Betreiber von DanishBits verurteilt – Rights Alliance überglücklich

Der Betreiber des Filesharing-Netzwerks DanishBits wurde nach seiner Auslieferung aus Marokko nun von einem Gericht verurteilt.

Bildquelle: Oxford

Das Stadtgericht Kopenhagen verurteilte den Betreiber von DanishBits.org wegen besonders schwerer Urheberrechtsverletzung zu einer einjährigen Haftstrafe, von der neun Monate bedingt sind. Das verkündete die dänische Rights Alliance kürzlich auf ihrer Website, nachdem die Behörden im März den Admin des größten illegalen Filesharing-Netzwerk Dänemarks in Marokko geschnappt hatten.

DanishBits: Filme, E-Books und mehr

2016 beklagte die Rights Alliance, dass dänische Kinofilme teilweise noch vor dem offiziellen Verkaufstermin illegal auf DanishBits auftauchten. Neben Filmen war der P2P-Indexer außerdem eine Anlaufstelle für unrechtmäßig erworbene E-Books, Hörbücher und Musik.

Die Beschwerde veranlasste die Staatsanwaltschaft für besondere Wirtschaftskriminalität (SØIK) im Oktober 2020 eine umfassende internationale Operation gegen den in Marokko befindlichen Rädelsführer durchzuführen. Am 18. März gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie den Admin zur strafrechtlichen Verfolgung nach Dänemark ausliefern ließen.

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Der 33-Jährige nahm demnach nicht nur operative Funktionen, sondern auch wichtige technische Aufgaben beim Betrieb von DanishBits wahr. Das Kopenhagener Stadtgericht verurteilte den Betreiber nun zu einer einjährigen Haftstrafe, von der neun Monate bedingt sind. Hinzu kommt die Beschlagnahmung von umgerechnet 34.000 Euro und eine Entschädigung an die dänischen Rechteinhaber in selbiger Höhe.
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„Brutstätte“ mit 30.000 Nutzern

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erhielt der Verurteilte Spenden und Zahlungen in Bitcoin und per Banküberweisung. DanishBits verzeichnete darüber hinaus 30.000 Benutzer, von denen die meisten von dänischen IP-Adressen aus auf den Dienst zugriffen. In diesem Zeitraum waren bis zu 78.000 Dateien mit urheberrechtlich geschützten Werken im System verfügbar.

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Diese generierten einen Umsatz von circa 336.000 Euro, aus dem die verurteilte Person einen Gewinn von mindestens 34.000 Euro erzielte. Seit 2013 war er am Betrieb von DanishBits beteiligt, das als geschlossenes Filesharing-Netzwerk fungierte. Nutzer erhielten Zugang zu einer Fülle von illegalen Inhalten. Dafür mussten sie entweder dabei helfen, die Inhalte mit anderen Nutzern im Netzwerk zu teilen oder dafür bezahlen.

Laut Similarweb hatte der Dienst zwei Millionen monatliche Besuche und war damit eine der meistbesuchten Websites in Dänemark. Die Rights Alliance bezeichnet DanishBits deshalb als „Brutstätte für den illegalen Austausch von in Dänemark produzierten Inhalten“.

Tarnkappe.info

Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.