Cybercrime: Elf Prozent mehr Anzeigen in Österreich

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Das Bundeskriminalamt (BK) hat gestern (31.10.3016) anlässlich der Veröffentlichung des Cybercrime-Reports 2015 bekannt gegeben, dass die Zahl der Fälle von betrügerischem Datenmissbrauch, digitaler Erpressung und Internetbetrug in Österreich im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Insgesamt gab es im Jahr 2015 10.010 Anzeigen wegen solcher Delikte, das sind 11,6 % Prozent mehr als 2014.

2014 gingen die Anzeigen im Vergleich zum Jahr davor sogar um ein Zehntel auf 8.966 zurück. Der Grund für die Zunahme im vergangenen Jahr sieht das BK unter anderem „in der zunehmenden Technisierung der Täter und Nutzer von Verschlüsselungs- und Anonymisierungstechniken“. Allerdings stieg auch die Aufklärungsquote um 0,7 Prozentpunkte an, auf 41,5 Prozent.


Die Zahl der „Cybercrime-Delikte im engeren Sinn“, dazu zählen Delikte wie Datenbeschädigung oder Hacking, ist insgesamt um 3,3 Prozent gesunken. Bei den Fällen von betrügerischem Datenmissbrauch vor allem durch Schadware gab es jedoch einen Anstieg um 60 Prozent auf 647 Anzeigen.

Ebenso gestiegen ist 2015 die Zahl der Fälle von digitaler Erpressung mit einer Schadsoftware, die Daten und Systeme verschlüsselt. Für die Entschlüsselung verlangen die Täter Lösegeld (engl. Ransom), meist in Form des virtuellen Zahlungsmittels Bitcoin. Das BK hat dazu eine eigene Sonderkommission eingerichtet. Aktuell sind mehr als 120 verschiedene Formen von Ransomware bekannt.

Die Zahl der Anzeigen wegen Internetbetrugs ist um 12,6 Prozent auf 7.473 Fälle gestiegen. Eine Gruppierung davon schädigte beispielsweise seit 2011 Online-Banking-Nutzer in Österreich. Weiterhin gab es im vergangenen Jahr 2.742 Hinweise wegen Kinderpornografie und Kindersextourismus, wobei 310 Meldungen einen Österreichbezug aufwiesen.

Fazit:

Laut Cybercrime-Report bieten die Technisierung des Alltags, die zunehmende Nutzung von Computern in Form von Mobile Devices verschiedenster Art und der Ausbau der Netzverbindungen potenziellen Tätern eine stetig wachsende Angriffsfläche.

Die Experten des BK gehen davon aus, dass Cyberkriminalität künftig immer stärker mit klassischen Delikten verschmelzen und als Mittel für Erpressung, Betrug, Mobbing usw. verwendet werden. Dies ergibt sich unter anderem aus der ständigen Perfektionierung der Angriffsmethoden und aus dem nahezu grenzenlosen Betätigungsfeld der Cyber-Kriminellen, da sie ihre Aktivitäten unabhängig sowohl
von der eigenen Örtlichkeit als auch der des potenziellen Opfers starten können. Die erforderliche technische Unterstützung wird dabei häufig von kriminellen Dienstleistern, wie dem Darknet, angeboten. Cyber-Kriminalität wird dadurch auch in den nächsten Jahren ein boomendes Kriminalitätsfeld bleiben.

Bildquelle: bykst, thx! (CC0 Public Domain)

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