China: Einführung von Blockade für Bitcoinbörsen

Artikel von · 6. Februar 2018 ·

Die chinesische Zentralbank PBoC leitet eine Blockade ein, die den Zugang zu allen Internetseiten verwehrt, auf denen Kryptowährungen gehandelt werden und in Initial Coin Offerings (ICOs) investiert werden kann. Neu an diesem Vorstoß ist, dass ebenso ausländische Websites vom Verbot betroffen sind. Die Maßnahme schließt zugleich eine Sperre für Werbungen mit ein, die in Zusammenhang mit Krypto-Handel stehen, vornehmlich sollen ICOs aus Suchmaschinen und sozialen Medien verbannt werden, berichtet South China Morning Post unter Berufung auf „Financial News“, das zur People’s Bank of China gehört.

Nachdem bisherige behördliche Bemühungen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt haben, nämlich durch die Schließung von Inlandshandelsplattformen für Devisen, digitale Währungen im Land abzuschaffen, werden die Zügel gegenwärtig offenbar fester angezogen. So sperrt nun die chinesische Regierung sämtliche Bitcoin-Handelsseiten. Wurden bisher schon über die Firewall alle inländische Seiten blockiert, können nun Nutzer auch nicht mehr auf ausländische Plattformen zugreifen, die bis jetzt teilweise noch erreichbar waren. Um die früheren Anordnungen zu umgehen, und doch weiterhin an virtuellen Währungstransaktionen teilzunehmen, haben sich viele Investoren nach dem Verbot inländischer virtueller Devisenbörsen unter Nutzung von VPN alternativ an ausländische Plattformen gewandt und damit kam der Handel nicht vollständig zum Erliegen. Zahlreiche chinesische Börsen hatten nach dem Aus im Heimatland in Ländern wie Japan oder Singapur weitergemacht.

Gemäß dem Artikel in der Financial News heißt es, dass die Behörden mit den Maßnahmen „finanzielle Risiken“ verhindern wollen. Die Eupherie unter den Privatanlegern führte zu enormen Kursschwankungen und mehreren gemeldeten Betrugsfällen, wie Pyramidenverkauf, sodass sich die Aufsichtsbehörden Sorgen über soziale Unruhen machten. In dem Zusammenhang kam es in Peking am Samstag zu Tumulten, als verärgerte Investoren dem Gründer des ICO-Projekts ARTS, Jiang Jie, nach einem Kurssturz Betrug vorwarfen.

Die aktuellen Bestimmungen machen den chinesischen Anlegern den Marktzugang nunmehr praktisch unmöglich. Es bedeutet zugleich auch das Aus für den legalen Handel mit Kryptowährungen an ausländischen Krypto-Handelsplätzen. Die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt sind dabei noch nicht abzuschätzen. Derzeit befinden sich die Kurse der Kryptowährungen jedenfalls im freien Fall. Dazu trugen aber auch andere Einflussfaktoren bei, wie das Verbot des Kaufs von Kryptowährungen mit Kreditkarten großer US-Banken.

Bildquelle: TheDigitalArtist, thx! (CC0 Public Domain)

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