BitConnect: SEC beschuldigt Gründer des Kryptowährungsbetrugs in Höhe von 2 Mrd USD

BitConnect betrügt Anleger
Bildquelle: belchonock

Die oberste US-Börsenaufsichtsbehörde SEC verklagte am Mittwoch den Gründer der Kryptowährungsbörse BitConnect. Satish Kumbhani wird Krypto-Betrug mittels Schneeballsystem in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar zur Last gelegt, informiert die SEC in einer Pressemitteilung. Die United States Securities and Exchange Commission (SEC) ist als US-Börsenaufsichtsbehörde für die Kontrolle des Wertpapierhandels in den Vereinigten Staaten zuständig. Ihr Sitz ist in Washington, D.C.

In Erweiterung eines im Mai angekündigten Zivilverfahrens beschuldigte die US-Börsenaufsichtsbehörde den indischen Staatsbürger Satish Kumbhani, Gründer von BitConnect, gegen Registrierungsgesetze zum Schutz der Anleger zu verstoßen. Zudem wirft die SEC in einer Klage vor einem Bundesgericht in Manhattan auch dem Promoter Glenn Arcaro, als wichtigsten US-Promoter von BitConnect, vor, in betrügerischer Absicht mehr als 24 Millionen US-Dollar an „Empfehlungsprovisionen“ erhalten zu haben. Arcaro hat sich am Mittwoch sowohl der kriminellen Verschwörung, als auch des Überweisungsbetrugs für schuldig bekannt. Der Aufenthaltsort von Kumbhani ist hingegen unbekannt. Bemühungen, Kumbhani ausfindig zu machen, waren bisher erfolglos.

BitConnect betrügt Anleger

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Promoter-Netzwerk lockte Anleger in die Falle

Laut der SEC-Mitteilung hat BitConnect seine Investoren betrogen, indem es ein nicht registriertes Banknetzwerk aufgebaut hätte. Weder haben sie ihr Wertpapier-Angebot bei der SEC registriert, noch waren sie als Broker registriert. In einer, beim United States District Court for the Southern District eingereichten Klage, wirft man den Beschuldigten vor, dass sie das Geld der Anleger aus dem Kreditprogramm für den eigenen Gebrauch abgeschöpft und die Gelder an von ihnen kontrollierte digitale Wallet-Adressen überwiesen hätten. Zudem hätte Kumbhani mit BitConnect weltweit ein Netzwerk von Promotern aufgebaut, die Belohnungen und Provisionen für ihre Werbearbeit erhielten. Der führende Promoter Arcaco nutzte seine eigene Website, um Investoren für das BitConnect-Kreditprogramm zu gewinnen.

Die Klage bezieht sich auf einen Zeitraum zwischen 2017 und 2018. Die Angeklagten starteten mit BitConnect ein Kreditprogramm, das ihren Kunden Rendite von über 40 Prozent pro Monat ohne jedes Risiko zusagte. Investoren bot man dazu die eigene Kryptowährung BitConnect Coin an. Eine spezielle Software, ein Volatilitäts-Software-Trading-Bot, sollte dann die hohe Volatilität des Bitcoins dazu nutzen, bei niedrigen Bitcoin-Ständen zu kaufen und bei hohen Bitcoin-Ständen zu verkaufen.

BitConnect funktionierte als Ponzi-Schema

Das Geld, das die Investoren infolge ausgezahlt bekamen, stammte allerdings von neu angeworbenen Investoren. Die Aufsichtsbehörde gab dazu an, dass die Anleger einen Großteil ihres Geldes verloren haben, nachdem der Preis von BitConnect Coin am 16. Januar 2018 um 92 Prozent gesunken war. Damit einher gingen Verluste von fast zwei Milliarden Dollar. Zuvor erlangte BitConnect Coin aufgrund von aggressiver Werbung schnell große Bekanntheit. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, BitConnect habe ein „Lehrbuch-Ponzi-Schema betrieben, indem frühere Investoren mit neuen Investorengeldern bezahlt wurden, berichtete Reuters. BitConnects brach 2018 zusammen, nachdem es Mahnungen wegen des nicht autorisierten Verkaufs von Wertpapieren erhalten hatte.

Verwendung aggressiver Werbung zur Kundengewinnung

Im Mai verklagte die SEC fünf mit BitConnect verbundene Promoter. Diese hatten das Programm durch die Erstellung von Testimonials auf YouTube vorangetrieben. Die Promotoren erhielten aufgrund ihres Erfolgs bei der Gewinnung neuer Investoren Provisionen. Nach Angaben der SEC war Arcaro mit seiner Firma Future Money einer der erfolgreichsten Anwerber für das Schneeballsystem.

Die SEC-Klage zielt darauf ab, Geldstrafen zu verhängen und unrechtmäßig erworbene Gelder zur Entschädigung der Betrugsopfer zurückzugewinnen.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.