Darknet: russischer Marktplatz Hydra plant eigenen ICO

Der größte Darknet-Markt Russland "Hydra" plant zurzeit einen Initial Coin Offering. Der Marktplatz will sich die Expansion finanzieren.

Hydra Money Dollar

Der größte Darknet-Markt Russlands, „Hydra“, plant zurzeit ein eigenes Initial Coin Offering. Der Marktplatz will durch den Erlös der Token die eigene Expansion finanzieren. Die Betreiber locken mit traumhaften Renditen, doch mittlerweile kommen die Gerüchte eines „Exit Scams“ auf.

Hydra gilt als größter Darknet-Markt Russlands

Hydra Darknet LogoHydra gilt derzeit als größter Darknet-Umschlagsplatz Russlands. Der Markt plane zurzeit eine Expansion. Um die nötigen Mittel hierfür einzunehmen, haben die Betreiber einen ICO initiiert. Ein Initial Coin Offering (ICO) ist eine Crowdfunding-Methode zur Unternehmensfinanzierung. Dabei kann man Anteile einer Firma in Form von Token erwerben. Zumeist wendet man diese Methode für Projekte im Blockchain-Sektor an.

Doch der ICO-Verkauf ist wegen des Unternehmenszwecks von Hydra von Grund auf illegal. Er soll mehr Kapital in die Geldbeutel spülen. Die Betreiber veröffentlichten unter der URL https://hyrdaruzxpnew4af.online/login/ ihre Pläne auf ihrer eigenen Seite in einem „Investment Memorandum“. Doch der Token wird nur auf ihrer eigenen Webseite erhältlich sein. Man soll ihn im Tausch gegen Bitcoin erwerben. Die Betreiber planen insgesamt eine Herausgabe von 1.470.000 Token. Dies soll zirka einem Anteil von 49% der Online-Plattform entsprechen. Der Startpreis für den Token liegt bei 100 US-Dollar.


Betreiber locken Investoren mit großen Gewinnmargen

Die Hydra-Betreiber wollen damit nach eigenen Angaben ihr lang ersehntes Projekt umsetzen. Denn für die Macher habe das Versagen der anderen Dark-Commerce-Märkte, wie der Dream-Market, deutlich werden lassen, dass das TOR-Netzwerk nicht mehr so sicher sei wie zu seiner Anfangszeit. Die Hintermänner des Marktplatzes planen auch die Einführung einer neuen Plattform namens Eternos. Sie soll als weltweiter Marktplatz dienen in Kombinationen mit einem verschlüsseltem Messenger, einer Krypto-Börse, einem Tor-ähnlichen Browser, einer KI-basierten Streitbeilegung und einem Over-the-Counter-Markplatz (OTC).

Hydra sichert den Anlegern, die mehr als 100 Token kaufen, auch eine monatliche Dividene von 500 $ in Bitcoin für jeden einzelnen Token zu. Des Weiteren planen die Hydra-Betreiber, dass ihre Nutzer so ähnlich wie bei TOR, ihre eigenen Nodes betreiben können. Das Projekt bringt dazu auch noch neue Initiativen mit, was die Zustellung der Ware angeht. So soll es keinerlei Verbindung mehr zwischen Käufer und Verkäufer geben. Die Ware wird von einem Mittelsmann an einem versteckten Ort in der Nähe des Käufers deponiert. Dieser wird dann – wie bei DHL etc. – über die Abholung der Ware informiert. Bloß wird hier nicht an eine Filiale oder private Adresse geliefert.

Hydra-Token nur ein Vorwand für einen Exit-Scam?

„In der Regel werden solche Aussagen über ernsthafte Absichten mit einem kleinen Anteil an Trolling gemacht. Aus der Sicht der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen, ist Hydra illegal in Russland und anderen Ländern. So ist es schwierig zu sagen, ob eine solche Unternehmung vielversprechend sein kann“, kommentiert der selbstständige Blockchain-Berater Sergei Simanovsky das Vorhaben.

i2p

Den Hydra-Marktplatz gibt es schon seit dem Jahr 2015. Nach Angaben der Betreiber hat die Plattform mehr als drei Millionen aktive Nutzer, die täglich über 100.000 Transaktionen tätigen. Dennoch sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass dies in einem Exit-Scam enden kann. Zumindest warnt die russische News-Seite Forklog bei diesem ICO vor einem möglichen Betrug. Im Darknet werden nicht selten Handelspartner mit dieser und ähnlichen Methoden um ihr Geld gebracht.

Foto Gerd Altmann, thx!

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