angebot auf keinen Fall. Gleichzeitig aber haben die Verlage noch einige Möglichkeiten zu reagieren. Ein interessanter und machbarer Weg wäre, eine verlagseigene Flatrate einzuführen (zumal eine verlagsübergreifende Anti-Amazon-Flatrate nicht umsetzbar erscheint).

Wir stellen immer wieder in meinem Forum Ebookspender fest, dass die allermeisten Nutzer sich auf ein einziges Genre festlegen. Natürlich gibt es Genres wie ‘Literatur’, die sich kaum eingrenzen lassen. Aber wenn ich mir die Verlage anschaue – wie Hanser für Literatur – dann hat jeder von ihnen ein recht klares Profil und eine treue Leserschaft. Die Frage stellt sich also, warum sie die E-Books einzeln verkaufen.

Amazon Lager in Bad HersfeldJedenfalls beginnt für die Verlage eine Zeit des Nachdenkens. Amazon muss die eigene Strategie vor den Anlegern offenbaren. Eigentlich wissen die Verlage jetzt, wie Amazon denkt. Sie erfahren, dass es Amazon nur noch um E-Books als Flatbooks geht. Es ist kein Vorteil für Amazon, die eigene Strategie offenlegen, die eigenen Pläne konkretisieren zu müssen. Es ist nicht abwegig, den Vorteil jetzt bei den Verlagen zu sehen.

Die Möglichkeiten, die das digitale Format bietet, sind eben nicht nur die Spinnereien von einzelnen Buchpiraten. Sie liegen im Wesen des E-Books und werden seit längerem offen diskutiert ;)

Bildquelle: Shutterstock, thx!

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19 Comments

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    SpiegelOhneAhnung

    Bleibt zu hoffen, dass die Ebook Leseflatrate bald kommt.
    Dann verliert Spiegelbest seine Existenzberechtigung und er muss zum ersten Mal in seinem Leben arbeiten gehen.

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    Namen

    Was ist den ein Ausweis der Bücherei?
    Am Ende nichts anderes als eine Papier-Buch Flat.

    Als Kind und Jugendlicher hätte ich gar nicht das Geld gehabt, die Bücher zu bezahlen, welche ich mir regelmäßig ausgeliehen und gelesen habe.
    Für eine Jahresgebühr im überschaubaren unteren zweistelligen Bereich ein Muss für jede Leseratte.
    Inklusive dem Vorteil auch einmal neue Bücher, Autoren und Genre auszuprobieren ohne sich über den finanziellen Verlust zu ärgern.

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      so ist es. Auch ich war als Jugendlicher schon eine Leseratte und frass, ääh las mich durch die Stadtbibliothek. Das bin ich auch heute noch… und viele andere scheins ebenso. Schaut nur mal im Berufsverkehr in Bahn/Bus:: von allen Pendler 1/3 oder mehr liest! Das schreit förmlich nach einer ebook-Flatrate. Amazon macht einfach nur Apple nach, ist logisch.

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    TBITW

    Klar, dass man rumheult, wenn Amazon die Preise senken will und man seine Raubkopien dann noch schlechter verkaufen kann.

    “Ich habe in meinem Beitrag diskutiert, was ein Kindle Unlimited für Deutschland bedeuten würde”

    Wikipedia zum Thema DISKUSSION: “Eine Diskussion ist ein Gespräch (auch Dialog) zwischen zwei oder mehreren Personen (Diskutanten), in dem ein bestimmtes Thema untersucht (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt.”

    Schizophren? Oder mit wem wurde da diskutiert? Psychische Störung bei SB? Wenig überraschend.

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      anon

      Boah.. Wikipedia.. für Schulhausaufgaben kannst du solche Quellen verwenden. Schau mal nach aus welcher Sprache das Wort kommt und ob es nicht vielleicht auch Erörterung bedeuten könnte ;)

      Ich steh ja, bevor der Vorwurf (wieder) laut wird selten auf EINER Seite ABER ich hätte gern etwas Niveau in der Auseinandersetzung mit einem Thema. Auf zum Diskurs ihr Lappen :)

