Geklaute Mastercard = 15 Jahre Haft für Schmuck-Betrüger

Jemand kaufte Schmuck im Wert von fast 20.000 Euro und bezahlte mit einer geklauten Mastercard für 15 US-Dollar. Es drohen nun 15 Jahre Haft.

Die Aktion mit dem Schmuck auf den amerikanischen Jungferninseln könnte dem Betrüger bis zu 15 Jahren Haft einbringen. Laut der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft der amerikanischen Jungferninseln hat er genau das gemacht, was man nicht tun sollte. Niemand ist so verrückt und versucht eigenhändig mit einer geklauten Mastercard wertvolle Gegenstände in einem Ladengeschäft käuflich zu erwerben.

Drohende Insolvenz mit geklautem Schmuck abwenden?

Demonn Chadwick Jenkins, der II. ging anders vor. Er bezahlte bei einem Juwelier in St. Thomas seinen Einkauf mit einer Kreditkarte, die auf einen fremden Namen lief. Diese hatte Jenkins im Darknet für ganze 15 US-Dollar erworben. Eigentlich wollte der Täter kurze Zeit später mit dem Schmuck von den Jungferninseln nach Hause, nach Atlanta, Georgia, zurückkehren.

Doch es kam anders. Schon am nächsten Tag durchsuchten Mitarbeiter der Zoll- und Grenzschutzbehörde am Flughafen seine Tasche mit dem auffälligen Inhalt. Sie entdeckten eine Halskette zuzüglich zu einer Uhr der Marke Rolex. Jenkins hatte die Gegenstände nicht nur mit einer gestohlenen Kreditkarte gekauft. Er wollte auch keine Zollgebühren dafür bezahlen. In der eidesstattlichen Erklärung der Behörde heißt es, Jenkins habe es versäumt, den Kauf der Waren in seiner Zoll- und Grenzschutzerklärung zu deklarieren.

Halskette und Rolex bei der Ausreise entdeckt

Man hat ihn später anhand von Aufnahmen der Sicherheitskameras des Juweliergeschäfts als Käufer des hochwertigen Schmucks im Wert von von 20.790 US-Dollar identifiziert. Jenkins behauptete anfangs gegenüber den Zollbeamten, er habe die beiden Schmuckstücke angeblich schon vorher besessen. In dem Fall müsste er nämlich keine Gebühren dafür entrichten. Bei einer späteren Befragung gab er zu, die geklaute Capital One Platinum Mastercard im Darknet für ganze 15 US-Dollar gekauft zu haben.

Hätte er die Zollgebühren für den Schmuck entrichtet, wer weiß, ob man ihn seiner Tat überführt hätte. Doch Jenkins war zahlungsunfähig. Im Mai diesen Jahres hatte der Tatverdächtige in seiner Heimatstadt einen Antrag auf Konkurseröffnung gestellt.

Heimreise lief anders als geplant

Der stellvertretende US-Staatsanwalt Adam Sleeper beantragte, Jenkins bis zu seiner Verhandlung in Haft zu nehmen, da er „bereits zuvor wegen ähnlicher Straftaten verhaftet worden war.“

Am 21. Juni 2022 entließ man ihn in die Obhut eines Dritten, natürlich ohne den Schmuck. Im Falle einer Verurteilung droht Jenkins für sein wiederholtes Fehlverhalten eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

Tarnkappe.info


Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.