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    SB hat nicht unrecht: Amazon ist dabei planmässig den E-Book Markt aufzurollen. Erinnern wir uns an Apple: die Musikindustrie kam nicht aus dem Quark, als Apple mit itunes den Markt nicht nur aufmischte sondern mal eben einen Standard setzte . Auch in Zukunft wird es illegale Musik-Downloads geben – aber der legale Anteil wächst beständig: 2012 haben “7,2 Mio Menschen (44,2 % aller dt. Mediendownloader) ausschliesslich legale Download-Angebote genutzt” (Quelle http://www.musikindustrie.de/uploads/media/DCN-Studie_2012_Presseversion_Final_02.pdf ). Selbst wenn man diese Studie mit Vorsicht geniesst (wer Gutachten/Studien bezahlt bekommt was er erwartet), zeichnet sich überdeutlich ein Trend ab. Hinterher heisst es: das hätte man ja vorher nicht ahnen können… Von wegen – das Gleiche wird sich wiederholen mit ebooks. Haben die Buchverlage aus der Geschichte gelernt?

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    Esther

    Hallo,

    Libgen und BookZZ haben ein gutes und umfangreiches Bibliothekssortiment – aber keine aktuellen Bücher.

    Die sind im deutschen Sprachraum bei lul.to am ehesten zugänglich. Aber auch dort gibt es riesige Lücken.

    Esther

    PS: Das System bei Spiegelbest habe ich ganz einfach nicht verstanden. Lul.to ist wie jeder andere Laden aufgemacht und selbsterklärend.

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      “Das System bei Spiegelbest habe ich ganz einfach nicht verstanden.”

      Deshalb haben wir Testaccounts. Schau mal bei Spiegelbest.me: Learning by Doing.

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      Nucknuck

      Das “System” bei SB ist ein stinknormales Forum, wie man diese seit circa zwanzig Jahren im Inet findet.
      Man erhebt einen Umkostenbeitrag von unverschämten fünf Euro im Monat und kann dann wie bei einem Buchklub oder einer Leserunde (gab es zu tiefsten Analogzeiten schon und wurde von Verlagen ebenfalls nicht gemocht) alles lesen was sich so ansammelt (viel Müll dabei).
      Die Sufu ist halt wie bei einem Forum. Mitentscheiden kann man nur bei einem Genre.
      Es gibt keine Comics, keine Musik, keine Bildbände, so ziemlich keine Fachliteratur und grundsätzlich Epubs.
      Als Ausgleich bekommt man allerdings jede Menge in Schriftform gegossene Pornos, welche mit stark schwankenden schriftstellerischen Können erstellt wurden. :Grins
      Vermutlich wurde diese Form (mit Sicherheit ist LUL.to intuitiver) gewählt, um die Masse der Leute fernzuhalten und die direkte Reichweite scheint tatsächlich sehr gering zu sein.
      Ich hoffe ich konnte die wichtigsten Punkte für Dich verständlich auf den Punkt bringen.

      Ich vermute jedoch, das Du spätestens nächste Woche wieder eine Möglichkeit findest, um uns allen aufzuzeigen wie toll LUL.to und das SB`s popeliges Forum Mist ist.

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    anon

    In jedem (wirklich JEDEM) Beitrag irgendein Mist – wie soll man denn so den Rest der “Informationen” Ernst nehmen können?

    ” Logischerweise hat Boerse.bz deshalb ihre Besuchszahlen ausgeblendet.”

    Bei nur etwas Recherche, auch im zur Zeit beliebtesten Threads der boerse würde auffallen, das die Benutzerzahlen schon länger ausgeblendet sind.

    Interpretationen sind dann wieder euer Job. Jetzt aber bitte mal den eigenen Anspruch auf guten Content etwas hochsetzten… Ich brauche keine Scene Bild zur Information – die les ich nur zur Unterhaltung :)

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      Eduard

      Wirklich köstlich zu lesen, wie eine aussterbende Spezies, genannt “Boerse.bz Verteidiger”, sich dreht und windet, um die Warez-Arschloch-Aktion des Jahres 2014 in ein besseres Licht zu rücken.

      Bitch please!

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    Hans

    Schon mal dran gedacht, dass sich auch deutsche Leecher ihre ebooks in Russland holen? Auf Genesis gibt es so ca. 100.000 Belletristik Werke auf Deutsch und die Bedienung der Seite ist (wahlweise) auch auf English möglich.


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